Aktien Frankfurt: Verhaltener Wochenstart nach Höhenflug

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Wenig verändert und ohne klare Richtung hat sich der deutsche Aktienmarkt am Montagnachmittag präsentiert. Der Dax verlor zuletzt 0,14 Prozent auf 13 459,57 Punkte. Am Freitag hatte das Börsenbarometer mit 13 505 Punkten ein weiteres Rekordhoch erreicht und war auf Wochensicht um rund 2 Prozent gestiegen.

Für den MDax , in dem die Aktien mittelgroßer deutscher Konzerne vertreten sind, ging es zuletzt um 0,26 Prozent auf 26 893,14 Punkte abwärts. Dagegen verbuchte der Technologiewerte-Index TecDax ein kleines Plus von 0,22 Prozent auf 2582,98 Zähler, nachdem er im frühen Handel auf den höchsten Stand seit Februar 2011 gestiegen war. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 fiel um 0,26 Prozent.

Nach den jüngsten Rekordhochs werde die Luft für den Dax nun immer dünner, sagte ein Händler. Börsenkenner Jochen Stanzl von CMC Markets sprach davon, dass der Markt nun in eine Regenerationsphase eingetreten sei. Auch Milan Cutkovic von AxiTrader erwartet zunächst eine Verschnaufpause für den Dax: Die Flut an Quartalszahlen diese Woche könnte einige Anleger zu Gewinnmitnahmen verführen, der strukturelle Bullenmarkt sei aber intakt. Kurzfristig könne mit einem leichten Rücksetzer auf 13 400 Punkte gerechnet werden, bevor es zu einer Fortsetzung der Rally kommen dürfte, so Cutkovic.

Unter den Einzelwerten standen die Aktien der Deutschen Telekom nach der geplatzten Fusion der Tochter T-Mobile US mit dem Wettbewerber Sprint im Anlegerfokus. Die T-Aktie fiel auf den tiefsten Stand seit rund sechs Wochen und notierte als Dax-Schlusslicht zuletzt 3,3 Prozent tiefer. Anleger hatten sich viel erhofft und zuletzt teils auf einen lukrativen Deal für die Bonner gesetzt. Das Scheitern der Gespräche sei eine Enttäuschung, erklärte Analyst Akhil Dattani von der US-Bank JPMorgan. Allerdings könnten die Verhandlungen zu einem späteren Zeitpunkt durchaus wieder aufgenommen werden.

Infineon und Dialog Semiconductor bauten ihre Kursgewinne nach bestätigten Übernahmespekulationen leicht aus. Infineon gewannen zuletzt 0,7 Prozent, Dialog rückten um 2,2 Prozent vor. In den USA steht die bislang größte Übernahme im Chipsektor auf der Agenda: Broadcom will für den Rivalen Qualcomm 70 Dollar je Aktie in bar sowie eigene Aktien auf den Tisch legen. Die Transaktion werde damit inklusive Schulden mit 130 Milliarden Dollar bewertet, hieß es. Am Wochenende hatten mehrere Medien über den anstehenden Deal berichtet und am Montagmorgen für Aufschläge bei den beiden größten deutschen Halbleiterwerten gesorgt.

Adidas-Titel fielen nach einer Abstufung durch das Analysehaus Pivotal Research um 1,8 Prozent. Analyst Mitch Kummetz traut dem Sportartikelhersteller in den USA keine ganz so schwungvolle Entwicklung mehr zu als zunächst gedacht und kassierte seine Kaufempfehlung. Die Papiere hatten am Freitag mit 187 Euro geschlossen und damit rund 7,5 Prozent unter ihrer Bestmarke von 202,10 Euro vom August. Im bisherigen Jahresverlauf summiert sich ihr Plus aber immer noch auf fast ein Viertel.

Die Stimmung für die Aktien von ProSiebenSat.1 bleibt angeschlagen. Die Papiere des Medienkonzerns fielen als einer der größten Verlierer im Dax um 3,1 Prozent auf 27,98 Euro. Der Erholungsversuch, der die Aktien zuletzt wieder über die Marke von 30 Euro geführt hatte, ist damit weitgehend dahin. Ende August hatte ein trüber Ausblick für den deutschen TV-Werbemarkt für einen Kursrutsch binnen weniger Tage um mehr als 16 Prozent gesorgt.

Die seit Tagen stark schwankenden Evotec-Aktien knüpften an ihren jüngsten Erholungstrend an und stiegen als TecDax-Spitzenreiter 5,8 Prozent. Das Biotechnologieunternehmen wird zukünftig in der Nierenforschung mit führenden Forschungseinrichtungen in Großbritannien und Italien zusammenarbeiten. Mit Hilfe dieser Partnerschaften will Evotec neuartige Wirkstoffe zur Behandlung von Nierenerkrankungen schneller erforschen.

Die Aktien des Sportwettenanbieters Bet-at-home sackten nach der Vorlage von Geschäftszahlen als Schlusslicht im Kleinwerteindex SDax um 6,2 Prozent ab. Ein Händler sprach von Gewinnmitnahmen und einer charttechnisch negativen Dynamik. Die Drittquartalszahlen selbst hätten keinen Grund zur Enttäuschung gegeben, betonte er. Seit ihrem Rekordhoch im Juni hatten die Papiere von Bet-at-home bis Mitte August fast 40 Prozent an Wert eingebüßt. In den folgenden sechs Wochen waren sie dann aber um fast 40 Prozent gestiegen.

Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite von 0,18 Prozent am Freitag auf 0,16 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,10 Prozent auf 141,81 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,22 Prozent auf 163,17 Punkte. Der Euro fiel unter die Marke von 1,16 US-Dollar. Am Freitag hatte die Europäische Zentralbank den Referenzkurs noch auf 1,1657 Dollar festgesetzt./edh/jha/

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---