Aktien Frankfurt: Stimmung bleibt trotz Lockdown-Sorgen gut

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Stimmung am deutschen Aktienmarkt ist zum Start der neuen Woche ungetrübt. Angesichts des vermutlich andauernden Lockdowns in Deutschland war der Dax <DE0008469008> nach den jüngsten Rekorden zwar schwächer gestartet, dank erneut sehr fester Autowerte konnte er seine Verluste aber abschütteln. Am frühen Nachmittag legte er um 0,11 Prozent auf 14 637,19 Punkte zu.

Analyst Martin Utschneider von der Privatbank Donner & Reuschel sprach am Morgen schon davon, dass Gewinnmitnahmen nichts daran änderten, dass der Dax perspektivisch weiter in Richtung 15 000 Punkte strebe. In der Vorwoche hatte der deutsche Leitindex seine Rekordjagd mit 14 804 Punkten gekrönt, am Freitag hatten die Anleger dann aber zwischenzeitlich Kasse gemacht.

Der MDax <DE0008467416> schaffte es am Montag mit 0,34 Prozent in die Gewinnzone, er stand zuletzt bei 31 729,61 Zählern. Beim Eurozonen-Kursbarometer EuroStoxx <EU0009658145> standen zeitgleich aber noch moderate Verluste auf der Kurstafel. In New York startete der Dow Jones Industrial <US2605661048> mit leichten Verlusten, der technologielastige Nasdaq-100-Index aber im Plus.

Laut der LBBW richten sich die Blicke am Montag auf die Corona-Runde zwischen Bund und Ländern. Wegen der erneut stark steigenden Infektionszahlen setzt ein Beschlussentwurf aus dem Kanzleramt auf eine Verlängerung der Maßnahmen bis zum 18. April. Die dritte Infektionswelle war am Aktienmarkt zuletzt aber schon keine nachhaltige Belastung, es überwog der Konjunkturoptimismus.

Marktexperte Andreas Lipkow sieht den Dax am Montag wieder als Profiteur davon, dass zyklische Aktien bei Investoren hoch im Kurs standen. So wurden unter anderem die Autowerte erneut zur Stütze, während defensiv eingeschätzte Immobilienaktien wie Deutsche Wohnen <DE000A0HN5C6> oder Vonovia <DE000A1ML7J1> mit jeweils etwa einem Prozent zu den Verlierern zählten.

Die Vorzugsaktien von Volkswagen <DE0007664039> wurden für den Dax zur größten Stütze mit einem erneuten Kurssprung um 6,6 Prozent auf 235,95 Euro. Sie machten damit wieder einen Schritt hin zu den in der Vorwoche erreichten 252 Euro. Neuerdings sorgt die Strategie des Autobauers im Bereich der Elektromobilität für viel Fantasie auch bei US-Anlegern.

An diesem Montag traten zahlreiche Index-Änderungen in Kraft. Dazu gehörte die Aufnahme der Beteiligungsgesellschaft Porsche in den MDax <DE0008467416>. Die Aktien standen bei Anlegern aber stärker wegen der Kursausschläge bei der Kernbeteiligung VW im Fokus. Im Schlepptau der VW-Titel schnellten die Porsche-Aktien um mehr als acht Prozent hoch.

Neu im Dax sind die Aktien des Energietechnik-Konzerns Siemens Energy <DE000ENER6Y0>, die nach gutem Start mit einem halben Prozent ins Minus abtauchten. Platz machen musste dafür Beiersdorf <DE0005200000>, die Aktie des Nivea-Herstellers gab um 0,2 Prozent nach.

Im EuroStoxx neu aufgenommen wurde Infineon <DE0006231004>, die Papiere des Chipkonzerns legten um 4,4 Prozent zu. Sie profitierten dabei auch von einer Hochstufung durch die Credit Suisse. Experte Achal Sultania zeigt sich wegen des Chip-Bedarfs durch die Elektromobilität optimistisch.

Angesichts der Bund-Länder-Runde wurden die Anleger von Reisewerten nervös, wie Verluste von etwa 3,5 Prozent bei Lufthansa <DE0008232125> und Fraport <DE0005773303> zeigten. Börsianern zufolge droht die zuletzt eingepreiste Hoffnung auf eine Erholung von der Corona-Krise einen herben Dämpfer zu erhalten. Im Beschlussentwurf für die Krisengespräche ist von einer Quarantäne- und Testpflicht für alle Reisende aus dem Ausland die Rede.

Im SDax <DE0009653386> fielen die Aktien von Deutz <DE0006305006> nach einer Kaufempfehlung der britischen Bank HSBC positiv auf mit einem Kurssprung um 6,6 Prozent. Ein besonders großer Verlierer waren dort aber die 4,2 Prozent schwächeren Aktien von Borussia Dortmund <DE0005493092>. In der Bundesliga machte der Fußballclub am Wochenende einen Rückschritt im Kampf um die Plätze für die lukrative Champions League.

Der Euro <EU0009652759> stieg wieder über die Marke von 1,19 US-Dollar, zuletzt wurden 1,1913 Dollar gezahlt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitag auf 1,1891 Dollar festgesetzt.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,36 Prozent am Freitag auf minus 0,37 Prozent. Der Rentenindex Rex <DE0008469107> stieg um 0,07 Prozent auf 145,06 Punkte. Der Bund-Future <DE0009652644> gewann 0,11 Prozent auf 171,37 Punkte./tih/jha/

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---