Aktien Frankfurt: Stimmung bleibt trotz Lockdown-Sorgen gut

·Lesedauer: 3 Min.

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Stimmung am deutschen Aktienmarkt ist zum Start der neuen Woche positiv geblieben. Angesichts des vermutlich andauernden Lockdowns in Deutschland ließen es die Anleger nach den jüngsten Rekorden am Morgen zwar erst etwas ruhiger angehen. Dank erneut sehr fester Autowerte schaffte es der Dax <DE0008469008> aber, den schwachen Start aufzuholen. Am späten Vormittag legte er um 0,20 Prozent auf 14 650,32 Punkte zu.

Analyst Martin Utschneider von der Privatbank Donner & Reuschel sprach am Morgen schon davon, dass vereinzelte Gewinnmitnahmen nichts daran änderten, dass der Dax perspektivisch weiter in Richtung 15 000 Punkte strebe. Laut dem Marktexperten Andreas Lipkow profitiert der Leitindex weiter davon, dass die ihn prägenden zyklischen Aktien bei Investoren derzeit hoch im Kurs stehen. In der Vorwoche hatte der deutsche Leitindex seine Rekordjagd mit 14 804 Punkten gekrönt.

Der MDax <DE0008467416> mit den mittelgroßen deutschen Börsenwerten schaffte es am Montag gegen Mittag auch knapp mit 0,02 Prozent ins Plus auf 31 627,32 Zähler. Beim Eurozonen-Kursbarometer EuroStoxx 50 <EU0009658145> dagegen stand zuletzt noch ein hauchdünnes Minus auf der Kurstafel.

Laut der LBBW richten sich die Blicke am Montag auf die Corona-Runde zwischen Bund und Ländern. Wegen der erneut stark steigenden Infektionszahlen setzt ein Beschlussentwurf aus dem Kanzleramt auf eine Verlängerung der Maßnahmen bis zum 18. April. Die dritte Infektionswelle war am Aktienmarkt zuletzt aber schon keine nachhaltige Belastung, es überwog der Konjunkturoptimismus.

An der Frankfurter Börse traten an diesem Montag die von der Deutschen Börse beschlossenen Index-Änderungen in Kraft. Im Dax neu sind die Aktien des Energietechnik-Konzerns Siemens Energy <DE000ENER6Y0>, die anfangs auch zu den Dax-Gewinnern zählten, zuletzt aber mit 0,2 Prozent ins Minus abtauchten. Absteigen musste dafür Beiersdorf <DE0005200000>, hier kam die jetzt im MDax enthaltene Aktie um 0,8 Prozent unter Druck.

In den Reihen hinter dem Leitindex wurden weitere Neubesetzungen wirksam. Dazu gehörte die Aufnahme der Beteiligungsgesellschaft Porsche in den MDax <DE0008467416>. Die Aktien stehen bei Anlegern aber stärker wegen der Kursausschläge bei der Kernbeteiligung Volkswagen <DE0007664039> im Fokus. Bei Porsche ging es im Schlepptau der beiden VW-Aktiengattungen um 5,7 Prozent hoch.

Die Vorzugsaktien <DE0007664039> der Wolfsburger wurden im Dax zur größten Stütze mit einem erneuten Kurssprung um 5,5 Prozent auf 233,70 Euro. Sie machten damit wieder einen Schritt hin zu den in der Vorwoche erreichten 252 Euro. Neuerdings sorgt die Strategie des Autobauers im Bereich der Elektromobilität bei den Anlegern für viel Fantasie auch bei US-Anlegern.

Änderungen gibt es auch im EuroStoxx, hier wird Nokia ab sofort von Infineon <DE0006231004> ersetzt. Die Papiere des auch im Dax enthaltenen Chipkonzerns legten gegen Mittag um 3,3 Prozent zu. Sie profitierten dabei auch von einer Hochstufung durch die Credit Suisse. Experte Achal Sultania zeigt sich wegen des Chip-Bedarfs durch die Elektromobilität optimistisch.

Angesichts der Bund-Länder-Runde unter Druck gerieten dagegen Reisewerte, wie Verluste von ungefähr 3,5 Prozent bei Lufthansa <DE0008232125> und Fraport <DE0005773303> zeigten. Börsianern zufolge droht die zuletzt eingepreiste Hoffnung auf eine Erholung von der Corona-Krise einen herben Dämpfer zu erhalten. Im Beschlussentwurf für die Krisengespräche ist von einer Quarantäne- und Testpflicht für alle Reisende aus dem Ausland die Rede.

Im SDax <DE0009653386> fielen die Aktien von Deutz <DE0006305006> nach einer Kaufempfehlung der britischen Bank HSBC positiv auf mit einem fast siebenprozentigen Kurssprung. Ein besonders großer Verlierer waren dort aber die 3,8 Prozent schwächeren Aktien von Borussia Dortmund <DE0005493092>. In der Bundesliga machte der Fußballclub am Wochenende einen Rückschritt im Kampf um die Plätze für die lukrative Champions League./tih/jha/

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---