Aktien Frankfurt: Steigende Infektionszahlen sorgen für Ernüchterung

·Lesedauer: 3 Min.

FRANKFURT (dpa-AFX) - Angesichts hoher Corona-Infektionszahlen sind die Kurse am deutschen Aktienmarkt am Donnerstag gefallen. Der Dax <DE0008469008> verlor am frühen Nachmittag 0,64 Prozent auf 13 117 Punkte. "Die Luft ist raus", sagte Analyst Christian Schmidt von der Landesbank Helaba. Nach den kurstreibenden Nachrichten zu möglichen Impfstoffen in den vergangenen Tagen sei nun an den Aktienmärkten Ernüchterung eingekehrt. Der Dax pendele sich unter der Marke von 13 300 Punkten ein, nachdem er diese zuletzt nicht überwinden konnte.

Der MDax <DE0008467416> der 60 mittelgroßen Werte fiel um 0,40 Prozent auf 28 684 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> verlor 0,68 Prozent auf 3458 Punkte.

Analyst Jim Reid von der Deutschen Bank wies in einem Marktkommentar darauf hin, dass US-Bundesstaaten wie Colorado und Minnesota Restriktionen eingeführt beziehungsweise verschärft hätten. In Italien und der Türkei seien die Zahlen der Covid-19-Toten auf den höchsten Stand seit April gestiegen. Mit Blick nach Asien könnte Südkorea die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie verschärfen, ähnliches drohe in Japan in der Präfektur Tokio.

Unter den Einzelwerten fielen Thyssenkrupp <DE0007500001> auf mit einem Kursverlust von fast sieben Prozent. Der kriselnde Industriekonzern will angesichts von Milliardenverlusten weitere Tausende Stellen streichen. Als "desaströs" bezeichnete ein Händler den Abfluss von 5,5 Milliarden Euro an Barmitteln im laufenden Geschäftsjahr. Auch sei der Nettoverlust des Industriekonzerns noch höher als befürchtet.

Der Gabelstaplerhersteller Kion <DE000KGX8881> will mit einer Kapitalerhöhung fast eine Milliarde Euro einsammeln. Die Maßnahme ließ den Kurs um mehr als sieben Prozent absacken. Analyst Sven Weier von der Investmentbank UBS nannte den Schritt "überraschend".

Die Papiere der beiden Rückversicherer Munich Re <DE0008430026> und Hannover Rück <DE0008402215> verloren 1,6 beziehungsweise 2,2 Prozent, nachdem die Bank Societe Generale die Kaufempfehlungen für beide Titel gestrichen hatte. Auch für die Siemens-Aktie <DE0007236101> riet die Bank nur noch zum "Halten", woraufhin der Kurs um 1 Prozent fiel.

Aktien des Bremsenherstellers Knorr-Bremse <DE000KBX1006> zogen um 5 Prozent an. Hier lobten Analysten ein wiederbelebtes Geschäft mit Bremsen für Nutzfahrzeuge im dritten Quartal.

Im SDax <DE0009653386> sackten die Anteile von Wacker Neuson <DE000WACK012> um acht Prozent ab. Der Hersteller von Baumaschinen verliert den Vorstandschef und den Finanzvorstand. Chef Martin Lehner will seinen Vertrag nicht verlängern und geht zum Jahresende. Finanzchef Wilfried Trepels legt sein Amt zum 30. November nieder, hier wurden "unterschiedliche Auffassungen zur Unternehmensführung" als Grund genannt.

Papiere von Dermapharm <DE000A2GS5D8> verteuerten sich um 1,8 Prozent. Die US-Investmentbank Jefferies nahm die Bewertung der Aktien mit "Kaufen" auf. Eine Kaufempfehlung der Privatbank Hauck & Aufhäuser für die Papiere der Online-Lotterie Zeal Network <GB00BHD66J44> ließ deren Kurs um 2,3 Prozent steigen.

Der Euro <EU0009652759> weitete die Verluste am Donnerstag noch etwas aus und notierte zuletzt mit 1,1834 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Mittwoch auf 1,1868 Dollar festgesetzt.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,57 Prozent am Mittwoch auf minus 0,58 Prozent. Der Rentenindex Rex <DE0008469107> trat mit 146,04 Punkten auf der Stelle. Der Bund-Future <DE0009652644> legte am frühen Nachmittag um 0,08 Prozent auf 175,26 Punkte zu./bek/jha/

--- Von Benjamin Krieger, dpa-AFX ---