Aktien Frankfurt: Starker Euro vermiest die Stimmung

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Dem Dax fehlt auch am zweiten Handelstag nach Weihnachten der Schwung. Anstelle eines erhofften Jahresendspurts ging der Stillstand am deutschen Aktienmarkt wenige Tage vor Silvester weiter. Als Grund dafür galt am Donnerstag vor allem der starke Euro. Er erreichte über 1,19 US-Dollar das höchste Niveau seit einem Monat und kann so die Exporte hiesiger Unternehmen erschweren.

Zur Mittagszeit gab der Leitindex knapp um 0,10 Prozent auf 13 056,32 Punkte nach. Er knüpfte so an seine schwerfällige Entwicklung vom Vortag und in den vergangenen Wochen an. Für den MDax ging es um 0,24 Prozent auf 26 235,00 Zähler bergab, während der TecDax um 0,37 Prozent auf 2528,39 Punkte fiel. Auch der EuroStoxx stand etwas tiefer bei 3543,38 Punkten.

"Der Dax ist knapp oberhalb von 13 000 Punkten sesshaft geworden", sagte ein Marktbeobachter. Bis dato hat er aber auch ein sehr gutes Jahr hinter sich, sodass die jüngste Stagnation auf hohem Niveau geschieht. Seit Jahresbeginn hat der Leitindex fast 14 Prozent zugelegt. Es dürfte so das sechste Gewinnjahr in Folge für ihn werden. Letztmals hatten Deutschlands wichtigste börsennotierte Unternehmen solch eine Gewinnstrecke in den 1980er Jahren geschafft - noch vor der Entstehung des Dax in seiner heutigen Form.

Auf Unternehmensseite kletterten am Donnerstag die Aktien von Ceconomy um etwa 6 Prozent auf 12,50 Euro und damit auf den höchsten Stand ihrer noch jungen Börsengeschichte. Ins Blickfeld rückten sie wegen des Todes von Media-Markt-Mitgründer Erich Kellerhals und der Frage, wie es mit dessen Anteilen an der Media-Saturn-Gruppe weitergehen wird. Baader-Analyst Volker Bosse sprach von einer tragischen Nachricht, aber einer steigenden Wahrscheinlichkeit, dass ein langjähriger Konflikt gelöst werden kann.

Ansonsten gab es bei Einzelwerten kaum kursbewegende Nachrichten. Aktien aus der Gesundheitsbranche wie jene von Fresenius gehörten mit einem Anstieg um ein halbes Prozent zu den Gewinnern. Die Titel der Bad Homburger haben allerdings auch etwas Aufholbedarf, da sie im bisherigen Jahresverlauf zu den schwächsten Dax-Werten zählen.

Die Papiere von Versorgern wie Eon oder RWE verloren am Donnerstag bis zu 0,75 Prozent. Die Branche war vor dem Jahreswechsel europaweit nicht gefragt.

Für den Gesamtmarkt dürften neue Impulse im Tagesverlauf rar gesät bleiben. Die Agenda hält kaum etwas bereit, was nochmals stärker bewegen könnte. Einige Konjunkturdaten aus den USA dürften laut Dirk Gojny von der National-Bank eher zum "Non-Event" werden - also nicht die Qualität haben, um den Markt auf Touren zu bringen. Am Nachmittag wird unter anderem der Einkaufsmanagerindex in der Region Chicago veröffentlicht./tih/das

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---