Aktien Frankfurt Schluss: Dax schafft sattes Jahresplus

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Jahresendrally am deutschen Aktienmarkt ist 2017 zwar ins Wasser gefallen und auch die Marke von 13 000 Punkten hat der Dax am letzten Handelstag nicht verteidigen können. Über das Börsenjahr insgesamt können die Anleger jedoch keineswegs klagen: Auf Jahressicht legte der Dax ein beachtliches Plus von 12,5 Prozent hin - deutlich mehr als im Schnitt der letzten Jahre.

Das deutsche Börsenbarometer verbuchte das sechste Gewinnjahr in Folge. In diesem Zeitraum erholte sich der Dax vollends von der 2007 ausgebrochenen Finanzkrise - und erklomm im Jahresverlauf einen Rekordstand von gut 13 525 Punkten. Am letzten Handelstag des Jahres ging es indes um 0,48 Prozent auf 12 917,64 Punkte leicht abwärts.

Zu dem satten Jahresgewinn trug die anhaltend lockere Geldpolitik der Notenbanken weltweit bei, auch wenn die USA seit 2015 erste, allerdings extrem behutsame Schritte unternimmt, um diese Phase ausklingen zu lassen. Peu à peu werden seither die Zinsen wieder angehoben. Bis dato ist die Anlage in Aktien dennoch weitgehend alternativlos geblieben. Interessante Renditen sind anderswo, etwa in Unternehmens- oder Staatsanleihen, nach wie vor kaum zu erwirtschaften.

Eine über sechs Jahre währende Aufwärtsphase gab es für den Dax, der im neuen Jahr seinen 30. Geburtstag feiern wird, noch nie. Und dennoch konnten die Anleger laut der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) "so ruhig schlafen" wie wohl ebenfalls noch nie zuvor. Denn Risiken wie wichtige Wahlen in Europa, die Unsicherheit rund um den Brexit, Terroranschläge, die politischen Ereignisse in der Türkei oder Trumps Abschottungs- und Nordkorea-Politik wurden gelassen weggesteckt. "Die Volatilitäten sanken auf historische Tiefstände, Tage mit starken Schwankungen an den Märkten blieben rar", so die LBBW.

Mit Blick auf Einzelwerte schlug sich diese Entwicklung 2017 für mehr als zwei Drittel der Aktien im Dax in Kursgewinnen nieder, wobei die Lufthansa den Vogel abschoss mit einem Kursplus von rund 150 Prozent. Endlich beigelegte Tarifstreitigkeiten mit den Piloten und die Pleiten von Air Berlin und Alitalia kamen ihr zugute. Die Aktie von ProSiebenSat.1 war dagegen mit einem Jahresverlust von fast 22 Prozent das Schlusslicht wegen Sorgen um das TV-Werbegeschäft.

Der MDax der mittelgroßen Werte schloss am Freitag nahezu unverändert bei 26 200,77 Punkten - bedeutet dies ein Plus von gut 18 Prozent. Hier waren die Aktien von Uniper auf Jahressicht der Liebling mit einer knappen Wertverdoppelung. Die Aussicht auf hohe Ausschüttungen des Kraftwerksbetreibers lockte die Anleger an. Die Papiere von Steinhoff dagegen waren größter Verlierer mit einem Minus von fast 94 Prozent. Der Möbelhändler befindet sich wegen Bilanzunregelmäßigkeiten in einer schweren Krise.

Der Technologiewerte-Index TecDax ging am Freitag mit einem kleinen Plus von 0,19 Prozent auf 2529,04 Punkte aus dem Tag - im Gesamtjahr verzeichnete er damit einen Wertzuwachs von knapp 40 Prozent. Favorit waren Aixtron-Papiere . Die Hoffnung auf eine Geschäftserholung des Maschinenbauers für die Halbleiterindustrie verhalf zu einem beeindruckenden Plus von 274 Prozent in diesem Jahr. Wer Nordex -Aktien im Depot hat, muss hingegen einen Verlust von mehr als 56 Prozent verkraften; die Aussichten für kleinere Windkraftanlagenbauer hatten sich beträchtlich eingetrübt.

Die Börsen insgesamt profitierten von der gut laufenden Weltwirtschaft. Bruttoinlandsprodukt und wirtschaftliche Stimmungsbarometer erreichten 2017 in weiten Teilen der Erde neue Rekordwerte. Zu guter Letzt dann kam noch die kurz vor Weihnachten in den USA durch den Kongress gebrachte Steuerreform von US-Präsident Donald Trump hinzu. Die daraus resultierenden Steuererleichterungen für die in den USA tätigen Unternehmen brachten damit das letzte Quäntchen an Kursgewinnen für die Börsen in diesem Jahr./ck/das

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---