Aktien Frankfurt: Rally verliert an Schwung - Blackrock: viel Gutes eingepreist

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach der Rally zum Jahresanfang hat der Dax am Dienstag nur noch moderat zugelegt. Der Leitindex stieg gegen Mittag um 0,19 Prozent auf 13 392,39 Punkte. "Die Rally hat leicht an Schwung verloren", schrieb Milan Cutkovic vom Broker Axitrader. Nach dem starken Anstieg in den vergangenen drei Börsentagen könnten sich die Anleger erst einmal eine Verschnaufpause gönnen.

"Die positiven Überraschungen werden in diesem Jahr vermutlich etwas weniger werden, weil mittlerweile viel Konjunkturoptimismus eingepreist ist", argumentierte Felix Herrmann vom US-Vermögensverwalter Blackrock. Das werde aber das Börsenjahr 2018 nicht verhageln. Zu stark seien die Ergebnisse der Unternehmen, zu niedrig die Zinsen und zu groß bleibe das Bargeldvolumen, das an der Seitenlinie auf Anlagechancen warte.

Seit dem Zwischentief gleich zum Start ins neue Jahr hatte der Dax in der Spitze um mehr als 5 Prozent zugelegt. Die Schlüsselmarke für den Dax ist und bleibt nach Aussage von Experten das Rekordhoch von Anfang November bei 13 525,56 Punkten. Zum wesentlichen Kurstreiber dürften nach der beschlossenen Steuerreform in den USA nun zunehmend die Bilanzen der Unternehmen werden.

Der MDax der 50 mittelgroßen Börsentitel legte um 0,26 Prozent auf 27 084,52 Punkte zu und scheiterte nur denkbar knapp an einem neuen Rekordhoch. Der TecDax rückte um 0,30 Prozent auf 2679,49 Zähler vor auf den höchsten Stand seit fast 17 Jahren.

Die Spitze des Dax zierten die Aktien von RWE mit einem Aufschlag von 2,5 Prozent. Das Investmenthaus Bernstein hält die Papiere des Stromkonzerns ohne die Netz- und Ökostromtochter Innogy für unterbewertet - und hob sie von "Market-Perform" auf "Outperform". Im Fahrwasser von RWE legten auch Innogy um 1,2 Prozent zu.

Der Kurs von Beiersdorf drehte nach vorläufigen Eckdaten für 2017 nach anfänglichen Verlusten wieder leicht ins Plus. Wechselkurseffekte und Verluste bei Finanzanlegen hatten den Kurs des Konsumgüterherstellers zunächst belastet. Dann rückte jedoch die gute operative Entwicklung in den Fokus.

Im MDax stiegen die Papiere von Gea um 2,3 Prozent. Die US-Investmentbank Merrill Lynch stufte die Aktien des Anlagenbauers von "Neutral" auf "Buy" hoch. Zalando gaben um 1,2 Prozent nach, belastet von einer Abstufung des Online-Händlers durch die französische Bank Societe Generale.

Papiere des Apple -Zulieferers Dialog Semiconductor verteuerten sich um knapp 3 Prozent. Die Commerzbank bekräftigte die Einstufung der Aktie nach einem Gespräch mit dem Vorstand des Unternehmens mit "Buy". Eine Kaufempfehlung des Bankhauses Lampe ließ Salzgitter um 2,8 Prozent steigen auf den höchsten Kurs seit August 2011.

In der dritten Reihe büßten die Aktien von Bauer 7,5 Prozent ein. Der Baukonzern und Maschinenhersteller muss wegen eines ungünstigen Gerichtsurteils die Bilanz berichtigen. Aus diesem Grund wird Bauer die Gewinnprognose für 2017 nicht mehr erreichen.