Aktien Frankfurt: Moderate Verluste nach Erholung - Aber starkes Börsenjahr

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach der jüngsten Erholungsrally hat der deutsche Aktienmarkt am Mittwoch etwas unter Gewinnmitnahmen gelitten. Um die Mittagszeit am zweitletzten Börsentag des Jahres sank der Dax <DE0008469008> um 0,28 Prozent auf 15 919,77 Punkte. An den vergangenen fünf Handelstagen hatte der Leitindex um knapp fünf Prozent zugelegt, und seit Jahresbeginn steht ein Kursplus von 16 Prozent zu Buche.

Der MDax <DE0008467416> der mittelgroßen Unternehmen verlor am Mittwoch 0,21 Prozent auf 35 227,38 Punkte - hier können sich die Anleger seit Jahresbeginn aber über einen Kurszuwachs von über 14 Prozent freuen. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> sank zuletzt um 0,22 Prozent auf 4302,30 Zähler.

Es sehe "zwar nicht nach einem euphorischen Abschluss eines erneut starken Börsenjahres aus", kommentierte Analyst Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets. Aber die Befürchtungen nach dem Auftauchen der neuen Coronavirus-Variante Omikron vor einem Monat "haben sich bislang auch nicht bewahrheitet". Die Anleger ignorierten sowohl die in einigen Ländern sichtbar steigenden Infektionszahlen als auch die durch die Feiertage möglicherweise verdeckte Gefahr einer fünften Welle in Deutschland - vielmehr hofften sie bereits auf eine weiter starke Konjunktur im kommenden Jahr.

Die meisten Marktteilnehmer hätten ihre Bücher bereits geschlossen, ergänzte der charttechnische Analyst Christoph Geyer. Derweil versuchten einige wenige Händler, "durch Käufe im umsatzschwachen Markt die Kurse noch ein wenig nach oben zu ziehen", um so in der Jahresendabrechnung gut dazustehen. Wegen der Anziehungskraft großer runder Zahlen könnte der Dax die Marke von 16 000 Punkten in den verbleibenden beiden Handelstagen noch testen, glaubt der Experte. Ob die Kraft ausreiche, das Rekordhoch von 16 290 Punkten aus dem November ins Visier zu nehmen, sei allerdings sehr fraglich.

Kursbewegende Unternehmensnachrichten gab es zur Wochenmitte nicht. Die Anteilsscheine der Deutschen Bank <DE0005140008> zeigten sich mit minus 0,7 Prozent mäßig beeindruckt von einer Millionen schweren Geldbuße. Die hiesige Finanzaufsicht Bafin verhängte wegen Mängeln bei internen Kontrollen im Zusammenhang mit der Berechnung wichtiger Referenzzinssätze eine Strafe von 8,66 Millionen Euro. Im bisherigen Jahresverlauf haben die Aktien des größten deutschen Geldhauses allerdings um ein Viertel zugelegt.

Die Aktien des Fernwartungssoftware-Spezialisten Teamviewer <DE000A2YN900> waren mit einem Verlust von mehr als zwei Prozent Schlusslicht im MDax. Das gilt auch auf Jahressicht mit einem Minus von über 70 Prozent. Das Unternehmen - eigentlich ein Profiteur der Corona-Pandemie - hat viele Anleger mit zu ehrgeizigen Zielen verstimmt, welche es eindampfen musste. Auch teure Sponsorenverträge stießen auf wenig Begeisterung.

Im SDax <DE0009653386> der geringer kapitalisierten deutschen Unternehmen waren die zuletzt stark erholten LPKF <DE0006450000>-Aktien mit einem Minus von 4,8 Prozent Schlusslicht. Auch die Jahresbilanz des Laserspezialisten ist mit einem Wertverlust von mehr als einem Drittel ernüchternd - der SDax hat im selben Zeitraum um elf Prozent zugelegt.

Bei der Hornbach Holding <DE0006083405> reichten moderate Kursgewinne für ein erneutes Rekordhoch. Der Blick in den Rückspiegel dürfte die Aktionäre noch mehr erfreuen, da seit Jahresbeginn ein satter Wertzuwachs um fast zwei Drittel zu Buche steht.

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