Aktien Frankfurt: Leichte Verluste im zögerlichen Vorweihnachtshandel

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Am letzten Handelstag vor dem Weihnachtsfest halten die wenigen noch aktiven Anleger am deutschen Aktienmarkt ihr Pulver trocken. Weil viele ihre Bücher für dieses Jahr bereits geschlossen haben, waren die Umsätze dünn und die Kursschwankungen vergleichsweise klein. Am Nachmittag gab der Dax um 0,19 Prozent auf 13 084,46 Punkte nach. Im Wochenvergleich steuert er damit auf ein etwas schwächeres Ergebnis zu.

Das Wahlergebnis in Katalonien belastete. Dort konnten die separatistischen Kräfte erneut eine absolute Mehrheit erringen. Analyst Marco Protopapa von JPMorgan vermisst nun einen klaren Weg, um die Unsicherheiten um die spanische Region zu verringern. Vielmehr sei nur die Spaltung innerhalb der Bevölkerung bestätigt worden, fügte er hinzu. Weitaus deutlicher als beim Dax zeigte sich dies bei spanischen Aktien: Der Leitindex Ibex fiel in Madrid um mehr als 1 Prozent.

Weil er auch einige spanische Werte umfasst, sank der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 deutlicher als der Dax um gut ein halbes Prozent. Auch die Indizes in der zweiten deutschen Börsenreihe lagen am Nachmittag knapp im Minus: Der MDax verlor 0,11 Prozent auf 26 164,37 Zähler. Für den TecDax ging es um 0,10 Prozent auf 2535,24 Punkte bergab.

Immerhin blieb dem Aktienmarkt aber eine weitere schlechte Nachricht aus den USA erspart. Durch eine Übergangsregelung war eine Schließung der Regierung aus Geldmangel, ein sogenannter "Shutdown", in Washington einmal mehr in letzter Minute vermieden worden.

Auch wenn der Dax in den vergangenen Wochen mehr oder weniger auf der Stelle trat, ziehen Experten eine positive Jahresbilanz. "Ein außergewöhnliches Aktienjahr geht zu Ende", schrieben etwa die Experten der LBBW. Sie verwiesen darauf, dass der Anstieg um aktuell 14 Prozent zwar im historischen Vergleich eher mittelmäßig sei. Bemerkenswert sei aber die Standhaftigkeit, die der Leitindex an den Tag legte - ungeachtet zahlreicher Risiken wie etwa von geopolitischer Seite.

Unter den Einzelwerten erholten sich Versorgeraktien, nachdem vor allem die RWE-Papiere in den vergangenen Tagen wegen einer Gewinnwarnung der Tochter Innogy von den Anlegern abgestraft wurden. Die Titel des Energiekonzerns kletterten an der Dax-Spitze um mehr als 2 Prozent. Auch die Eon-Aktien lagen mit fast 1 Prozent im Plus.

Im Gleichschritt mit RWE erholten sich auch die Innogy-Papiere im MDax um 2,5 Prozent von ihrem jüngsten Kursrutsch. Das Ökostrom-Unternehmen treibt seine Expansion in den USA mit einem ersten Zukauf voran. Übernommen wird das Onshore-Windgeschäft des US-Projektentwicklers Everpower Wind.

Thyssenkrupp-Aktien dagegen lagen mit etwa 1 Prozent Minus am Dax-Ende, nachdem sich der Industriekonzern mit Arbeitnehmervertretern auf die Bedingungen für eine Fusion des Stahlgeschäfts mit dem Wettbewerber Tata geeinigt hat. Weitreichende Standort- und Beschäftigungssicherungen sowie Investitionszusagen kamen am Markt nicht gut an. Nach zuletzt gutem Lauf nahmen einige Anleger ihre Gewinne mit.

Unter den Nebenwerten knüpften die ElringKlinger-Papiere im SDax an ihre Rally der vergangenen Tage an. Sie kletterten an der Spitze des Kleinwerte-Index nochmals um mehr als 5 Prozent, womit sie seit Dienstag schon etwa 20 Prozent an Wert gewonnen haben. Nächster Kurstreiber war zu Wochenschluss der Verkauf einer Schweizer Tochter.

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite unverändert bei 0,26 Prozent. Der Rentenindex Rex stand so gut wie unverändert bei 140,67 Punkten. Der Bund-Future stieg knapp um 0,04 auf 161,72 Punkte. Vor dem Hintergrund der Katalonien-Wahl sank der Euro leicht auf 1,1850 US-Dollar. Den Referenzkurs hatte die Europäische Zentralbank am Vortag auf 1,1859 Dollar festgesetzt./tih/jha/

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---