Aktien Frankfurt: Leichte Kursgewinne - TecDax auf neuem Hoch

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse am deutschen Aktienmarkt haben am Donnerstagnachmittag nochmals leicht zugelegt. Der Dax stieg am Mittag um 0,33 Prozent auf 12 699,82 Punkte. Der technologielastige TecDax markierte am frühen Nachmittag sogar ein neues Hoch, er stieg auf den höchsten Stand seit fast 17 Jahren.

Allerdings hat der Rückenwind vom zuletzt deutlich schwächeren Euro für die Aktien nachgelassen. Die Gemeinschaftswährung erholte sich im Tagesverlauf von den hohen Verlusten der vergangenen Tage und nahm wieder Kurs auf die Marke von 1,18 US-Dollar. Mit dem wieder steigenden Euro hielten sich die Gewinne am Aktienmarkt in engen Grenzen.

IN DEN STARTLÖCHERN FÜR DIE HERBSTRALLY

Für den CMC-Markets-Experten Jochen Stanzl ist vor allem der Widerstand bei 12 670 Punkten entscheidend. Sollte der Dax diesen Wert knacken, könne es sehr schnell in Richtung 13 000 Punkte gehen. Getragen von einem weiter fallenden Euro habe sich der Dax genau an dieser Marke positioniert und stehe damit in den Startlöchern für eine mögliche Herbstrally.

Der MDax , in dem die Aktien mittelgroßer Konzerne vertreten sind, legte um 0,01 Prozent auf 25 717,61 Punkte zu. Der Technologiewerte-Index TecDax stieg um 0,60 Prozent auf 2415,39 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 0,1 Prozent auf 3559,17 Punkte.

STEIGENDE RENDITEN TREIBEN DEUTSCHE BANK HOCH

Dank anziehender Zinsen haben Aktien der Deutschen Bank die Gewinne vom Vortag ausgebaut. Sie führten den Dax an mit einem Plus von 3,1 Prozent. Als kursstützend werten Börsianer den Anstieg der Renditen an den Kapitalmärkten, vor allem in den USA. Damit verbessern sich die Ertragsaussichten der Geldhäuser im Geschäft mit Anleihen und Krediten. Commerzbank-Titel drehten dagegen nach anfänglichen Kursgewinnen leicht ins Minus.

Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen erreichte zuletzt mit 2,36 Prozent den höchsten Stand seit Mitte Juli. Grund hierfür ist Beobachtern zufolge auch die Aussicht auf Steuersenkungen in den USA, mit denen die Verschuldung zunehmen dürfte. "Ein starker Anstieg der US-Verschuldung mit entsprechendem Angebot an US-Treasuries wäre die Folge", schrieb Rentenanalyst Dirk Gojny von der National-Bank.

VERKAUF STÜTZT ROCKET INTERNET

Die Startup-Schmiede Rocket Internet hat einen Anteil von 13 Prozent an Delivery Hero für 660 Millionen Euro an die Medien- und Internetgruppe Naspers verkauft. Der Anteil von Rocket Internet an der Online-Bestellplattform für Essen halbiert sich damit auf 13 Prozent. Zudem konnten die Berliner den Verlust stark eingrenzen. Papiere von Rocket Internet zogen um fast 5 Prozent an und die von Delivery Hero um 0,9 Prozent.

Lufthansa verloren 0,9 Prozent, belastet von Berichten über Systemprobleme mehrerer Fluggesellschaften bei Check-ins von Passagieren. Zwischenzeitlich lagen die Papiere sogar mehr als 2 Prozent im Minus. Der Darmstädter Chemie- und Pharmakonzern Merck sah sich auf einem Treffen mit Investoren auf gutem Wege, die für das kommende Jahr gesetzten Ziele zu erreichen. Das konnte Anleger jedoch nicht begeistern, die Aktien von Merck verloren 1,3 Prozent.

Der Kurs des Motorenbauers Deutz gewinnt 2,9 Prozent. Das Unternehmen steigt mit der Übernahme der Münchener Torqeedo GmbH in die Elektrifizierung von Antrieben ein. Papiere von Hapag-Lloyd lagen leicht im Plus. Die Großreederei besorgt sich nach dem Zusammenschluss mit der United Arab Shipping Company 352 Millionen Euro frisches Kapital und will damit vor allem Schulden tilgen.

EURO ERHOLT SICH ETWAS

Der Euro erholte sich nach drei verlustreichen Tagen etwas. Vom Tagestief bei 1,1721 am frühen Morgen kletterte die Gemeinschaftswährung im Verlauf des Tages bis auf 1,1785 US-Dollar.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,25 Prozent am Vortag auf 0,27 Prozent. Der Rentenindex Rex ging um 0,11 Prozent auf 140,94 Punkte zurück. Der Bund-Future handelte 0,21 Prozent niedriger auf 160,62 Punkte./bek

--- Von Benjamin Krieger, dpa-AFX ---