Aktien Frankfurt: Gewinnmitnahmen nach Rekordhochs

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach dem jüngsten Rekordhoch haben die Anleger am deutschen Aktienmarkt am Dienstag etwas Geld vom Tisch genommen. Der Dax <DE0008469008> notierte gegen Mittag 0,76 Prozent tiefer bei 15 251,49 Punkten. Am Vortag war der Leitindex erstmals über die Marke von 15 500 Punkten gestiegen, hatte aber etwas tiefer geschlossen.

Der MDax <DE0008467416>, der die Aktien mittelgroßer deutscher Unternehmen repräsentiert, fiel am Dienstag um 0,85 Prozent auf 32 818,04 Zähler. Der Nebenwerteindex SDax <DE0009653386> sank um rund 0,7 Prozent und der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> um rund 1 Prozent.

Dass Anleger in einer Rally wie derzeit auch mal Gewinne mitnehmen, sei völlig normal und störe keineswegs den Aufwärtstrend, bemerkte Marktanalyst Milan Cutkovic von Axi. Insgesamt bleibe die Risikoneigung am Markt relativ hoch. Die Inflationsängste hätten nachgelassen und der Ölpreis steige nach einer längeren Konsolidierungsphase wieder, angetrieben vom Konjunkturoptimismus an den Börsen. Insofern scheine der nächste Kurssprung nur eine Frage der Zeit zu sein, glaubt der Experte.

Ein Rekordabsatz im ersten Quartal bescherte dem Autobauer BMW <DE0005190003> einen überraschend hohen Gewinn. Nach vorläufigen Zahlen stand vor Steuern ein Profit von 3,76 Milliarden Euro und damit fast fünfmal so viel wie zum Beginn der Corona-Pandemie vor einem Jahr. Die Aktie der Münchener konnte das am Dienstag aber nach den Kursgewinnen der letzten Wochen kaum anfachen. Dennoch gehörte sie mit einem Minus von 0,1 Prozent noch zu den besten Dax-Werten.

Ein wichtiger Schritt beim schon länger geplanten Verkauf einer Sparte trieb die Aktien von K+S <DE000KSAG888> an der MDax-Spitze um 0,7 Prozent aufwärts. Der Düngerkonzern steht unmittelbar vor dem Abschluss des Verkaufs seines amerikanischen Salzgeschäfts. Die US-Justizbehörde habe die Fortsetzung des Verkaufsprozesses genehmigt, hieß es von K+S.

Die Volkswagen-Lkw-Holding Traton <DE000TRAT0N7> blickt nach einem überraschend guten Jahresstart etwas optimistischer auf 2021 und erhöhte die Zielspanne für die operative Umsatzrendite. Ganz unerwartet sei dies nicht gekommen, sagte ein Händler. Die jüngst schwachen Zahlen von Volvo <SE0000115446> dürften aber die Meßlatte etwas tiefer gelegt haben. Traton-Aktien rückten zuletzt um 2,8 Prozent vor.

Der Motorenhersteller Deutz <DE0006305006> blickt nach einem erfolgreichen Jahresstart optimistischer nach vorne. Aufgrund einer besser als erwarteten Nachfrage in allen wesentlichen Anwendungsbereichen erhöhten die Kölner ihre Umsatz- und Ergebnisziele für 2021. Ein Händler lobte die Eckdaten zum ersten Quartal, den sehr ermutigenden Auftragseingang sowie den verbesserten Ausblick. Deutz-Papiere sanken um unterdurchschnittliche 0,3 Prozent.

Ein von der US-Bank JPMorgan ausgerufenes Kursziel von 350 Euro trieb die Papiere von Zooplus <DE0005111702> als SDax-Spitzenreiter um mehr als 7 Prozent auf 268,80 Euro nach oben. Analyst Borja Olcese sorgte mit seinem neuen Kursziel für Aufsehen. Die Corona-Pandemie habe bei dem Online-Händler für Haustierbedarf alles zum Besseren geändert, schrieb er in einer Studie./edh/mis

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---