Aktien Frankfurt: Gewinne dank Rally an der Wall Street und guten China-Daten

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat sich am Donnerstag klar über der viel beachteten Marke von 13 000 Punkten gehalten. Der deutsche Leitindex zog bis zum Mittag um 0,94 Prozent auf 13 099,88 Punkte an. Die Rekordjagd an der Wall Street trieb das Börsenbarometer ebenso an wie erfreuliche Wirtschaftsdaten aus China.

Zum Jahresauftakt war der Dax mit 12 745 Punkten zeitweise noch auf das tiefste Niveau seit Ende September 2017 abgesackt. Hauptbelastungsfaktor war der starke Euro . Die Gemeinschaftswährung notierte aber zuletzt wieder etwas niedriger als noch zu Jahresbeginn.

Auch die deutschen Nebenwerte-Indizes präsentierten sich freundlich: Der MDax der mittelgroßen Werte gewann 0,79 Prozent auf 26 601,08 Zähler, und der TecDax legte um 0,36 Prozent auf 2606,38 Punkte zu. Damit bewegt sich der Technologiewerte-Index wieder auf dem Niveau von Anfang 2001. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um rund 1 Prozent bergauf.

Aus dem US-Handel kommen anhaltend starke Impulse - vor allem aus der Technologiebranche. Der japanische Nikkei 225 meldete sich am Morgen mit dem höchsten Stand seit fast 26 Jahren aus der Feiertagspause zurück. In China ging es ebenfalls aufwärts: Die Stimmung bei privaten und mittelständischen Unternehmen im Land war auch im Dienstleistungsbereich gestiegen. Bereits tags zuvor hatte das Wirtschaftsmagazin "Caixin" positive Signale aus den Industriebetrieben gemeldet.

Alles in allem sei die Stimmung unter den Anlegern gut, da sich die Konjunkturdaten weiter verbesserten, schrieb Händler Markus Huber von City of London Markets. Zwar gebe es Sorgen, dass die Märkte eventuell bereits zu viel Positives vorweggenommen hätten. Zu Jahresbeginn werde dies aber noch überlagert von dem neuen Geld, das weiter in den Markt gepumpt wird. Insofern positionierten sich die Anleger bei Aktien nun offensiv.

Hierzulande stiegen Daimler und BMW nach Absatzzahlen aus den USA für Dezember um jeweils mehr als 1 Prozent. So wurde Daimler zwar etwas weniger Autos bei US-Kunden los als im Vorjahr. Auch der Konkurrent aus München tat sich schwer. Damit schlugen sich die beiden Autobauer aber besser als der Gesamtmarkt.

Die von einem Bilanzskandal durchgeschüttelten Aktien von Steinhoff stabilisierten sich an der MDax-Spitze mit plus 26 Prozent weiter und kosteten nun wieder mehr als 50 Cent. Seit ihrem massiven Kurseinbruch unter 1 Euro Anfang Dezember sind sie als Pennystock ein Spielball für Spekulanten. Als leicht positiv wurde am Markt die Meldung gewertet, dass die Einzelhandelstochter Pepkor Europe weiter über eine Kreditlinie in Höhe von 180 Millionen britische Pfund verfügt.

Im TecDax hatten die Anteilsscheine von Adva Optical klar die Nase vorn. Sie schnellten um mehr als 11 Prozent nach oben und bewegten sich wieder auf dem Niveau von Juli letzten Jahres, nachdem Analyst Robin Brass von der Privatbank Hauck & Auhäuser seine Verkaufsempfehlung für die Papiere des Telekom- und Netzwerkausrüsters aufgegeben hatte. Die Lagerbestände der Kunden seien förmlich "ausgebombt" - mit entsprechenden Chancen für Adva.

Als Schlusslicht im SDax der gering kapitalisierten Werte fielen die Papiere von Gerry Weber um rund 5 Prozent. Das Profil von Chancen und Risiken sei bei dem Modeunternehmen unattraktiv, schrieb der Experte Jürgen Kolb vom Analysehaus Kepler Cheuvreux. Er verwies dabei auf schwache Umsätze im deutschen Mode-Einzelhandel im November und Dezember./la/jha/

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---