Aktien Frankfurt: Euro und Hoffnung auf Trumps Steuerpläne stützen

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Auf den höchsten Stand seit Ende Juni ist der Dax zur Wochenmitte gestiegen. Der deutsche Leitindex legte am Mittag um 0,52 Prozent auf 12 670,39 Punkte zu. Rückenwind für die Aktien kam vom Euro, der die Verluste der vergangenen Tage noch ausweitete. Mit 1,1731 Dollar fiel die Gemeinschaftswährung auf den niedrigsten Stand seit mehr als einem Monat.

Möglicherweise positionieren sich Anleger aber auch schon für Neues aus den USA. Medienberichten zufolge will US-Präsident Donald Trump an diesem Mittwoch seine lange erwarteten Steuerpläne veröffentlichen. Demnach will Trump vor allem Unternehmen deutlich entlasten.

STEUERPLÄNE KÖNNEN NEUE RALLY EINLÄUTEN

Zwar sei der Weg bis zu ihrer Realisierung noch lang, merkte Milan Cutkovic von Axitrader zu den Plänen Trumps an. Immerhin beschäftige sich der Präsident in den vergangenen Wochen jedoch wieder deutlich mehr mit diesem Projekt. "Sollten die Anleger von Trumps Plan überzeugt werden, könnte dies die Fortsetzung der Rally einleiten. Auch der DAX würde davon profitieren", schrieb der Analyst in einem Marktkommentar.

Der MDax , in dem die Aktien mittelgroßer Konzerne vertreten sind, rückte um 0,14 Prozent auf 25 716,54 Punkte vor. Der Technologiewerte-Index TecDax gab um 0,19 Prozent auf 2396,53 Zähler nach. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 0,51 Prozent auf 3554,55 Punkte.

ZUGFUSION TREIBT SIEMENS AUF ZWEIMONATSHOCH

Aktien von Siemens zählten zu den größten Gewinnern im Dax. Mit einem Plus von 2 Prozent stiegen sie auf den höchsten Stand seit zwei Monaten. Der geplante europäische Zugriese aus Alstom und der Bahnsparte von Siemens soll in den kommenden Jahren deutlich mehr Gewinn abwerfen als bisher. An der Pariser Börse zogen Alstom sogar um mehr als 6 Prozent an. Analysten äußerten sich überwiegend lobend zu dem Deal.

Ganz vorn im Dax lagen die Aktien von Banken. Deutsche Bank und Commerzbank stiegen jeweils um rund 2 Prozent. In der zweiten Reihe legten auch Deutsche Pfandbriefbank und Aareal Bank zu. Ein Händler führte die Kursgewinne auf wieder steigende Renditen an den Kapitalmärkten zurück. Damit könnten sich die Erträge der Geldhäuser im Anleihegeschäft stabilisieren, nachdem die Zinsen zuletzt stark unter Druck geraten waren.

BEI HELLA NEHMEN ANLEGER GEWINNE MIT

Daneben sorgten einmal mehr Analystenkommentare für Bewegung. So legten BMW um 0,7 Prozent zu, gestützt von einer Empfehlung des Analysehauses MainFirst. Eine Kaufempfehlung der Investmentbank Jefferies für HeidelbergCement sorgte für ein Kursplus der Aktie von 1,5 Prozent.

Die Papiere des Automobilzulieferers Hella gaben um mehr als 4 Prozent nach. Das Unternehmen hat im ersten Geschäftsquartal mit Umsatz und Gewinn die Erwartungen verfehlt. Der Kurs war zuletzt stark gestiegen und zählte zu den Favoriten von Börsianern.

VERBIO BRECHEN EIN UND BELASTEN CROPENERGIES

Papiere von GFT Technologies verloren 2,9 Prozent. Händlern zufolge hat die Bank Kepler Cheuvreux die Bewertung der Aktien des IT-Dienstleisters für die Finanzbranche mit "Reduzieren" aufgenommen. Eine Kaufempfehlung der Baader Bank ließ den Kurs von Telefonica Deutschland um 1,8 Prozent steigen.

Nach einer enttäuschenden Gewinnprognose des Biokraftstoffherstellers Verbio brach der Aktienkurs um fast 20 Prozent ein. In ihrem Sog verloren auch die Papiere von CropEnergies 2,8 Prozent und die Aktien des Mutterkonzerns Südzucker 1,5 Prozent.