Aktien Frankfurt: Auf Erholung folgen rasch wieder Verluste

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die anfängliche Erholung am deutschen Aktienmarkt hat am Montag nicht lange gehalten. Nachdem der Dax <DE0008469008> im frühen Handel um bis zu zwei Prozent gestiegen war, bröckelten die Kurse in der Folge wieder ab und der Dax drehte ins Minus. Zuletzt verlor der Leitindex 0,8 Prozent auf 11 798,78 Zähler. Vergangene Woche war der Dax wegen der Furcht vor einer Coronavirus-Pandemie um mehr als zwölf Prozent eingebrochen.

Die EU-Gesundheitsagentur ECDC hat das Risiko durch das neue Coronavirus in der Europäischen Union von moderat auf hoch heraufgestuft. Im für die weltweite Technologiebranche wichtigen Südkorea stieg die Zahl der Covid-19-Infektionen erneut um mehrere Hundert. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) forderte die Staaten zu raschem Handeln auf, um die Folgen des Virus zu begrenzen.

"Das Geschehen an den Märkten wird von Angst und Panik dominiert", sagte

Anlagestratege Michael Winkler von der St. Galler Kantonalbank. Der hektische Handel mit starken Kursschwankungen werde in den nächsten Wochen fortdauern, denn die konjunkturellen Bremsspuren des Coronavirus seien noch immer nicht abschätzbar.

Der MDax <DE0008467416> der mittelgroßen deutschen Börsenwerte sank um 0,5 Prozent auf 25 247,57 Punkte. Der EuroStoxx 50 <EU0009658145> als Leitbarometer der Eurozone lag mit 0,7 Prozent im Minus.

Aktien der Lufthansa <DE0008232125> büßten als größter Dax-Verlierer gut sechs Prozent ein. Die Airline setzt wegen des Coronavirus Flüge nach Festlandchina weiterhin aus und kappt das Flugangebot nach Italien. Auch Aktien der International Airlines Group <ES0177542018> und der Air France-KLM <FR0000031122> gaben erneut stark nach. Papiere des Triebwerkherstellers MTU verloren 4,5 Prozent.

Deutsche Bank <DE0005140008> und Commerzbank <DE000CBK1001> rutschten jeweils rund fünf Prozent ab. Die mit dem Coronavirus verbundene schwächere Konjunktur dürfte die Nachfrage nach Krediten dämpfen. Zudem dürften die immer weiter fallenden Zinsen an den Kapitalmärkten die Erträge der Geldhäuser belasten.

Aktien von Morphosys <DE0006632003> legten um ein Prozent zu. Die US-Arzneimittelbehörde will dem Unternehmen zufolge einen Antrag auf Zulassung des Antikörpers Tafasitamab in Kombination mit einem anderen Wirkstoff vorrangig prüfen.

Thyssenkrupp <DE0007500001> legten um gut ein Prozent zu. Die Investmentbank Credit Suisse hat die Aktien nach dem Verkauf der Aufzugsparte an Finanzinvestoren von "Underperform" auf "Outperform" hochgestuft. Auch die Metzler Bank äußerte sich positiv zur Thyssenkrupp-Aktie.

Teamviewer <DE000A2YN900>-Aktien verteuerten sich um 6,4 Prozent und erreichten ein Rekordhoch. Als Anbieter von Software für Videokonferenzen gilt das Unternehmen als Profiteur der Epidemie. Im SDax <DE0009653386> der kleineren Aktientitel setzten Drägerwerk <DE0005550636> die Rally vom Freitag fort. Die Papiere stiegen auf den höchsten Stand seit September 2018. Das Unternehmen stellt unter anderem Atemschutzmasken her, die derzeit sehr stark nachgefragt werden.

Nach soliden Geschäftszahlen rückten Aktien von Rheinmetall <DE0007030009> zum Start um fast zehn Prozent vor, drehten anschließend jedoch mit dem schwachen Gesamtmarkt ins Minus.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,59 auf minus 0,62 Prozent. Der Rentenindex Rex <DE0008469107> stieg um 0,15 Prozent auf 146,24 Punkte. Der Bund-Future <DE0009652644> gewann 0,37 Prozent auf 177,14 Punkte und stieg auf den höchsten Stand seit sechs Monaten.

Der Euro <EU0009652759> setzte die jüngste Rally fort und notierte bei 1,1116 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitagnachmittag auf 1,0977 Dollar festgesetzt./bek/jha/

--- Von Benjamin Krieger, dpa-AFX ---