Aktien Frankfurt Eröffnung: Aussicht auf längere Zeit hohe US-Zinsen belastet

FRANKFURT (dpa-AFX) -Die Enttäuschung an der Wall Street über die Aussagen der US-Notenbank Fed bremst am Donnerstag auch am deutschen Aktienmarkt die Kurse. An einem Tag mit vielen neuen Quartalsberichten deutscher Unternehmen fielen die Dax DE0008469008-Verluste aber moderater aus als in New York: Der Leitindex verlor in den Anfangsminuten 0,48 Prozent auf 13 192,91 Punkte. Der MDax DE0008467416 sackte deutlicher um 1,29 Prozent auf 23 445,15 Zähler ab, während der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 gut 0,8 Prozent einbüßte.

Dass die US-Notenbank Fed ihre Leitzinsen im Dezember weniger deutlich als zuletzt anheben könnte, tröstete die Anleger nicht darüber hinweg,
dass sie wohl noch eine ganze Weile hoch bleiben werden. Wasser in den Wein goss Fed-Chef Jerome Powell Powell wohl mit dem Hinweis, es sei "sehr verfrüht", um über eine perspektivisch von Anlegern erhoffte Pause bei den Zinserhöhungen nachzudenken. Man habe noch "einigen Weg" bei den Zinsen zu gehen. Es brauche Zeit und Geduld, um die Inflation zu drücken. Die US-Notenbank Fed hatte gestern ihren Leitzins wie erwartet um 0,75 Prozentpunkte angehoben.

Laut der Commerzbank stellte Powell klar, dass es nicht auf die Geschwindigkeit der Zinserhöhungen ankommt, sondern auf den finalen Hochpunkt. "Und der dürfte laut Einschätzungen der Notenbanker höher liegen als sie bislang angenommen hatten", schrieb Commerzbank-Analystin Thu Lan Nguyen. Durchwachsene Quartalsberichte konnten den Dax am Donnerstag unter diesen Umständen nicht anschieben.