Aktien Frankfurt: Dax zögerlich im Vorweihnachtshandel

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Am letzten Handelstag vor dem Weihnachtsfest halten sich die Anleger am deutschen Aktienmarkt zurück. Weil viele Händler ihre Bücher für dieses Jahr bereits geschlossen haben, waren die Umsätze dünn und die Kurs-Schwankungen klein. Gegen Mittag gab der Dax leicht um 0,14 Prozent auf 13 091,69 Punkte nach. Im Wochenvergleich steuert er damit auf ein geringfügig schwächeres Ergebnis zu.

Eine leicht belastende Rolle spielte am deutschen Aktienmarkt das Wahlergebnis in der spanischen Krisenregion Katalonien. Die separatistischen Kräfte konnten erneut eine absolute Mehrheit erringen. Deutlicher als beim Dax sorgte es aber bei spanischen Aktien für Unsicherheit, dass ein zuvor für möglich gehaltener politischer Richtungswechsel in der spanischen Krisenregion ausblieb. Der spanische Leitindex Ibex fiel um etwa 1 Prozent.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 , der auch einige spanische Werte umfasst, sank vor diesem Hintergrund um gut 0,4 Prozent. Auch die Indizes in der zweiten deutschen Börsenreihe lagen im Minus: Der MDax verlor knappe 0,07 Prozent auf 26 175,33 Zähler. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,18 Prozent auf 2533,08 Punkte bergab.

Unter den Einzelwerten erholten sich Versorgeraktien, nachdem vor allem die RWE-Papiere in den vergangenen Tagen wegen einer Gewinnwarnung der Tochter Innogy von den Anlegern abgestraft wurden. Die Titel des Energiekonzerns kletterten an der Dax-Spitze um fast 2 Prozent. Auch die Eon-Aktien lagen mit gut 0,70 Prozent im Plus.

Im Gleichschritt mit RWE erholten sich auch die Innogy-Papiere im MDax um etwa 2 Prozent von ihrem jüngsten Kursrutsch. Das Ökostrom-Unternehmen treibt seine Expansion in den USA mit einem ersten Zukauf voran. Übernommen wird das Onshore-Wind-Projektgeschäft des US-Entwicklers Everpower Wind. Über den Kaufpreis wurde allerdings nichts bekannt.

Thyssenkrupp-Aktien dagegen lagen mit knapp 1 Prozent Minus am Dax-Ende, nachdem sich der Industriekonzern mit Arbeitnehmervertretern auf die Bedingungen für eine Fusion des Stahlgeschäfts mit dem Wettbewerber Tata geeinigt hat. Weitreichende Standort- und Beschäftigungssicherungen sowie Investitionszusagen kamen am Markt nicht gut an. Nach zuletzt gutem Lauf nahmen einige Anleger ihre Gewinne mit.

Auch die Adidas-Aktien gehörten zuletzt mit 0,4 Prozent zu den Verlierern, nachdem der US-Rivale Nike am Vorabend Quartalszahlen vorgelegt hatte. Diese ergaben jedoch ein gemischtes Bild mit einem starken internationalen Geschäft, aber einem enttäuschenden Abschneiden am nordamerikanischen Heimatmarkt. Letztlich wurde es so den Anlegern erschwert, klare Rückschlüsse für Adidas zu ziehen.

Unter den Nebenwerten knüpften ElringKlinger-Papiere im SDax an ihre Rally der vergangenen Tage an. Sie kletterten an der Indexspitze um 5 Prozent, womit sie seit Dienstag schon etwa 20 Prozent an Wert gewonnen haben. Nächster Kurstreiber war zu Wochenschluss der Verkauf einer Schweizer Tochter./tih/jha/

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---