Aktien Frankfurt: Dax stagniert am letzten Handelstag eines stürmischen Jahres

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Am letzten Handelstag des turbulenten Börsenjahres 2020 haben die Anleger keine großen Sprünge mehr gewagt. Der deutsche Leitindex Dax <DE0008469008> schwankte am Mittwoch etwas um seinen Vortagesschluss und lag am Mittag minimal im Plus bei 13 767,66 Punkten, nachdem er am Vortag nach einem Rekord ein wenig geschwächelt hatte. Viele Investoren haben ihre Bücher für das Jahr schon geschlossen.

Der MDax <DE0008467416> der mittelgroßen Werte notierte am Mittwoch 0,15 Prozent höher bei 30 958,40 Punkten und der Nebenwerteindex SDax <DE0009653386> gab leicht nach. Auch diese beiden Börsenbarometer hatten am Vortag Höchststände erreicht. Der EuroStoxx 50 <EU0009658145> als Leitindex der Eurozone trat nahezu auf der Stelle.

Der Dax ist seit Jahresbeginn gerechnet bereits um rund 4 Prozent gestiegen. Die Indizes der zweiten Börsenreihe aber haben sich in diesem Zeitraum besser geschlagen: Der MDax <DE0008467416> der mittelgroßen Werte verzeichnet ein Plus von gut 9 Prozent und bei dem Nebenwerteindex SDax <DE0009653386> steht gar ein Gewinn von fast 18 Prozent zu Buche.

Den letzten Schub zum Rekord gaben dem Dax nach Weihnachten der Brexit-Deal und das US-Konjunkturpaket. Zudem wird der deutsche Leitindex seit längerem von der Hoffnung auf sichere und effektive Impfstoffe gegen das Corona-Virus gestützt. Mittlerweile haben die Impfungen in vielen Ländern begonnen. Am Dienstag durfte der Dax dann schon in Richtung der 14 000 Punkte schielen, dann aber bekamen die Anleger kalte Füße. Mit einem Rekord von 13 903 Punkten sind sie für das neue Börsenjahr eine Hypothek eingegangen, da eine erhoffte Erholung von der Virus-Krise schon vorweg genommen wird. "Dreh- und Angelpunkt bleibt die grassierende Coronavirus-Pandemie dies- und jenseits des Atlantiks", sagte Marktanalyst Timo Emden von Emden Research.

2020 war der Begriff "Corona-Pandemie" auch an der Börse das Wort des Jahres, denn der Corona-Crash von Ende Februar bis Mitte März hat schon jetzt einen festen Platz in der Historie des Leitindex. Das böse Erwachen kam ausgerechnet am Rosenmontag, dem 24. Februar. Statt ausgelassener Karnevalsfreude herrschte an der Börse auf einmal Alarmstimmung: Die rasche Ausbreitung des Virus in Ländern außerhalb Chinas riss den Dax in die Tiefe. Die steile Talfahrt endete erst gut drei Wochen später, am 16. März, bei 8255 Punkten. Erst massive Geldspritzen der Notenbanken und Regierungen für die unter Lockdowns darbende Wirtschaft brachten eine außergewöhnlich schnelle Wende.

An diesem Mittwoch nun machten die Anleger bei Autowerten Kasse. So verloren die Aktien von Daimler <DE0007100000> 0,3 Prozent. Die Anteilsscheine von BMW <DE0005190003> und Volkswagen <DE0007664039> büßten jeweils 0,7 Prozent ein. Der starke Euro <EU0009652759> wird für die Branche zum Jahreswechsel mehr und mehr zu einem Sorgenpunkt. In der vergangenen Nacht war die Gemeinschaftswährung zeitweise bis auf knapp 1,2295 US-Dollar und damit auf ein Hoch seit April 2018 gestiegen. Dies dämpft die Stimmung, weil es die Exporte heimischer Unternehmen tendenziell verteuert.

Zum Spitzenreiter im Dax avancierten die Anteilsscheine von Delivery Hero <DE000A2E4K43> mit einem Plus von rund 1 Prozent. Sie haben sich auch seit Jahresbeginn gerechnet mit einem Gewinn von aktuell gut 79 Prozent im Leitindex bislang am besten geschlagen. Das Unternehmen war erst im August für den wegen eines Bilanzskandals insolventen Zahlungsabwickler Wirecard <DE0007472060> in die erste deutsche Börsenliga aufgerückt und profitiert vom Trend hin zu Online-Essenslieferungen.

Am Tag vor Silvester endet der Handel in Frankfurt bereits um 14 Uhr. Damit kann der Dax auf weitere internationale Vorgaben erst im neuen Jahr reagieren, denn in London, Paris und New York wird auch an Silvester noch gehandelt./la/stk

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---