Aktien Frankfurt: Dax setzt Erholung fort - EZB bleibt expansiv

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax <DE0008469008> ist auch am Donnerstag auf Erholungskurs geblieben. Der deutsche Leitindex behaupte sich im Handelsverlauf recht stabil in der Gewinnzone und stieg zuletzt um 0,69 Prozent auf 15 528,17 Punkte. Dabei half, dass die Geldschleusen der Europäischen Zentralbank (EZB) wie zuvor von Anlegern erhofft weit geöffnet bleiben.

Wegen neu aufgekommener Corona-Sorgen war der Dax am Montag zeitweise bis auf 15 048 Punkte eingeknickt, übersprang nun aber zeitweise wieder seine zu Wochenbeginn durchbrochene 50-Tage-Linie. Sie gilt als Gradmesser für den mittelfristigen Trend.

Der MDax <DE0008467416> zog am Donnerstag um 1,19 Prozent auf 34 914,27 Zähler an. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> gewann 0,8 Prozent.

In der ersten Zinssitzung nach der Verabschiedung einer neuen geldpolitischen Strategie bekräftigten Europas Währungshüter ihren expansiven Kurs mit Zinsen auf Rekordtief und milliardenschweren Anleihenkäufen. Ein Ende des Zinstiefs im Euroraum ist weiterhin nicht in Sicht.

Das zu Beginn der Corona-Pandemie aufgelegte, besonders flexible Notkaufprogramm für Staatsanleihen und Wertpapiere von Unternehmen führt die EZB bis mindestens Ende März 2022 fort. Obwohl angesichts der anziehenden Konjunktur die Zweifel an der Notwendigkeit solcher Käufe wachsen, will die Notenbank das Tempo der Wertpapierkäufe im dritten Quartal erhöhen.

"Wer auf höhere Leitzinsen hofft, wird enttäuscht", konstatierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. Die Europäische Zentralbank werde ihre ultra-expansive Geldpolitik vermutlich auch die kommenden Jahre über fortsetzen. "Betongeld bleibt attraktiv. Damit wächst aber die Gefahr von Blasen an den Vermögensmärkten." Dazu gehöre der Immobilienmarkt aber auch der Aktienmarkt.

An der Dax-Spitze gewannen die Aktien von Delivery Hero <DE000A2E4K43> 5,4 Prozent. Der Online-Essenslieferdienst bekommt von der südkoreanischen Wettbewerbs- und Kartellbehörde mehr Zeit für den Verkauf seiner Südkorea-Tochter Yogiyo. Die Berliner erhielten einen Aufschub bis Anfang Januar 2022. Ursprünglich war der Verkauf, der zur Bedingung für die Übernahme des südkoreanischen Lieferdienstes Woowa gemacht worden war, für Anfang August dieses Jahres terminiert gewesen.

Im MDax hatten die Anteilsscheine der Shop Apotheke <NL0012044747> mit einem Plus von gut sieben Prozent die Nase vorn und profitierten damit von einer Kaufempfehlung der Investmentbank Jefferies. Analyst Alexander Thiel sah bei den Papieren der Onlineapotheke alle seine Bedenken hinsichtlich des Verbots von Rezeptboni und der Erreichbarkeit der Jahresziele eingepreist.

Nach einem guten ersten Halbjahr rechnet der Großküchenausrüster Rational <DE0007010803> mit einer schnelleren Erholung von der Corona-Pandemie. Damit stiegen die Papiere um mehr als drei Prozent.

Unter den Favoriten im Nebenwerteindex SDax <DE0009653386> waren die Aktien von Amadeus Fire <DE0005093108>, die ein Rekordhoch erreichten und zuletzt um gut fünf Prozent anzogen. Der Personaldienstleister erhöhte die Gewinnprognose für das laufende Jahr nach einem guten Geschäft in den ersten sechs Monaten deutlich.

Der Euro <EU0009652759> schwankte nach den geldpolitischen Entscheidungen der EZB recht deutlich und notierte zuletzt bei 1,1795 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Mittwoch auf 1,1772 (Dienstag: 1,1775) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8495 (0,8493) Euro.

Am deutschen Anleihemarkt stagnierte die Umlaufrendite bei minus 0,46 Prozent. Der Rentenindex Rex <DE0008469107> gab um 0,01 Prozent auf 145,98 Punkte nach. Der Bund-Future <DE0009652644> legte um 0,19 Prozent auf 175,80 Punkte zu./la/eas

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

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