Aktien Frankfurt: Dax schwächelt und fällt wieder unter 14 000 Punkte

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach einem starken Jahresauftakt am deutschen Aktienmarkt sind die Anleger vorsichtiger geworden. Gleich zum Handelsstart am Montag rutschte der Dax <DE0008469008> unter die Marke von 14 000 Punkten. Zur Mittagszeit gab er 0,47 Prozent auf 13 983,30 Punkte nach. In der ersten Börsenwoche war es dem deutschen Leitindex erstmals in seiner Geschichte gelungen, nicht nur die Hürde von 14 000 Punkten, sondern gleich auch die von 14 100 Punkten zu überwinden.

Der MDax <DE0008467416> für mittelgroße Werte verlor gegen Mittag 0,09 Prozent auf 31 331,18 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> ging es zugleich um 0,36 Prozent abwärts.

Sorgen bereiten den Investoren einerseits die Coronavirus-Mutationen, die verstärkt inzwischen auch außerhalb Großbritanniens und Südafrikas nachgewiesen werden. Zunehmend lauter werden daher auch die Stimmen für weitere Verschärfungen der Maßnahmen im Kampf gegen das Virus. Auch striktere und umfassendere Lockdowns sind Thema. Andererseits startet die Berichtssaison in Kürze wieder, weshalb für viele Vorsicht die Devise ist. Dabei werden die ersten bedeutenden Quartalszahlen am Freitag aus der US-Bankenbranche erwartet.

Portfolio-Manager Thomas Altmann von QC Partners sieht außerdem noch eine weitere Gefahr: "Still und heimlich steigen die Zinsen von US-Staatsanleihen immer weiter an. Und das könnte für die aktuelle Börsenrally zur Bedrohung werden." Zum einen steigen damit die Finanzierungskosten der Unternehmen, zum anderen werden Anleihen im Vergleich zu Aktien wieder zu einer Alternative.

Unter den Einzelwerten standen an diesem Montag mit vorgelegten Geschäftsberichten vor allem Unternehmen aus der zweiten und dritten Reihe im Blick: Der Fernwartungssoftware-Hersteller Teamviewer <DE000A2YN900> sowie der Online-Broker Flatexdegiro <DE000FTG1111> legten Zahlen vor. Umsatzzahlen gab darüber hinaus die Shop Apotheke <NL0012044747> bekannt. Neue Mittelfristziele gab außerdem Pfeiffer Vacuum <DE0006916604> bekannt.

Während die Papiere von Teamviewer im MDax nach frühen Gewinnen zuletzt um 0,6 Prozent nachgaben, legten die von Flatex im SDax <DE0009653386> um 2,4 Prozent zu. Die Aktie der Shop Apotheke stieg um 2,9 Prozent und die Pfeiffer-Papiere sprangen um 6,5 Prozent hoch.

Teamviewer wuchs zwar auch im vierten Quartal kräftig und übertraf seine eigenen Ziele für das Gesamtjahr 2020 leicht, doch sei dies "kein Kurstreiber", wie ein Händler sagte. Die Online-Apotheke steigerte den Umsatz 2020 stärker als erwartet und der erst seit Dezember in die Dax-Familie aufgenommene Online-Broker Flatex meldete ein Rekordjahr.

Beim Spezialisten für Vakuumpumpen Pfeiffer Vacuum teilte der Vorstand mit, für die nächsten drei bis fünf Jahre einen Anstieg des Marktanteils durch Wachstum aus eigener Kraft sowie durch Übernahmen zu erwarten.

Außerdem sorgte eine Reihe von Analystenurteilen für Aufmerksamkeit. So zählten die Papiere von BASF <DE000BASF111> sowie die des Dialysespezialisten FMC <DE0005785802> und der Mutter Fresenius <DE0005785604> zu den Schlusslichtern im Dax. Sie gaben zwischen 1,4 und 1,9 Prozent nach. JPMorgan senkte aus Bewertungsgründen den Daumen über der BASF-Aktie. "Selbst auf Basis seiner überdurchschnittlichen Gewinnschätzungen seien die Papiere des Chemieunternehmens im historischen Vergleich hoch bewertet", schrieb Analyst Chetan Udeshi. Jefferies stufte FMC auf "Underperform" ab und kappte zudem das Kursziel für das Papier von Fresenius./ck/jha/

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---