Aktien Frankfurt: Dax schrammt knapp an weiterem Rekord vorbei

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax <DE0008469008> hat einen weiteren Höchststand am Mittwoch nur knapp verpasst. Anleger wagten nach den Kursgewinnen vom Vortag keine größeren Käufe und so pendelte der Leitindex im engen Rahmen um den Schlusskurs vom Dienstag.

Mit einem zuletzt knappen Minus von 0,01 Prozent auf 15 006,50 Punkte verteidigte der Dax aber die Marke von 15 000 Punkten, die er am Dienstag erstmals übersprungen hatte. Auf Quartalssicht steuert er auf ein Plus von 9,4 Prozent zu, vor allem dank der Rally im März. Kurz vor Schluss hat er in diesem Monat bislang 8,8 Prozent gewonnen.

Der MDax <DE0008467416> schlug sich am Mittwoch besser, der Index mit den mittelgroßen Werten rückte um 0,47 Prozent auf 31 877,05 Punkte vor. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> ging es jedoch wie beim Dax leicht um 0,1 Prozent nach unten. Er bewegt sich neuerdings auf dem höchsten Niveau seit 2008.

Mit der Marke von 15 000 beim Dax sei das "große Ziel" zunächst erreicht, erklärte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. Auf diesem Niveau würde er eine Korrektur als gesund ansehen. "Zeitpunkte, an denen alle nach oben schauen, mahnende Stimmen nicht mehr gehört werden und negative Nachrichten ignoriert werden, waren in der Vergangenheit häufig Wendepunkte", betonte Altmann.

Nach dem Rekordlauf wurden positive Wirtschaftsdaten aus China aber immerhin als Stütze angesehen. Gespannt warten die Anleger nun auf eine Rede des US-Präsidenten Joe Biden, von der sie sich mehr Details zum angepeilten Infrastrukturpaket in Billionenhöhe erhoffen. "Im Wesentlichen dürfte das zusätzliche Wachstum, das aus diesem Plan kommt, an den Börsen bereits eingepreist sein", dämpfte Altmann die Erwartungen. Die Konjunkturerwartungen hatten zuletzt mit anziehenden Renditen von US-Anleihen auch einen faden Beigeschmack wegen Inflationssorgen.

Auf Unternehmensseite spielte die Musik nachrichtlich in der zweiten und dritten Börsenliga - mit einigen Nachzüglern der Berichtssaison. So bescherte dem Batteriekonzern Varta <DE000A0TGJ55> das starke Wachstum im vergangenen Jahr auch unter dem Strich ein dickes Gewinnplus. Börsianer hoben hervor, dass das bereinigte operative Ergebnis noch etwas stärker zulegte als im Februar mitgeteilt. Die Aktien zogen um 3,3 Prozent an.

Die Adler Group <LU1250154413> dagegen überraschte negativ mit seiner Dividende, die Aktien sackten im SDax <DE0009653386> um 5,1 Prozent ab. Der Immobilienkonzern sieht sich nach seiner Neuformierung im vergangenen Jahr für weiteres Wachstum gut positioniert. Allerdings sollen die Anleger trotzdem nur eine Dividende von 46 Cent je Aktie erhalten. Analysten hätten hier im Schnitt deutlich mehr erwartet, sagte ein Händler.

Die Papiere von Westwing <DE000A2N4H07> knüpften im SDax an ihre Vortagesgewinne an, indem sie um 4,3 Prozent in die Höhe schnellten. Ganz anders war die Situation beim Konkurrenten Home24 <DE000A14KEB5>, dessen Aktien um 5,9 Prozent absackten. Nachdem Westwing am Vortag einen mutmaßlich ehrgeizigen Ausblick abgegeben hatte, hieß es, seinen die Anleger mit den Signalen von Home24 nun nicht zufrieden gewesen.

Der größte SDax-Verlierer aber waren die Aktien von Elringklinger <DE0007856023>. Sie fielen am Mittwoch unter eine wichtige Unterstützung, die ihnen in den vergangenen Monaten mehrmals Rückhalt gegeben hatte. Darunter wurden sie nun durch gereicht, zuletzt betrug das Minus kräftige elf Prozent.