Aktien Frankfurt: Dax schafft vierten Rekord in Folge - Auch MDax auf Bestmarke

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Gute Börsenvorgaben aus Übersee haben dem Dax am Mittwoch den vierten Rekordstand in Folge beschert. Als hilfreich nach der gestrigen Feiertagspause erwies sich auch der weiter schwächelnde Euro , der Exporte in Länder außerhalb des Währungsraums tendenziell verbilligt.

Der deutsche Leitindex baute seine Gewinne aus: Um die Mittagszeit stand er 1,61 Prozent höher bei 13 442,46 Punkten, womit er erstmals in seiner Geschichte die Marke von 13 400 Punkten knackte. "Kurzfristig ist mit einem Anstieg bis auf mindestens 13 500 Punkte zu rechnen" hatte Marktanalyst Milan Cutkovic von AxiTrader bereits vor dem Handelsstart prophezeit. Er setzt auf eine weiter schwache Europäische Gemeinschaftswährung. Zudem könnte nach den starken Quartalszahlen von Google , Microsoft und Amazon am Donnerstag Apple überzeugen und sowohl der Wall Street wie auch dem Dax einen weiteren Schub geben.

Der MDax , in dem die Aktien mittelgroßer deutscher Konzerne vertreten sind, zeigte sich am Mittwoch ebenfalls in Rekordlaune und gewann zuletzt 1,13 Prozent auf 26 952,90 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax legte um 1,35 Prozent auf 2579,52 Zähler zu und hielt sich damit weiter auf dem höchsten Niveau seit dem Jahr 2001. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,82 Prozent auf 3704,24 Punkte bergauf.

In den USA hatten am Dienstag vor allem Kursgewinne in der Technologiebranche für stabile Kurse gesorgt und die Indizes an der Nasdaq auf Rekordstände getrieben - zur Wochenmitte winken weitere Gewinne. Auch an den Börsen Asiens ging es überwiegend nach oben.

Spannend wird es für Investoren am Mittwochabend angesichts der im Zuge des Zinsentscheides der US-Notenbank Fed erwarteten geldpolitischen Aussagen. Dabei sind insbesondere Aussagen zur möglichen Anzahl von Zinserhöhungen im kommenden Jahr von Interesse, die den Kurs des US-Dollar zum Euro bewegen könnten.

Die Aktien der Deutschen Telekom konnten indes von der guten Börsenstimmung nicht profitieren: Sie büßten 1,28 Prozent ein, nachdem das japanische Wirtschaftsblatt "Nikkei" berichtet hatte, dass der japanische Konzern Softbank nicht mehr länger an einer Fusion seiner Mobilfunktochter Sprint mit der rivalisierenden Telekom-Tochter T-Mobile US interessiert sei.

Der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge wartet Softbank auf eine Reaktion der Telekom und hofft auf eine für die Japaner vorteilhaftere Eigentümerstruktur. Dieser Schuss könnte einem Händler zufolge aber nach hinten losgehen. Denn die Telekom und ihre Tochter seien in einer starken Verhandlungsposition, so dass sich eine Verzögerung für T-Mobile US sogar vorteilhaft auswirken könnte. Sprint stehe deutlich mehr unter Druck, einen Deal abzuschließen.

Neben Unternehmensnachrichten bewegten auch Analystenkommentare. Bei Dax-Spitzenreiter Infineon stand ein Plus von 3,55 Prozent auf 24,34 Euro zu Buche, nachdem die Schweizer Bank UBS das Kursziel für die Aktie auf 26 Euro angehoben und ihre Kaufempfehlung bestätigt hatte. Die Vorzugsaktien von Volkswagen (VW) rückten nach einer Kurszielanhebung des Analysehauses Kepler Cheuvreux auf 190 Euro um 2,63 Prozent auf 160,00 Euro vor.

Im MDax gehörten die Anteilsscheine von Airbus mit plus 2,97 Prozent zu den Favoriten. Sie profitierten - wie schon am Vortag im Pariser Handel - von positiv aufgenommenen Quartalszahlen des Luftfahrt- und Rüstungskonzerns. Für die Titel des Chemikalienhändlers Brenntag ging es um 2,41 Prozent hoch, nachdem das Bankhaus Metzler sie hochgestuft hatte und nun zum Kauf rät.

Beim TecDax-notierten 3D-Druck-Spezialisten SLM Solutions stand dagegen ein Minus von 0,21 Prozent zu Buche. Hier sahen Börsianer schwache Quartalszahlen des US-Konkurrenten 3D Systems als Belastung. Dessen Aktien waren deshalb nachbörslich um knapp 15 Prozent abgesackt.

Abgeschlagenes Schlusslicht im SDax der geringer kapitalisierten deutschen Unternehmen war am Mittwoch Biotest : Die Titel des Anbieters von Plasmaproteinen und biotherapeutischen Arzneimitteln brachen wegen möglicher Probleme bei der Übernahme durch den chinesischen Investor Creat Group um knapp 11 Prozent ein.

Die Transaktion stehe vor einer tiefergehenden Prüfung durch das Committee on Foreign Investment in the United States (CFIUS), einem ressortübergreifenden Ausschuss der US-Regierung zur Kontrolle von Auslandsinvestitionen in den USA, berichtete Bloomberg unter Berufung auf informierte Kreise./gl/oca

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---