Aktien Frankfurt: Dax in ruhigem Fahrwasser ohne weiteren Rekord

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax <DE0008469008> hat eine weitere Bestmarke am Mittwoch um drei Punkte verpasst. Anleger wagten nach der jüngsten Rekordjagd keine größeren Käufe mehr und so pendelte der Leitindex am letzten Handelstag des ersten Quartals im engen Rahmen um den Schlusskurs vom Dienstag.

Mit einem Minus von 0,13 Prozent auf 14 989,26 Punkte behielt der Dax Kontakt zur Marke von 15 000 Punkten, die er am Vortag erstmals übersprungen hatte. Auf Quartalssicht steuert er auf ein Plus von 9,3 Prozent zu, vor allem dank der Rally im März. Kurz vor Schluss hat er in diesem Monat 8,7 Prozent gewonnen.

Der MDax <DE0008467416> schlug sich am Mittwoch besser, der Index mit den mittelgroßen Werten rückte um 0,21 Prozent auf 31 795,09 Punkte vor. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx <EU0009658145> dagegen ging es um 0,2 Prozent nach unten. In New York wurde der Dow Jones Industrial <US2605661048> nur wenig verändert erwartet, der technologielastige Nasdaq 100 <US6311011026> im Plus.

Mit der Marke von 15 000 beim Dax sei das "große Ziel erreicht", erklärte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. Auf diesem Niveau würde er eine Korrektur als gesund ansehen. "Zeitpunkte, an denen alle nach oben schauen, mahnende Stimmen nicht mehr gehört werden und negative Nachrichten ignoriert werden, waren in der Vergangenheit häufig Wendepunkte", warnte Altmann.

Gespannt warten die Anleger nun auf eine Ansprache des US-Präsidenten Joe Biden, von der sie sich mehr Details zum angepeilten Infrastrukturpaket in Billionenhöhe erhoffen. "Im Wesentlichen dürfte das zusätzliche Wachstum, das aus diesem Plan kommt, an den Börsen bereits eingepreist sein", dämpfte Altmann die Erwartungen. Steigender Konjunkturoptimismus hatte zuletzt mit Inflationssorgen und anziehenden Renditen von US-Anleihen auch einen faden Beigeschmack.

Am europäischen Aktienmarkt drehte sich das Bild vom Vortag, als die Papiere von Banken, Versicherern und Autokonzernen besonders gefragt waren. Allen voran verloren VW <DE0007664039> im Dax ein Prozent an Wert. Anleger setzten nun auf die am Vortag gemiedenen Sektoren mit defensivem Charakter, darunter Energie, Telekom und Pharma. RWE <DE0007037129> und Siemens Energy <DE000ENER6Y0> waren zur Mittagszeit mit Anstiegen von etwas mehr als zwei Prozent die Dax-Favoriten.

Nachrichtlich spielte die Musik auf Unternehmensseite vor allem in der zweiten und dritten Börsenliga. Die DZ Bank hatte zur Wochenmitte ihre bisherige Kaufempfehlung für die Aktien von Cancom <DE0005419105> aufgegeben, daraufhin setzten diese ihre jüngste Talfahrt fort. Mit einem Abschlag von 4,5 Prozent waren sie erstmals seit Anfang Februar wieder zu Kursen unter 50 Euro zu haben.

Einige Nachzügler der Berichtssaison wurden abgestraft. Die Papiere des Online-Möbelhändlers Home24 <DE000A14KEB5> sackten im SDax <DE0009653386> um 9,7 Prozent ab. Nachdem der Konkurrent Westwing <DE000A2N4H07> am Vortag einen mutmaßlich ehrgeizigen Ausblick abgegeben hatte, hieß es, seien die Anleger mit den Signalen von Home24 nun nicht zufrieden gewesen.

Die Adler Group <LU1250154413> überraschte außerdem negativ mit ihrer Dividende, die Aktien fielen im Kleinwerte-Index um etwa fünf Prozent. Der Immobilienkonzern sieht sich nach seiner Neuformierung im vergangenen Jahr für weiteres Wachstum gut positioniert. Allerdings sollen die Anleger trotzdem nur 46 Cent je Aktie erhalten. Analysten hätten hier im Schnitt deutlich mehr erwartet, sagte ein Händler.

Der größte Verlierer im Kleinwerte-Index waren aber die Aktien von ElringKlinger <DE0007856023>. Sie fielen am Mittwoch unter eine wichtige Unterstützung, die ihnen in den vergangenen Monaten mehrmals Rückhalt gegeben hatte. Darunter wurden sie nach unten durch gereicht, zuletzt betrug das Minus mehr als zehn Prozent.

Der Euro stabilisierte sich am Mittwoch auf seinem niedrigsten Kursniveau seit fünf Monaten, zuletzt wurden 1,1725 US-Dollar für die Gemeinschaftswährung gezahlt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Vortag auf 1,1741 Dollar und damit noch oberhalb des Tagestiefs von 1,1712 Dollar festgesetzt.

Am Rentenmarkt beruhigte sich international die Lage. Die Kurse deutscher Bundesanleihen bewegten sich nur wenig und so verharrte die Umlaufrendite auf minus 0,33 Prozent. Der Rentenindex Rex <DE0008469107> stieg um 0,01 Prozent auf 144,70 Punkte. Der Bund-Future <DE0009652644> stieg um 0,02 Prozent auf 171,23 Punkte./tih/fba

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---