Aktien Frankfurt: Dax-Rekord kommt in Reichweite

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat in der zweiten Handelswoche des Jahres an seinen guten Lauf vom Jahresbeginn angeknüpft. Angesichts starker Vorgaben aus den USA vom Freitag, wo die Börsen im späten Handel nochmals auf Rekordstände geklettert waren, stehen die Kursampeln auch am deutschen Markt weiter auf grün.

Der deutsche Leitindex sprang am Montag schon kurz nach der Eröffnung über 13 400 Punkte und stand am Nachmittag 0,25 Prozent höher bei 13 353,57 Zählern. Überraschend gesunkene Industrieaufträge aus Deutschland hinterließen keine negativen Spuren. Die Wirtschaftsstimmung im Euroraum hatte sich im Dezember dagegen abermals von hohem Niveau aus verbessert. Auch positiv für den Aktienmarkt: Der Euro gab zum US-Dollar nach, was die Exportchancen von Unternehmen aus dem Euroraum generell erhöhen kann.

Bis zu seinem Rekordhoch vom vergangenen November bei 13 525 Punkten fehlt dem Dax nicht mehr allzu viel. In der ersten Handelswoche des Jahres hatte er bereits um gut 3 Prozent zugelegt.

Die Aufwärtsbewegung, in deren Verlauf das Barometer etliche Widerstände überwunden habe, sei beeindruckend, erklärte Analyst Christian Schmidt von der Helaba. Laut Marktexperte Jochen Stanzl von CMC Markets wäre es nun aus charttechnischer Sicht ein wichtiges Signal, wenn der Dax zum Handelsschluss über dem bisherigen Widerstand von 13 350 Punkten stehen würde, wo er im Dezember seine Rally abgebrochen habe.

Der MDax der 50 mittelgroßen Börsentitel stieg zuletzt um 0,07 Prozent auf 27 036,75 Punkte. Der TecDax kletterte um 0,83 Prozent auf 2664,42 Zähler. Einen Rekord mit 12 317,00 Punkten erreichte im frühen Handel der Kleinwerteindex SDax , der zuletzt bei 12 291,89 Punkten und einem Plus von 0,26 Prozent notierte.

Im Dax wurde das Kurstableau von den Automobilwerten angeführt. Mit BMW und Daimler lagen zwei Branchenwerte auf den vorderen Rängen. Hier sorgte die robuste Konjunktur erneut für Rückenwind. BMW-Aktien gewannen an der Dax-Spitze 1,40 Prozent. Daimler-Papiere rückten um 1,06 Prozent vor. Continental gewannen knapp 1 Prozent. Der Autozulieferer und Reifenhersteller dürfte nach Ansicht von Finanzexperten wie vom Unternehmen versprochen ein starkes Schlussquartal hingelegt haben. Dennoch rechnen Analysten mit den ersten Eckdaten für 2017 an diesem Dienstag wieder einmal mit einem nur vorsichtigen Ausblick.

Schwäche zeigten wie schon am Freitag die Aktien der Deutschen Bank - sie fielen um weitere 1,29 Prozent. Eine Abstufung von "Buy" auf "Hold" durch die Großbank HSBC belastete dabei. Am Freitag hatte das Geldhaus die Börsianer auf ein schwaches viertes Quartal vorbereitet. Zudem sorgte am Montag ein Pressebericht, wonach Großaktionär Cerberus offenbar nicht auf eine Fusion zwischen der Deutschen Bank und der Commerzbank hinarbeite, für einen Dämpfer. Commerzbank-Titel verloren am Dax-Ende 1,63 Prozent.

An der TecDax-Spitze gewannen Wirecard-Aktien 4,79 Prozent. Eine Kooperation sowie ein positiver Analystenkommentar beflügelten. Wirecard wird zusammen mit einem Partner eine Stadion-Dauerkarte mit kontaktloser Bezahlfunktion auf dem britischen Sportmarkt einführen. Die Evotec-Aktien verteuerten sich um gut 2 Prozent. Das Biotech-Unternehmen erhielt aus einer Kooperation mit dem französischen Pharmariesen Sanofi eine Meilensteinzahlung.

Die Anteile des Windanlagenbauers Nordex verteidigten am Nachmittag ihr kräftiges Kursplus von fast 3 Prozent auch dank positiven Meldungen aus der Branche. So rechnet der dänische Konkurrent Vestas aufgrund eines starken Auftragseingangs mit einem deutlich höheren Bargeldzufluss als ursprünglich geplant.

Im MDax verloren die Anteile von Südzucker nach einem negativen Analystenkommentar rund viereinhalb Prozent.

Am Rentenmarkt stagnierte die Umlaufrendite bei 0,30 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,1 Prozent auf 140,51 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,19 Prozent auf 161,92 Punkte. Der Euro kostete zuletzt 1,1975 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitag auf 1,2045 (Donnerstag: 1,2065) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8302 (0,8288) Euro./ajx/jha/

--- Von Achim Jüngling, dpa-AFX ---