Aktien Frankfurt: Dax profitiert nur kurz von Bericht über Bidens Budget-Pläne

·Lesedauer: 4 Min.

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax <DE0008469008> hat am Donnerstag nicht nachhaltig von einem Zeitungsbericht zu den Budgetplänen von US-Präsident Joe Biden profitiert. Der deutsche Leitindex drehte am Nachmittag nur kurz ins Plus, rutschte dann aber schnell wieder in negatives Terrain - zuletzt stand ein Minus von 0,24 Prozent auf 15 412,94 Punkte zu Buche. Für den MDax <DE0008467416> ging es um 0,46 Prozent auf 32 930,56 Punkte hoch. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> gewann 0,20 Prozent auf 4039,56 Zähler.

Der "New York Times" zufolge will Biden am Freitag für das Steuerjahr 2022 einen Entwurf für ein Rekordbudget von sechs Billionen US-Dollar vorlegen, um seine weitreichenden Investitionspläne für die Infrastruktur, das Bildungs- und das Gesundheitssystem zu finanzieren. Bis zum Steuerjahr 2031 solle das Budget zudem auf 8,2 Billionen Dollar steigen.

Schon am Dienstag hatte der Dax seine im frühen Handel erreichte Bestmarke nicht halten können und nur ein knappes Plus ins Ziel gerettet - zur Wochenmitte fehlte es ihm erneut an Schwung.

Im Fokus standen am Donnerstag wieder einmal die Aktien von Bayer <DE000BAY0017>. Sie büßten am Dax-Ende gut viereinhalb Prozent ein, nachdem die Leverkusener im US-Rechtsstreit um angebliche Krebsrisiken des glyphosathaltigen Unkrautvernichters Roundup einen weiteren Rückschlag erlitten hatten. Geschockt zeigten sich die Anleger allerdings nicht davon, dass Richter Vince Chhabria eine Beilegung künftiger Streitigkeiten nicht genehmigte. Er hatte sich bereits zuvor skeptisch gegenüber einem Vergleichsentwurf zum Umgang mit künftigen Glyphosat-Klagen in den USA gezeigt. Bayer kündigte in der Folge nun eine Reihe von Maßnahmen zur Lösung potenzieller künftiger Glyphosat-Klagen auf anderen Wegen an.

Dass der ehemalige Mehrheitseigner Kering <FR0000121485> seine Puma-Beteiligung <DE0006969603> weiter reduziert, ließ die Aktien des Sportartikelherstellers um rund zwei Prozent auf 91,68 Euro sinken - das bedeutete einen der hinteren Plätze im MDax. Mit 94,86 Euro hatten sie am Dienstag noch ein Rekordhoch erreicht. Der Luxusgüterkonzern platzierte rund 8,9 Millionen Aktien, was einem Anteil von 5,9 Prozent entspricht, und hält nun noch rund vier Prozent an Puma. Für diese Anteile gilt eine Haltefrist von 90 Tagen. Commerzbank-Analyst Andreas Riemann geht davon aus, dass sie dann ebenfalls zum Verkauf stehen könnten.

Bei den Papieren von Hugo Boss <DE000A1PHFF7> sorgten jäh abgekühlte Übernahmefantasien für ein Minus von gut einem halben Prozent. Der britische Sportmodehersteller und Großaktionär Frasers hatte mitgeteilt, er beabsichtige nicht, für den Modekonzern zu bieten. Über eine mögliche Übernahme war in der Vergangenheit mehrfach spekuliert worden. Zuletzt berichtete der "Telegraph" vergangenen Freitag, Frasers erwäge eine Offerte.

Dagegen setzten sich Airbus-Titel <NL0000235190> mit einem Plus von knapp achteinhalb Prozent an die Index-Spitze. Der Flugzeugbauer bereitet sich weiter auf die Zeit nach der Covid-19-Pandemie vor und hat seine Produktionspläne präzisiert. "Airbus geht weiterhin davon aus, dass sich der Markt für Verkehrsflugzeuge zwischen 2023 und 2025 wieder auf das Niveau von vor Covid-19 erholen wird", teilte das Unternehmen mit.

Der Gewerbeimmobilien-Spezialist Aroundtown <LU1673108939> erlitt im ersten Quartal zwar einen operativen Gewinneinbruch (FFO 1) um rund ein Drittel. Bereinigt um die Folgen der Corona-Effekte wie Mietausfälle betrage der Rückgang aber nur zwei Prozent, so das Unternehmen. Das Ergebnis fiel damit im Wesentlichen im Rahmen der Erwartungen des Unternehmens und der Experten aus. Die Prognose für das laufende Jahr wurde bestätigt. Die Aktien gewannen rund ein Prozent.

Im Nebenwerte-Index SDax <DE0009653386> dämmten die Anteilsscheine der Hornbach Holding <DE0006083405> ihr Minus zuletzt auf knapp ein Prozent ein. Der Baumarktkonzern geht für das laufende Geschäftsjahr von einem Umsatz in etwa auf dem Niveau des Vorjahres aus. Das um Sonderfaktoren bereinigte Ergebnis (Ebit) soll unter dem Vorjahreswert liegen, jedoch das Ergebnis aus dem Jahr 2019/20 "erheblich" übertreffen.

Der Euro <EU0009652759> kostete zuletzt 1,2193 Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Mittwoch auf 1,2229 Dollar festgesetzt. Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,25 Prozent am Vortag auf minus 0,26 Prozent.

Der Rentenindex Rex <DE0008469107> stieg um 0,01 Prozent auf 144,44 Punkte. Der Bund-Future <DE0009652644> verlor 0,18 Prozent auf 169,94 Punkte./gl/mis

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.