Aktien Frankfurt: Dax präsentiert sich zum Wochenschluss orientierungslos

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben sich zum Wochenschluss mit Engagements zurückgehalten. Der deutsche Leitindex Dax pendelte um seinen Schlusskurs vom Vortag und stand am frühen Freitagnachmittag 0,08 Prozent höher bei 12 306,09 Punkten.

Tags zuvor war das Börsenbarometer noch bis auf 12 363 Punkte gestiegen, bevor die Gewinne letztlich deutlich zusammenschmolzen. Auf Wochensicht deutet sich damit ein Plus von gut 1 Prozent an.

NORDKOREA BLEIBT IM BLICK

Vor dem Wochenende wollten die Anleger keine Risiken eingehen, schrieb Marktanalyst Craig Erlam vom Handelshaus Oanda. Schließlich könnte Nordkorea den Staatsgründungstag am kommenden Samstag zum Anlass nehmen, militärische Stärke zu demonstrieren und so den Konflikt mit den USA ein weiteres Mal anheizen.

Der MDax der mittelgroßen Werte gab am Freitagnachmittag entsprechend um 0,11 Prozent auf 24 784,35 Punkte nach. Der Technologiewerte-Index TecDax sank um 0,18 Prozent auf 2332,46 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 trat zuletzt nahezu auf der Stelle.

THYSSENKRUPP AN DER DAX-SPITZE

Investment-Analyst Uwe Streich von der Landesbank Baden-Württemberg blieb aber optimistisch: "Falls der Konflikt um Nordkorea nicht eskaliert und es weiter 'nur' bei Kriegsrhetorik und Säbelrasseln bleibt, besteht die berechtigte Hoffnung, dass sich der September 2017 - allen Unkenrufen zum Trotz - von seiner besseren Seite zeigen könnte." Statistisch betrachtet gilt der September als schwächster Börsenmonat des Jahres.

Im Dax hatten am Freitag die Aktien von Thyssenkrupp mit einem Plus von knapp 2 Prozent die Nase vorn. Der Industriekonzern hatte tags zuvor mit dem endgültigen Abschluss des Verkaufs seines brasilianischen Stahlwerks einen Schlussstrich unter eine milliardenschwere Fehlinvestition gezogen. Analyst Bastian Synagowitz von der Deutschen Bank sprach nun von einem wichtigem Schritt, der die finanzielle Belastung und die Unsicherheit um die Umstrukturierung des Unternehmens verringere.

LEONI SACKEN AB

Derweil zog eine Verkaufsempfehlung der Schweizer Großbank UBS die Papiere des Kabelherstellers Leoni um rund 6 Prozent nach unten. Damit waren sie der mit Abstand schwächste Wert im MDax. Analyst Julian Radlinger hält die Anteilsscheine des auf die Autoindustrie ausgerichteten Unternehmens für massiv überbewertet. Die allgemeine Erwartung sei falsch, dass in Elektrofahrzeugen letztlich mehr Kabel verbaut würden als in Autos mit Verbrennungsmotor.

Im TecDax waren die Aktien des Mobilfunkers Drillisch zwischenzeitlich auf ein Rekordhoch geklettert und lagen zuletzt noch gut 1 Prozent im Plus. Analystin Heike Pauls von der Commerzbank betonte das Potenzial durch Einspareffekte angesichts des Schulterschlusses mit dem Telekomkonzern United Internet und empfahl die Drillisch-Papiere zum Kauf.

EURO KLAR ÜBER 1,20 US-DOLLAR

Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite von 0,15 Prozent am Vortag auf 0,12 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,18 Prozent auf 142,07 Punkte. Der Bund Future gab um 0,13 Prozent auf 162,94 Punkte nach. Der Euro notierte bei 1,2061 US-Dollar. Der Dollar kostete damit 0,8291 Euro. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Donnerstag auf 1,1971 (Mittwoch: 1,1931) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8354 (0,8382) Euro gekostet./la/das

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---