Aktien Frankfurt: Dax leidet weiter unter dem starken Euro

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der starke Euro drückt weiterhin die Stimmung am deutsche Aktienmarkt. Nach einem freundlichen Start knüpfte der Leitindex Dax am Donnerstag an seinen jüngsten Abwärtstrend an und fiel bis zum frühen Nachmittag um 0,47 Prozent auf 12 587,55 Punkte. Der Eurokurs schwankte zuletzt um die Marke von 1,14 US-Dollar. Eine stärkere Gemeinschaftswährung kann die deutschen Exporte erschweren.

"Der Dax bleibt angeschlagen", schrieb Marktanalyst Jochen Stanzl vom Handelshaus CMC Markets. Zur Wochenmitte war das Börsenbarometer bereits zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand seit Ende Mai abgesackt.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen fiel um 0,82 Prozent auf 24 622,08 Zähler. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,49 Prozent auf 2210,16 Punkte nach unten.

BANKEN GEFRAGT

Im frühen Handel hatten sich die Anleger noch über die deutliche Erholung der Technologiewerte an der Wall Street gefreut. Gute Nachrichten kamen auch aus der Finanzwelt: Erstmals haben alle großen Banken in den USA den jährlichen Stresstest der amerikanischen Notenbank bestanden. Sie erhielten von der Fed grünes Licht, in großem Stil Geld in Form von Dividenden oder Aktienrückkäufen an ihre Investoren auszuschütten.

Vor diesem Hintergrund versammelten sich hierzulande die Bankaktien an der Spitze des Dax. So gewannen die Papiere der Deutschen Bank und der Commerzbank rund 2 beziehungsweise fast 3 Prozent. Letztere notierten damit wieder auf dem Niveau von November 2015.

Schlusslicht im Dax waren die Aktien des Versorgers RWE mit einem Minus von fast 3 Prozent. Damit verzeichnen die seit Jahresbeginn sehr gut gelaufenen Anteilscheine den inzwischen neunten Verlusttag in Folge. Im Sog dessen büßten die Aktien des Wettbewerbers Eon mehr als 2 Prozent ein.

AURUBIS AN DER MDAX-SPITZE

An der MDax-Spitze zogen die Papiere von Aurubis um gut 2 Prozent an. Vorstandschef Jürgen Schachler will den Gewinn bei dem Kupferkonzern überraschend deutlich steigern. Zudem spielten Zukäufe für die Weiterentwicklung "eine wichtige Rolle", sagte er der "Börsen-Zeitung"; eine Kapitalerhöhung sei nicht notwendig.

Am Indexende notierten die Anteilscheine der Deutschen Euroshop nach der Zahlung der Dividende bei 34,42 Euro. Der Betreiber von Shoppingzentren schüttet 1,40 Euro je Anteil aus.

BUND-FUTURE FÄLLT

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,21 Prozent am Vortag auf 0,23 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,11 Prozent auf 140,90 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,54 Prozent auf 162,49 Punkte. Der Euro notierte zuletzt bei 1,1404 US-Dollar. Der Dollar kostete damit 0,8769 Euro. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Mittwoch auf 1,1375 (Dienstag: 1,1278) US-Dollar festgesetzt./la/das

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---