Aktien Frankfurt: Dax leicht im Minus - Kein Handel in den USA

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Am deutschen Aktienmarkt ist der Erholungsversuch vom Montag größtenteils verpufft: Der Dax hatte am Dienstag nur kurz den Sprung ins Plus geschafft und stand zuletzt wieder 0,16 Prozent im Minus bei 12 454,94 Punkten.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen verlor 0,17 Prozent auf 24 660,00 Zähler. Für den Technologiewerte-Index TecDax aber ging es um 0,23 Prozent auf 2212,35 Punkte nach oben. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 wiederum fiel um 0,13 Prozent.

TECH-WERTE WEITER UNTER DRUCK

Am Dienstag nun fehlt wegen des US-Feiertages frischer Schwung von der tonangebenden Wall Street. Bereits zu Wochenbeginn hatten die Technologiewerte an der Nasdaq einmal mehr Schwäche gezeigt, so dass der Auswahlindex Nasdaq 100 auf das tiefste Niveau seit Mitte Mai abgerutscht war. Hier diskutieren die Anleger seit Wochen über das oft als zu hoch erachtete Bewertungsniveau.

Markus Huber, Händler für City of London Markets, begründete die leichten Kursverluste im Dax zudem mit der trüben Stimmung an den asiatischen Börsen. Dort hatte der neuerliche nordkoreanische Raketentest die Anleger aufgeschreckt.

STADA ZIEHEN AN

Derweil stemmten sich die Aktien von Stada gegen den schwachen Gesamtmarkt und stiegen um 2,26 Prozent auf 63,91 Euro. Der Übernahmekampf um den Pharmakonzern könnte bald in eine neue Runde gehen. Nur wenige Tage nach der gescheiterten ersten Offerte bringen sich Bain Capital und Cinven wieder in Stellung. Die beiden Finanzinvestoren erwägen, bei der Finanzaufsicht einen Antrag auf Befreiung von der einjährigen Sperrfrist zur Abgabe eines erneuten Übernahmeangebots zu stellen.

Gerüchte darüber hatten schon kurz nach dem Scheitern des ersten Angebots die Runde gemacht. Das Investorenduo hatte die erforderliche Annahmequote von 67,5 Prozent nur um rund 2 Prozentpunkte verfehlt. Nun berichtete die "Financial Times" unter Berufung auf informierte Kreise, dass der Preis bei 66 Euro je Aktie bleibe, jedoch die Mindestannahmeschwelle auf 65 Prozent oder darunter gesenkt werden könnte. Zudem kam es bei Stada zu einer Personalrochade: Sowohl der Vorstandsvorsitzende Matthias Wiedenfels als auch der Finanzchef Helmut Kraft legten mit sofortiger Wirkung ihre Ämter nieder.

WIRECARD SCHNELLEN AN TECDAX-SPITZE

Einsamer Spitzenreiter im TecDax waren die Papiere von Wirecard mit einem Sprung von 5,66 Prozent nach oben. Analyst Sebastien Sztabowicz von der Investmentbank Kepler Cheuvreux gab der Erholung der Aktien weiteren Auftrieb und lobte Wirecard als "fantastische Wachstumsstory". Zudem verwiesen Börsianer als Antrieb auf Übernahmegerüchte rund um den britischen Wettbewerber Worldpay .

Im SDax der gering kapitalisierten Werte zogen die Aktien von Grenke um rund 2,5 Prozent an. Der Leasingspezialist hatte sich optimistischere Wachstumsziele gesetzt.

Am Dax-Ende schließlich fielen die Papiere von RWE um mehr als 1 Prozent. Die Anteilsscheine des Versorgers knüpften damit wieder an ihre jüngste Verlustserie an./la/stb

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---