Aktien Frankfurt: Dax lässt es zum Ende des guten Börsenjahres ruhig angehen

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax <DE0008469008> hat sich am verkürzten letzten Handelstag des Jahres ohne Schwung präsentiert. Am Donnerstag notierte der deutsche Leitindex um die Mittagszeit 0,03 Prozent im Minus bei 15 848,13 Punkten. Für den MDax <DE0008467416> der mittelgroßen Unternehmen ging es um 0,20 Prozent auf 35 076,17 Punkte nach unten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> gewann hingegen 0,28 Prozent auf 4296,77 Zähler.

Schon zur Wochenmitte hatte der Dax einer fünftägigen Erholungsrally etwas Tribut gezollt. Die Anleger blicken indes ungeachtet aller Widrigkeiten auf ein erfolgreiches Börsenjahr zurück: Trotz der anhaltenden Corona-Pandemie und der Aussicht auf steigende Leitzinsen in den USA steht ein Plus von fast 16 Prozent für den Leitindex zu Buche. Sein Rekordhoch hatte er Mitte November bei 16 290 Zählern markiert. Der MDax bringt es auf einen Jahresgewinn von knapp 14 Prozent. An diesen Werten dürfte sich nicht mehr viel ändern, da der Handel bereits um 14.00 Uhr endet.

Einzelwerte wurden vor allem von sogenannten "Window Dressing"-Maßnahmen bewegt. Darunter verstehen Börsianer Käufe und Verkäufe von Aktien, die bis dato besonders gut beziehungsweise schlecht gelaufen sind, um in der Jahresendabrechnung möglichst gut dazustehen.

Im Dax war dies etwa bei Sartorius <DE0007165631> und Merck KGaA <DE0006599905> zu beobachten - beides Profiteure der Corona-Pandemie. Die Aktien des Labordienstleisters und Pharmazulieferers Sartorius - seit Jahresbeginn ohnehin größter Gewinner im deutschen Leitindex - stiegen zuletzt um fast ein Prozent, womit sie auch tagesaktuell Spitzenreiter sind. Für die ebenfalls gut gelaufenen Titel des Pharma- und Spezialchemiekonzerns Merck ging es zuletzt um 0,4 Prozent hoch - die Aktien stellten erneut eine historische Bestmarke auf.

Die im Jahresverlauf ähnlich starken Anteilsscheine von Siemens Healthineers <DE000SHL1006> notierten indes knapp im Minus. Händler verwiesen zwar auf die Notfallzulassung für einen neuen Corona-Schnelltest der Siemens-Tochter in den USA, der zur ohnehin guten Stimmung für die Aktie beitrug. Die Nachricht sei allerdings "keine große Sache", hieß es.

Die Titel des Halbleiterkonzerns Infineon <DE0006231004> legten um 0,3 Prozent zu. Ein Börsianer verwies auf Warnungen von Samsung Electronics und Micron, dass der anhaltende Lockdown in der chinesischen Metropole Xi’an die Halbleiterproduktion weiter beeinträchtigen könnte. Die Region stehe für rund zehn Prozent der weltweiten Produktionskapazitäten für sogenannte NAND-Chips, betonte der Experte. Er erinnerte indes daran, dass Infineon <DE0006231004>-Vorstand Helmut Gassel bereits in einem Interview am Vortag vor möglicherweise bis Ende 2022 anhaltenden Lieferengpässen gewarnt hatte.

Derweil zählte Siemens Energy <DE000ENER6Y0> mit einem Kursminus von knapp einem Prozent die Verliererliste im Dax an. Im Jahresvergleich ist der Energiekonzern sogar Index-Schlusslicht. Die Probleme der Windkraft-Tochter Siemens Gamesa <ES0143416115> sowie die anhaltende Restrukturierung in der Energietechnik machten der Siemens-Tochter 2021 schwer zu schaffen.

Auch im MDax profitierten einige gut gelaufene Werte von der anhaltenden Gunst der Anleger, wogegen schwach gelaufene Titel aus den Depots geworfen wurden. So legte mit den Aktien des auf die Baubranche spezialisierten Softwareanbieters Nemetschek <DE0006452907> einer der bisherigen Favoriten um weitere 0,9 Prozent zu.

Dagegen büßten die Anteilsscheine von Schlusslicht Lufthansa <DE0008232125> mehr als zwei Prozent ein. Die Fluggesellschaft ist besonders stark von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen und steht deshalb auf Jahressicht in der Rangliste ebenfalls weit unten.

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