Aktien Frankfurt: Dax kommt zur Ruhe vor 'Hexensabbat'

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Kaum bewegt waren die wichtigsten deutschen Aktienindizes vor dem "Hexensabbat" am Freitagmittag. Der "große Verfalltag", an dem gegen Mittag verschiedene Terminkontrakte auf Indizes und Aktien an der Derivatebörse Eurex auslaufen, kann für starke Kursausschläge sorgen, weshalb sich Investoren kurz zuvor lieber zurückhalten. Auch ein neuerlicher Raketentest Nordkoreas löste keine Unruhe unter den Anlegern aus.

Der Dax notierte zuletzt 0,15 Prozent höher bei 12 558,89 Punkten. Für den MDax , in dem die Aktien mittelgroßer Unternehmen vertreten sind, ging es um 0,14 Prozent auf 25 318,11 Punkte aufwärts. Der Technologiewerte-Index TecDax legte um 0,04 Prozent auf 2369,76 Zähler zu. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 rückte um 0,13 Prozent vor.

VERSORGER NACH ANALYSTENSTUDIE IM MINUS

Aus Branchensicht fielen die Aktien der deutschen Energieversorger mit überdurchschnittlichen Einbußen auf. Eine Branchenstudie der Societe Generale nahm ihnen weiteren Wind aus den Segeln. So fielen die Papiere von Innogy um 1,2, jene von Uniper um 1,4 und RWE-Aktien am Dax-Ende um 1,5 Prozent. Die Anteilsscheine von Eon hielten sich dagegen mit plus 0,2 Prozent wacker. Analyst Lüder Schumacher hatte seine Kaufempfehlungen für Uniper, Eon und RWE nach den deutlichen Kursgewinnen im bisherigen Jahresverlauf gestrichen.

Siltronic-Aktien knüpften an ihre deutlichen Vortagesgewinne an und verteuerten sich als TecDax-Spitzenreiter um 4,3 Prozent. Die Münchener hatten am Donnerstag mitgeteilt, seine Aktionäre an der "erfreulichen Geschäftsentwicklung" beteiligen und künftig 40 Prozent des Konzerngewinns ausschütten zu wollen. Siltronic war 2015 an die Börse gegangen und hatte das vergangene Jahr mit Rekordwerten abgeschlossen. Das Unternehmen stellt Wafer her, die die Basis für Computerchips bilden.

AIR BERLIN BRÖCKELN NACH RALLY AB - ENDE DER BIETERFRIST

Auch die zuletzt arg gebeutelten Aktien von Air Berlin setzten ihren Höhenflug zunächst fort. Nachdem sie am Vortag bereits um 36 Prozent hochgeschossen waren, legten sie am Freitagmorgen in der Spitze um weitere 17 Prozent zu, bröckelten danach aber stark ab. Gegen Mittag verbuchten sie nur noch ein Kursplus von 1 Prozent.

Einen Monat nach dem Insolvenzantrag endet bei der Fluggesellschaft an diesem Freitag die Frist für Angebote der Kaufinteressenten. Air Berlin verhandelt seit Wochen mit der Lufthansa und weiteren Interessenten über den Verkauf von Unternehmensteilen. Eine Entscheidung soll am 25. September, dem Tag nach der Bundestagswahl fallen./edh/stb

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---