Aktien Frankfurt: Dax kämpft wegen Iran-Krise um 13000 Punkte

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran hat die Anleger am deutschen Aktienmarkt am Montag weiter verunsichert. Der Dax <DE0008469008> rutschte zeitweise unter die 13 000-Punkte-Marke und damit auf ein Tief seit vier Wochen. Zuletzt konnte er die runde Marke mit 13 041,40

Zählern aber wieder behaupten. Das entsprach aber immer noch einem Kursverlust von 1,34 Prozent im Vergleich zum Freitag.

Die Marktschwäche erstreckte sich am Montag auf ganz Europa und auch auf den breiten Markt. Der MDax <DE0008467416> der mittelgroßen deutschen Werte gab um 1,56 Prozent auf 28 008,48 Punkte nach. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx <EU0009658145> fiel um etwa 1 Prozent.

Nach der Tötung des iranischen Generals Ghassem Soleimani in Bagdad hat das irakische Parlament die Regierung am Sonntag aufgefordert, ausländische Truppen aus dem Land zu verweisen. Für den Fall eines feindseligen Rauswurfs von 5000 im Irak stationierten US-Soldaten drohte US-Präsident Donald Trump dem bisherigen US-Verbündeten mit Sanktionen "wie nie zuvor". Auch den Iran warnte er erneut vor Racheakten.

"Die Zuspitzung des Konflikts lässt die Risikoaversion an den Finanzmärkten schon wieder ansteigen", schrieb Devisenanalystin Antje Praefcke von der Commerzbank in einem Kommentar. Laut den Experten des Bankhauses Metzler verkompliziert eine Truppen-Ausweisung im Irak die Lage weiter. Sie betonten, die Eskalation habe an den Märkten eine Flucht in sichere Anlagehäfen zur Folge. Diese trieb Anleger heraus aus Aktien und hinein in Staatsanleihen.

Auch der Ölpreis wurde am Montag aus Sorge vor Lieferengpässen weiter nach oben getrieben. Wie schon am vergangenen Freitag stützte dies die europäischen Ölwerte, Fluglinien dagegen wurden erneut vom befürchteten Anstieg der Treibstoffkosten belastet. Die Aktien der Lufthansa <DE0008232125> fielen um 2,7 Prozent auf ein Tief seit Mitte Oktober.

Allgemein tendierten Anleger dazu, Aktien aus konjunkturempfindlicheren Branchen abzustoßen. Die Titel des Chipherstellers Infineon <DE0006231004> fielen um 3 Prozent, jene des Chemiekonzerns Covestro <DE0006062144> waren mit einem etwa 5-prozentigen Abschlag das Dax-Schlusslicht. Der deutsche Leitindex blieb ganz ohne Gewinner.

Nach der ruhigen Zeit rund den Jahreswechsel mehrten sich zudem wieder die Analystenstimmen. Im MDax entwickelten sich die Papiere von Telefonica Deutschland <DE000A1J5RX9> nach einer Kaufempfehlung der HSBC-Analysten mit einem Kursplus von einem halben Prozent immerhin freundlich. Analyst Christian Fangmann rechnet damit, dass die Geschäfte des O2-Netzinhabers in diesem Jahr wieder an Schwung gewinnen.

Metro <DE000BFB0019> dagegen litten im MDax mit minus 5,2 Prozent unter einem negativen Votum der Bernstein-Experten. Analyst Bruno Monteyne kritisierte in seiner Studie eine strukturell schwache Aufstellung des Handelskonzerns. Erstmals seit einem Jahr näherte sich die Aktie am Montag wieder der 13-Euro-Marke.

Der Euro <EU0009652759> hat sich am Montag etwas von seinen Verlusten in der vergangenen Woche erholt. Die Gemeinschaftswährung kostete zuletzt 1,1199 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitag auf 1,1147 Dollar festgesetzt.

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite bei minus 0,30 Prozent. Der Rentenindex Rex <DE0008469107> stieg um 0,03 Prozent auf 144,19 Punkte. Der Bund-Future <DE0009652644> gab knapp um 0,01 Prozent auf 172,30 Punkte nach./tih/mis

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---