Aktien Frankfurt: Dax kämpft um Stabilisierung - Starker Euro bleibt im Fokus

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax kämpft nach seinen jüngsten Verlusten um eine Stabilisierung. Zwar stützten Beobachtern zufolge die überwiegend freundlichen asiatischen Aktienmärkte und die jüngsten Kursgewinne an der US-Technologiebörse Nasdaq den deutschen Leitindex. Vor der morgigen Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) dürfte der Dax aber Mühe haben, in Schwung zu kommen, schrieb Marktanalyst Milan Cutkovic von AxiTrader.

Um die Mittagszeit stand der Dax 0,06 Prozent im Plus bei 12 437,80 Punkten. Nach einem verhaltenen Wochenauftakt hatte er am Dienstag sichtbar unter dem anziehenden Eurokurs gelitten, der tendenziell die Exportchancen europäischer Unternehmen in Ländern außerhalb des Währungsraums beeinträchtigt: Mit minus 1,25 Prozent stand der größte Tagesverlust seit Ende Juni zu Buche.

EUROKURS BLEIBT IM FOKUS VOR EZB-SITZUNG

Die EZB dürfte sich etwas optimistischer zeigen und signalisieren, dass ein Ende der konjunkturstützenden Geldpolitik "nicht mehr allzu weit entfernt ist", glaubt Cutkovic. Dennoch werde der Euro wohl gefragt bleiben. Zuletzt schwächelte die Gemeinschaftswährung zwar etwas, behauptetet sich aber klar über 1,15 US-Dollar. Bei weiteren Dax-Abschlägen sehen Börsianer die nächste Unterstützungszone um die 12 300 Punkte. Bis auf fast diese Marke war der Index jüngst bereits zweimal gefallen.

Für den MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen ging es am Mittwoch um 0,18 Prozent auf 24 921,45 Punkte hoch. Der Technologiewerte-Index TecDax gewann 0,30 Prozent auf 2285,59 Zähler und der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 rückte um 0,15 Prozent auf 3483,83 Punkte vor.

Nachrichtenseitig war es zur Wochenmitte eher ruhig. Aus Konjunktursicht dürfte die Anleger vor allem der am Nachmittag anstehende, wöchentliche Ölbericht aus den USA interessieren. So hatten zuletzt schwankende Ölpreise auch die Stimmung an der Börse immer wieder belastet.

UBS-ABSTUFUNG BELASTET COMMERZBANK - RATIONAL ZOLLT RALLY TRIBUT

Mangels Unternehmensnachrichten sorgten vor allem Analystenkommentare für Kursbewegungen bei Einzelwerten. Mit minus 1,89 Prozent Dax-Schlusslicht waren die Aktien der Commerzbank , nachdem die Schweizer Bank UBS ihre Kaufempfehlung gestrichen hatte. Analyst Daniele Brupbacher rechnet mit einer schwachen Kursentwicklung rund um die anstehenden Geschäftszahlen für das zweite Quartal.

Im MDax zollte Rational der jüngsten Kursstärke Tribut: Mit einem Rutsch von 2,87 Prozent auf 514,90 Euro übernahmen die Titel des Großküchengeräte-Herstellers die rote Laterne. Am Dienstag hatten sie bei 532,15 Euro eine Bestmarke erreicht. Allein seit der Erhöhung der Unternehmensprognosen vor rund einer Woche stand ein Plus von fast 14 Prozent zu Buche. HSBC-Analyst Richard Schramm sieht in dem optimistischeren Umsatzausblick allerdings keine große Überraschung. Dazu spreche das unveränderte Margenziel gegen eine überschwängliche Stimmung. Mangels Aufwärtspotenzial rät er nicht mehr zum Kauf der Aktien.

COMMERZBANK-STUDIEN BEFLÜGELN RHEINMETALL UND BRENNTAG

Dagegen gehörten Rheinmetall zu den Favoriten der Anleger: Die Aktien gewannen 1,87 Prozent auf 88,04 Euro, womit das jüngst erreichte Rekordhoch von 90 Euro wieder in den Blick rückte. Hier sorgte eine neue Kaufempfehlung der Commerzbank für Schwung. Analyst Sebastian Growe hält die guten Aussichten für das Rüstungsgeschäft für nicht ausreichend in den Kurs eingepreist. Zeitgleich seien die Ängste der Anleger mit Blick auf das Autozuliefergeschäft zu groß.

Auch Brenntag profitierte von einer positiven Einschätzung der Commerzbank. Analyst Adrian Pehl schätzt das Nordamerika-Geschäft des Chemikalienhändlers vor den anstehenden Quartalszahlen nun wieder optimistischer ein und rät nicht mehr zum Verkauf der Aktien, die nun um 1,25 Prozent zulegten.

AUSGABE VON GRATISAKTIEN BELASTET PATRIZIA IMMOBILIEN

Derweil sackten Patrizia Immobilien um über 7 Prozent ab und waren abgeschlagenes Schlusslicht im SDax der gering kapitalisierten Werte. Die Aktien des Immobilienunternehmens wurden um die Ausgabe von Gratisaktien bereinigt gehandelt. Patrizia hatte über eine Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln die Ausgabe neuer Aktien im Verhältnis 10 zu 1 beschlossen, um die Liquidität der Papiere und damit die Handelbarkeit weiter zu erhöhen./gl/fbr

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---