Aktien Frankfurt: Dax hält sich knapp über 14 000 Punkte

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Trotz guter Nachrichten für die Automobil-Branche geht es für den deutschen Kapitalmarkt am Dienstag weiter abwärts. Der Dax <DE0008469008> sank am frühen Nachmittag um 0,60 Prozent auf 14 078,93 Punkte. Er hielt sich damit nur knapp über der psychologisch wichtigen Marke von 14 000. Der MDax <DE0008467416> büßte 0,58 Prozent auf 30 491,05 Zähler ein, während der Eurozonen-Index EuroStoxx <EU0009658145> rund ein Prozent verlor.

Zu Beginn der verkürzten Handelswoche nach Ostern verwiesen Experten als Belastung auf eine Reihe anhaltender Unsicherheitsfaktoren, darunter vor allem der Krieg in der Ukraine. "Entspannungssignale im Ukraine-Konflikt lassen weiter auf sich warten und mit den neuen russischen Vorstößen in der Ostukraine ist wohl kaum mit einer erhöhten Risikobereitschaft zu rechnen", kommentierten die Experten der Helaba.

Aber auch Lockdowns in China und die geldpolitischen Perspektiven hinterlassen ihre Spuren wegen einer möglicherweise bremsenden konjunkturellen Wirkung. Dazu passten Aussagen des Präsidenten der US-Notenbank von St. Louis, James Bullard, der eine mögliche Anhebung des US-Leitzinses um gleich 0,75 Prozentpunkte ins Spiel brachte. Vor diesem Hintergrund werden die Blicke nun kritisch auf die Berichtssaison gerichtet, die in den kommenden Tagen in den USA auf Touren kommt.

In Deutschland atmete die Automobil-Branche nach besseren Nachrichten aus China auf. Mit Kursgewinnen von 2,3 Prozent grüßten Volkswagen <DE0007664039> und der Zulieferer Continental <DE0005439004> von der Dax-Spitze. Am langen Osterwochenende war bekannt geworden, dass die VW <DE0007664039>-Werke im chinesischen Changchun nach einem Monat Stillstand ihre Produktion schrittweise wieder aufnehmen. Auch BMW und Mercedes-Benz gehörten zu den Gewinnern. BMW hatte in der Vorwoche ähnliches vermeldet.

Unter den Nutznießern waren auch die Aktien des Autozulieferers Rheinmetall <DE0007030009>, die wegen westlichen Rüstungsausgaben seit Wochen ohnehin schon auf einer Rekordrally sind. Am Nachmittag waren sie mit einem Plus von 2,3 Prozent bester Wert im MDax und erneut auf einem Rekordstand.

Kräftige Verluste mussten hingegen die einstigen Corona-Profiteure hinnehmen. Dazu zählen einige Aktien aus dem Online- und Technologiesektor, vor allem aber Gesundheitswerte: Titel des Laborausrüsters Sartorius <DE0007165631> sowie der Merck KGaA <DE0006599905> waren im Dax mit einem Abschlag von über 3 Prozent das gemeinsame Schlusslicht. Die Anteile des Corona-Impfstoff-Pioniers Biontech <US09075V1026> sackten im Tradegate-Handel sogar um 9 Prozent ab.

Wegen schwindender Corona-Maßnahmen und der Zinswende in den USA wendeten sich Investoren in den vergangenen Monaten von den Corona-Gewinnern ab und schichteten in andere Sektoren um. Besonders betroffen sind davon auch Aktien der deutschen Essenslieferanten. Delivery Hero <DE000A2E4K43> notierte 2,9 Prozent schwächer und weitete damit die Verluste der Vorwoche aus.

Hellofresh <DE000A161408> stand mit einem Minus von 1,4 Prozent etwas besser da. Im laufende Jahr gaben die Aktien um fast 45 Prozent nach. Damit sind sie vor Delivery Hero (minus 64 Prozent) der zweitschwächste Dax-Wert. Während Hellofresh viel Geld in Werbung und die eigene Infrastruktur stecke, leide die Nachfrage darunter, dass die Gastronomie nach dem Ende der Corona-Einschränkungen wieder erstarke, schrieb Analyst William Woods von Bernstein Research.

Ein Belastungsfaktor im MDax waren die Papiere von Hypoport <DE0005493365> mit einem Kursrutsch um 9 Prozent. Experten hatten zuletzt schon angedeutet, dass höhere Zinsen und steigende Baukosten für das Immobilien-Geschäft des Finanzdienstleisters nicht förderlich sind.

Der Euro <EU0009652759> kostete zuletzt 1,0798 US-Dollar. Die EZB hatte den Referenzkurs am Donnerstag auf 1,0878 Dollar festgesetzt. Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,68 Prozent am Donnerstag auf 0,79 Prozent. Der Rentenindex Rex <DE0008469107> fiel um 0,50 Prozent auf 136,17 Punkte. Der Bund-Future <DE0009652644> stand 0,64 Prozent tiefer bei 153,71 Punkten.

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