Aktien Frankfurt: Dax gibt leicht nach - Rekord bleibt aber in Sichtweite

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax <DE0008469008> hat am Mittwoch sein hohes Niveau fast gehalten. Der Leitindex hielt sich im Laufe des Morgens nahe der Gewinnzone. Zuletzt fiel er um 0,08 Prozent auf 15 777,65 Punkte. Er bleibt damit in Sichtweite zum Rekordhoch, das er erst vor zwei Tagen mit 15 806 Zählern erreicht hatte. Am Dienstag war er knapp darunter geblieben.

Der MDax <DE0008467416> gab am Mittwochmittag etwas stärker um 0,37 Prozent auf 34 789,93 Zähler nach. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> fiel etwas moderater auf 4092,66 Punkte.

Laut dem CMC-Markets-Experten Jochen Stanzl bleibt es angesichts der extrem hohen US-Inflation in der Diskussion, wie lange die US-Notenbank Fed noch an ihrer ultralockeren Geldpolitik festhalten kann. Daher gelte das Interesse einer Anhörung von Jerome Powell vor dem US-Senat. Dabei könnte der Notenbankchef erneut den nur vorübergehenden Charakter der Teuerung betonen. "Das größte Risiko ist aber, dass er Hinweise auf schnellere Zinsanhebungen geben wird", so Stanzl.

Die Agenda ist ansonsten geprägt von Geschäftszahlen von weiteren US-Banken. Nachdem die Konkurrenten JPMorgan <US46625H1005> und Goldman Sachs <US38141G1040> die Berichtssaison am Vortag einläuteten, stehen nun die Bank of America <US0605051046>, Wells Fargo <US9497461015> und die Citigroup <US1729674242> auf dem Plan. Im Zuge dessen blieben die Blicke auch hierzulande auf die Banken gerichtet. Das Umfeld war freundlich, die Papiere der Deutschen Bank erholten sich unter den besten Dax-Werten um 1,1 Prozent von ihrer Vortagsschwäche.

Die Aktien von Hugo Boss <DE000A1PHFF7> setzen ihren bislang starken Lauf in diesem Jahr mit einem Anstieg um zeitweise mehr als sechs Prozent fort, der zuletzt aber auf etwa drei Prozent abflachte. Der Modekonzern traut sich angesichts der abgeflauten Pandemie wieder eine Jahresprognose zu, die gut ankam. Im zweiten Quartal erzielte der Konzern einen deutlichen Umsatz- und Ergebnissprung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, der stark von der Corona-Pandemie geprägt wurde.

Auffällig waren sonst vor allem Stahlaktien: Die Papiere von Klöckner & Co <DE000KC01000>, Salzgitter <DE0006202005> sowie Thyssenkrupp <DE0007500001> gehörten mit Gewinnen zwischen 1,2 und 4,1 Prozent zu den Favoriten in ihren Indizes MDax oder SDax <DE0009653386>. Hier stimmte eine Analystenstimme die Anleger mutiger. Alan Spence vom Analysehaus Jefferies erhöhte seine operativen Gewinnerwartungen und bleibt für alle drei Werte nach zuletzt durchwachsener Kursentwicklung bei seiner Kaufempfehlung.

Die Aufmerksamkeit zogen auch weiter die Reisewerte wegen der anziehenden Corona-Infektionszahlen auf sich. Im Frankfurter Handel fielen die Papiere von Tui <DE000TUAG000> um fünf Prozent auf das tiefste Niveau seit Februar. Englische Zeitungen berichteten, dass der Tourismuskonzern bis August weitere Reiseziele von seiner Angebotsliste gestrichen hat. Die Aktien der Lufthansa <DE0008232125> und des Flughafen-Betreibers Fraport <DE0005773303> fielen um jeweils etwa ein Prozent.

Nachrichten gab es ansonsten noch von Nordex <DE000A0D6554>. Der Hersteller von Windkraftanlagen vermeldete neue Großaufträge im Zusammenhang mit Windparks Italien. In einem schwachen Umfeld auch für die Energiebranche konnten die Aktien davon aber nicht profitieren. Sie mussten mit einem Minus von 0,7 Prozent eher darum kämpfen, nicht auf ein neues Jahrestief zu fallen./tih

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---

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