Aktien Frankfurt: Dax bleibt auch nach US-Jobdaten deutlich im Minus

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach frischen Arbeitsmarktdaten aus den USA hat der Dax <DE0008469008> am Freitag seine Verluste nur kurz etwas eingegrenzt. Letztlich halfen die Daten ihm aber nicht. So notierte der Leitindex am Nachmittag 1,41 Prozent tiefer auf 13 707 Punkte. Für die erste Maiwoche zeichnet sich damit ein Minus von 2,8 Prozent ab.

Der MDax <DE0008467416> der mittelgroßen Börsentitel rutschte zuletzt um 1,68 Prozent auf 28 881 Punkte ab. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> sank um 1,6 Prozent.

In der US-Wirtschaft wurden im April mehr Arbeitsplätze geschaffen als erwartet. Der Arbeitsmarkt sei in einer sehr robusten Verfassung, schrieben die Volkswirte der Helaba zu den Daten. Da auch die Stundenlöhne weiter stiegen, stehe der Arbeitsmarktbericht den geplanten Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed nicht im Wege.

Bei den Löhnen hatten Analysten aber einen noch etwas größeren Anstieg auf dem Zettel. Die Sorgen vor einer zunehmenden Lohn-Preis-Spirale und damit deutlich höheren Leitzinsen könnten damit also erst einmal etwas gemildert werden. Zu einer weiteren Forcierung der Zinserwartungen dürfte es nicht kommen, hieß es von der Helaba.

Insgesamt belastete den deutschen Aktienmarkt vor dem Wochenende die Mischung aus hoher Inflation, anziehenden Zinsen und gleichzeitig steigenden Rezessionssorgen. Die US-Notenbank Fed hatte am Mittwoch als Reaktion auf die hohe Inflation den Leitzins um 0,50 Prozentpunkte angehoben. Zugleich betonte Fed-Chef Jerome Powell, bei der weiteren Zinswende würden noch größere Zinsschritte zurzeit nicht in Erwägung gezogen. Dies beflügelte die Aktienmärkte aber nicht lange, denn am Fortgang der Zinswende gibt es keine Zweifel und Anleger fürchten, dass steigende Zinsen die Wirtschaft abwürgen und in eine Rezession führen.

Die Börsianer trauten der Fed im Moment eher nicht zu, die Inflation zu bekämpfen und gleichzeitig die Wirtschaft vor einem heftigen Absturz zu bewahren, sagte Marktexperte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners.

Unter den Einzelwerten am deutschen Aktienmarkt sah es am Freitag schlecht aus für die Papiere von Adidas <DE000A1EWWW0>, die nach einer Senkung der Prognose um fast fünf Prozent abrutschten. Die Corona-Lockdowns in China machen dem Sportartikelhersteller zu schaffen.

Freenet <DE000A0Z2ZZ5> brachen im MDax um 18 Prozent ein - wesentlich mehr als der Dividendenabschlag am Freitag implizierte. Die UBS stufte die Titel des Mobilfunkanbieters außerdem auf "Sell" ab.

Über Kursgewinne von mehr als zwölf Prozent freuten sich dagegen im SDax <DE0009653386> die Anleger von SAF-Holland <DE000SAFH001> <LU0307018795>. Der Nutzfahrzeugzulieferer setzte sich nach einem Umsatzsprung im Auftaktquartal noch höhere Ziele für 2022.

Der Euro <EU0009652759> legte zu und kostete am Nachmittag 1,0551 US-Dollar, nachdem er sich noch im frühen Handel mit 1,0483 Dollar dem tiefsten Stand seit 2017 genähert hatte. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstagnachmittag auf 1,0568 Dollar festgesetzt.

Der Rentenindex Rex <DE0008469107> fiel um 0,38 Prozent auf 135,14 Punkte. Die Umlaufrendite stieg im Gegenzug von 0,86 Prozent am Vortag auf 0,94 Prozent. Der Bund-Future <DE0009652644> sackte um 0,64 Prozent auf 151,50 Punkte ab./ajx/jha/

--- Von Achim Jüngling, dpa-AFX ---

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