Aktien Frankfurt: Dax bleibt auch nach Rekordhoch träge

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Am deutschen Aktienmarkt haben sich die Anleger auch am Donnerstag recht bedeckt gehalten. Der Leitindex Dax <DE0008469008> hatte zwar kurzzeitig bei knapp 16 115 Punkten ein weiteres Rekordhoch erreicht, verlor aber danach an Schwung.

Zuletzt notierte der Dax 0,18 Prozent im Plus bei 16 097,20 Punkten. Das Börsenbarometer bewegt sich bereits seit Ende letzter Woche in einer recht engen Spanne.

Am Donnerstag verbreiteten zwar einige erfreuliche Quartalsberichte gute Laune. Sorgen aber bereitet den Investoren, dass sich die Inflation in den USA zuletzt weiter beschleunigt hat.

Ein eher positives Fazit zog Börsenstatistiker Andreas Büchler von Index Radar: "Der Dax stabilisiert sich nach seiner jüngsten 1000-Punkte-Rally auf sehr hohem Niveau."

Der MDax <DE0008467416> der mittelgroßen Börsentitel verlor 0,10 Prozent auf 35 954,70 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> wiederum legte etwas zu.

Im Dax hinterließen zuletzt die Geschäftszahlen von Delivery Hero <DE000A2E4K43> und Siemens <DE0007236101> den größten Eindruck. So will der Technologiekonzern Siemens nach einem starken Geschäftsjahr Umsatz und Gewinn weiter steigern. JPMorgan-Analyst Andreas Willi lobte den Barmittelzufluss der Münchner. Auch der Ausblick auf das neue Geschäftsjahr und die höhere Dividende seien Stützen für die Aktien. Diese zogen an der Index-Spitze um mehr als drei Prozent an.

Der Lieferdienst Delivery Hero wird bei seinen Jahreszielen etwas optimistischer. Dessen Papiere gewannen gut zwei Prozent.

Als Schlusslicht im MDax sackten die Aktien von K+S <DE000KSAG888> um 6,5 Prozent ab. Der Düngerkonzern kann die Zweifel der Bafin an der Höhe einer Milliardenabschreibung 2020 nicht ausräumen. Die Prüfung des Verdachts dauert an. Der Konzern weist die Vorwürfe - auch unter Einbeziehung einer Analyse externer Prüfer - als unbegründet zurück. Im Tagesgeschäft profitieren die Hessen derweil von hohen Düngerpreisen.

Im Nebenwerteindex SDax <DE0009653386> brachen die Anteilsscheine von Westwing <DE000A2N4H07> um rund 13 Prozent ein. Die weltweiten Lieferkettenprobleme bereiten dem Online-Möbelhändler Sorgen und lassen ihn etwas pessimistischer auf das Gesamtjahr blicken. Höhere Kosten für Seefracht-Container dürften länger Bestand haben.

Den letzten Platz im Index hatten die Papiere der Global Fashion Group <LU2010095458> inne, die um fast 14 Prozent einknickten. Bei dem Onlinemodehändler ließ das Wachstum im dritten Quartal weiter nach. Zudem rutschte der Konzern operativ in die roten Zahlen.

Der Euro <EU0009652759> blieb unter Druck und notierte zuletzt bei 1,1461 US-Dollar. Auslöser der jüngsten Euro-Verluste sind die Inflationsdaten aus den USA vom Vortag. Mit 6,2 Prozent sind die Verbraucherpreise im Oktober dort so stark gestiegen wie seit 31 Jahren nicht mehr. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Mittwoch auf 1,1558 (Dienstag: 1,1577) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8652 (0,8638) Euro gekostet.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,39 Prozent am Vortag auf minus 0,35 Prozent. Der Rentenindex Rex <DE0008469107> fiel um 0,17 Prozent auf 144,67 Punkte. Der Bund-Future <DE0009652644> legte zuletzt um 0,19 Prozent auf 170,65 Punkte zu./la/jha/

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

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