Aktien Frankfurt: Dax bleibt auf Erholungskurs - Wirecard aber sacken ab

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Anleger am deutschen Aktienmarkt sind am Dienstag zuversichtlich geblieben. Der Leitindex Dax <DE0008469008> knüpfte an seinen starken Wochenauftakt an und legte weiter zu. Am frühen Nachmittag stand ein Plus von 1,86 Prozent auf 10 858,73 Punkte zu Buche. Zwischenzeitlich hatte das Börsenbarometer ein neues Erholungshoch seit dem Tiefpunkt des Corona-Crashs Mitte März erreicht.

Für den MDax <DE0008467416> der mittelgroßen Werte ging es am Dienstag um 1,39 Prozent auf 22 897,85 Punkte nach oben. Der EuroStoxx 50 <EU0009658145> als Leitindex der Eurozone stand gut 2 Prozent im Plus.

"Immer mehr Länder gehen, wenn auch nur sehr kleine, Schritte aus dem Lockdown heraus in Richtung Normalität", schrieb Marktanalyst Jochen Stanzl vom Handelshaus CMC Markets. Auch wenn der Weg bis dahin noch sehr weit sei, verstärke sich an den Börsen mit den Lockerungsmaßnahmen auch die Hoffnung auf eine baldige wirtschaftliche Erholung.

Am Dax-Ende brachen die Papiere von Wirecard <DE0007472060> um fast ein Viertel ein. Der erhoffte Befreiungsschlag durch die KPMG-Sonderprüfung der Bilanz blieb aus. Der Zahlungsdienstleister selbst sieht sich weiter entlastet. In den Prüfbereichen hätten sich für die Jahre 2016 bis 2018 nach wie vor keine substanziellen Feststellungen ergeben, die Korrekturen erforderlich gemacht hätten. Allerdings hätten die Prüfer von KPMG bei Wirecard Dokumentations- und Organisationsschwächen festgestellt. Diese seien vom Konzern bereits identifiziert worden. Analyst Sandeep Deshpande von der Bank JPMorgan befürchtete, dass der Bericht die Zweifler nicht zufrieden stellen wird.

Die Anteilsscheine der Lufthansa <DE0008232125> schwankten stark und stiegen zuletzt um 2,5 Prozent. Mögliche umfangreiche Staatshilfen für die durch die Corona-Krise schwer angeschlagene Fluggesellschaft würden nicht nur positiv gesehen, hieß es am Markt mit Blick auf Medienberichte. So hatte der "Business Insider" unter Berufung auf Quellen aus dem Konzern berichtet, dass die Bundesrepublik rund neun Milliarden Euro in den Konzern pumpen werde. Zudem wurde bekannt, dass die Lufthansa auch die Insolvenz in Eigenverwaltung prüft. Erst am Donnerstag hatte der Konzern eingestanden, dass man sich nicht mehr aus eigener Kraft aus der Corona-Krise retten könne.

Im MDax zogen die Papiere von Siltronic <DE000WAF3001> um rund acht Prozent an. Solide Quartalszahlen und ein positiver Ausblick auf das zweite Quartal hatten den Anlegern des Herstellers von Halbleiterwafern Mut gemacht. Zudem hält das Unternehmen trotz der Corona-Krise an der Dividende fest.

Die Anteilsscheine von Kion <DE000KGX8881> aber brachen nach der Vorlage der Quartalszahlen am Index-Ende um knapp sechs Prozent ein. Der Gabelstapler-Hersteller bekam die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie zu spüren. Während der Auftragseingangseingang positiv überrascht habe, hätten der Umsatz und das bereinigte operative Ergebnis die Markterwartungen verfehlt, schrieb Analyst Akash Gupta von der US-Bank JPMorgan.

Der Euro <EU0009652759> notierte zuletzt bei 1,0883 US-Dollar. Der Dollar kostete damit 0,9189 Euro. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Montag auf 1,0852 (Freitag: 1,0800) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,9214 (0,9259) Euro gekostet.

Am deutschen Anleihemarkt fiel der Rentenindex Rex <DE0008469107> um 0,14 Prozent auf 144,57 Punkte. Die Umlaufrendite stieg im Gegenzug von minus 0,47 Prozent am Vortag auf minus 0,44 Prozent. Der Bund Future notierte mit plus 0,18 Prozent bei 172,72 Zählern./la/fba

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---