Aktien Frankfurt: Dax baut Gewinne aus - Anleger schöpfen neuen Mut

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Am Montag haben sich die Anleger am deutschen Aktienmarkt wieder deutlich optimistischer für einen Weg aus der Viruskrise gezeigt. Mit besser als befürchteten japanischen Wirtschaftsdaten im Rücken startete der Dax <DE0008469008> fest in den Handel und baute seine Gewinne bis zum Mittag aus. Zuletzt notierte der deutsche Leitindex mit 10 758,48 Punkten 2,80 Prozent über dem Freitagsschluss.

Für den MDax <DE0008467416> ging es um 2,05 Prozent bergauf auf 23 748,44 Punkte. Die beiden deutschen Aktienindizes knüpften so an ihre Freitagserholungen an. Gleiches galt für das gesamteuropäische Umfeld: Der EuroStoxx <EU0009658145> stieg um 2,20 Prozent auf 2831,77 Zähler.

Die Börsen starteten mit frischem Schwung in die neue Woche, hieß es am Markt. Als förderlich galt eine Mischung aus wieder anziehenden Ölpreisen, verhalten positiven Signalen aus der japanischen Wirtschaft und der anhaltenden Hoffnung, dass sich die Wirtschaft angesichts der Lockerungen in der Viruskrise auf den Erholungsweg begeben kann. Japan war zwar im ersten Quartal in eine Rezession gerutscht, die Wirtschaft schlug sich dort aber besser als von Ökonomen gedacht.

Solange der Dax in seiner jüngsten Spanne zwischen 10 000 und 11 000 Punkten bleibt, wollten Börsianer aber noch nicht von einem größeren Befreiungsschlag sprechen. Laut Analyst Christian Schmidt von der Helaba muss "in den kommenden Wochen davon ausgegangen werden, dass sich der Kampf zwischen den Bullen und Bären fortsetzen wird". Auch die Entwicklung des Goldpreises zeige, dass bei den Investoren noch immer Sicherheit gefragt ist. Das Edelmetall ist mittlerweile so teuer wie seit Jahren nicht mehr.

Auf Unternehmensseite sorgte am Morgen ein Bericht über T-Mobile US <US8725901040> für Gesprächsstoff. Der japanische Mischkonzern Softbank <JP3436100006> will dem "Wall Street Journal" zufolge einen bedeutenden Anteil am gerade fusionierten US-Mobilfunker an die Deutsche Telekom <DE0005557508> verkaufen, die ihren Anteil auf über 50 Prozent erhöhen könnte.

Die Telekom-Aktien waren jedoch im Dax hinten zu finden, indem sie ihm mit einem Anstieg um 1,1 Prozent hinterher hinkten. Sie gelten als defensiv - und rücken so in guten Börsenzeiten in der Gunst bei Investoren nach unten. Umgekehrt verbuchten zyklische Industrieaktien wie zum Beispiel MTU <DE000A0D9PT0> oder die Autobauer BMW <DE0005190003>, Daimler <DE0007100000> und Volkswagen <DE0007664039> Anstiegen von bis zu 5,7 Prozent.

Einige Werte aus der Dax-Familie erholten sich weit überdurchschnittlich. Im Dax galt dies zum Beispiel für die 5,6 Prozent höheren Wirecard <DE0007472060>-Aktien, die damit einen Teil ihres Kursrutsches vom Freitag wettmachten. Im MDax nahm die Erholung von Thyssenkrupp <DE0007500001> ihren Lauf mit einem Anstieg um sechs Prozent. Einem Pressebericht zufolge erwägt der kriselnde Industriekonzern einen erneuten Versuch, einen Fusionspartner für seine Stahlsparte zu finden.

Ein Auge richteten die Anleger noch auf die 3,6 Prozent höheren Aktien von Borussia Dortmund <DE0005493092> nach dem umstrittenen Restart der Bundesliga vom Wochenende. Sportlich hat der Fußballclub im Geisterspiel gegen Schalke mit einem deutlichen Sieg auf sich aufmerksam gemacht. Finanziell können die Anleger nun in Krisenzeiten zumindest noch auf ausstehende Millionen aus den TV-Verträgen hoffen.

Ansonsten standen am Montag einige Nachzügler der Berichtssaison auf der Agenda - mit Quartalszahlen der drei Immobilienwerte Ado Properties, Adler Real Estate <DE0005008007> und Grand City Properties <LU0775917882>. Kurz vor ihrer Fusion rückten Ado und Adler jeweils um knapp 2 Prozent vor. Grand City äußerte sich zwar vorsichtiger für das laufende Jahr, die Aktien legten aber dennoch 1,8 Prozent zu.

Im SDax <DE0009653386> sorgten die Papiere der Shop Apotheke <NL0012044747> weiter für Gesprächsstoff, indem sie ihre Rekordrally fortsetzten mit einem Anstieg bis über die 94-Euro-Marke. Zuletzt kletterten sie noch um 4,8 Prozent auf 91,90 Euro. Sie werden von Anlegern als Gewinner der Coronavirus angesehen - und haben seit dem Corona-Crashtief im März schon fast 150 Prozent zugelegt./tih/mis

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---