Aktien Frankfurt: Dax über 13 000 Punkte - Impfstoff-Euphorie und Biden-Sieg

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Ein Erfolg in der Impfstoff-Entwicklung gegen die Lungenkrankheit Covid-19 hat den Dax <DE0008469008> am Montag stark nach oben getrieben. Das deutsche Börsenbarometer eroberte nicht nur die Marke von 13 000 Punkten zurück, sondern sprang kurzzeitig bis auf fast 13 300 Punkte und damit auf den höchsten Stand seit Mitte September. Die Oktober-Delle, als die zweite Corona-Welle mit ihren Teil-Lockdowns die wirtschaftlichen Sorgen der Anleger wieder hatte aufflammen lassen, ist ausgewetzt.

Am Nachmittag legte der Dax um 5,78 Prozent auf 13 201,00 Zähler zu und der MDax <DE0008467416> gewann 2,85 Prozent auf 28 125,37 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> sprang zuletzt um 6,4 Prozent hoch und auch in Paris, London sowie Mailand und Madrid ging es weiter steil nach oben. Unterstützt wurde der kräftige Anstieg der Indizes zudem vom Sieg des Demokraten Joe Biden bei den US-Präsidentschaftswahlen. Möglichen rechtlichen Schritten des aktuell noch regierenden Präsidenten Donald Trumps gegen das Wahlergebnis räumen Experten bislang keine Chancen ein.

Nachdem das Corona-Virus in Europa und den USA erneut verheerenden Schaden anrichtet, sei nun die Nachricht gekommen, "die wir alle schon lange ersehnen", kommentierte Analyst Craig Erlam vom Broker Oanda. Wie das Mainzer Pharmaunternehmen Biontech <US09075V1026> und der US-Pharmakonzern Pfizer <US7170811035> gemeinsam mitteilten, bietet ihr Impfstoff nach Zwischenergebnissen in einer wichtigen Studienphase einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor Covid-19. Sie wollen nun in Kürze die Zulassung bei der US-Arzneimittelbehörde FDA beantragen.

Corona-Krisenverlierer legten angesichts der Corona-Neuigkeiten stark zu, während die bisherigen Krisengewinner kräftig nachgaben: Im Dax sprangen etwa die Aktien des Triebwerksbauers MTU <DE000A0D9PT0> um 14 Prozent nach oben, während die des Essenslieferanten Delivery Hero <DE000A2E4K43> um knapp 7 Prozent einbrachen. Im MDax waren Lufthansa <DE0008232125>, Fraport <DE0005773303> und auch der Ticketvermarkter und Eventveranstalter CTS Eventim <DE0005470306> die größten Gewinner mit jeweils etwas mehr als 20 Prozent. Die Papiere des Kochboxen-Lieferanten Hellofresh <DE000A161408> und der Shop Apotheke <NL0012044747> büßten unterdessen jeweils 11 Prozent ein.

Infineons <DE0006231004> Jahresbericht und Ausblick auf das erste Geschäftsquartal rückte in den Hintergrund. Die Aktie des Chipherstellers stieg nach anfänglich deutlicheren Gewinnen zuletzt um unterdurchschnittliche 0,3 Prozent.

Rheinmetall <DE0007030009> gewannen 6,8 Prozent und machten damit ihre Freitagsverluste, als der Rüstungskonzern und Autozulieferer seine Quartalszahlen vorlegte, mehr als wett. Die US-Bank Goldman Sachs bekräftigte nun ihre Kaufempfehlung und hob ihr Kursziel auf 119 Euro an. Zudem informierte Rheinmetall über einen millionenschweren Auftrag der Bundeswehr, und auch die jüngsten Aussagen des Bundesaußenministers stützten: So erwartet Heiko Maas auch unter Biden als Präsident keine Änderung an der Forderung der USA, dass Deutschland mehr Geld für Rüstung ausgeben müsse.

Für Morphosys <DE0006632003> ging es im MDax um etwas mehr als 3 Prozent abwärts. Ein Komitee der US-Gesundheitsbehörde FDA empfahl am Freitag, das Alzheimer-Mittel des Biotech-Unternehmens Biogen nicht zuzulassen. Die FDA selbst wird voraussichtlich im März 2021 über die Zulassung entscheiden. Das trübte die Stimmung für viele Unternehmen, die an Alzheimer-Medikamenten forschen - so auch für Morphosys.

Der Euro zog am frühen Nachmittag an und kostete 1,1887 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuletzt am Freitagnachmittag auf 1,1870 Dollar festgesetzt. In der vergangenen Woche was der Eurokurs um etwa zwei Cent gestiegen.

Am Rentenmarkt betrug die Umlaufrendite unverändert minus 0,64 Prozent. Der Rentenindex Rex <DE0008469107> stand unverändert auf 146,61 Punkten. Der Bund-Future <DE0009652644> verlor 0,62 Prozent auf 175,03 Punkte./ck/mis

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---