Aktien Frankfurt Ausblick: Ruhiger Handel nach Weihnachten

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Am deutschen Aktienmarkt dürfte es zwischen den Jahren ruhig zugehen. Wegen der Feiertage werden keine besonderen Ausschläge des Dax erwartet. Es mangele an Impulsen, erklärten die Experten der Privatbank Donner & Reuschel. Auch Konjunkturdaten wie das im Tagesverlauf erwartete US-Verbrauchervertrauen dürften die Anleger kaum locken.

Eine Dreiviertelstunde vor dem Handelsstart am Mittwoch deutete der X-Dax als Indikator für den Dax auf ein moderates Minus hin von 0,07 Prozent auf 13 063 Punkte. Von wenigen Ausreißversuchen abgesehen, pendelt der Index schon seit Wochen zwischen etwa 12 800 und 13 200 Punkten. Der EuroStoxx wird zur Wochenmitte minimal im Plus erwartet.

Die Vorgaben aus Übersee lieferten wenig Orientierung: An der Wall Street hatte der Dow Jones Industrial am Dienstag nach den Feiertagen fast unverändert geschlossen, während die Nasdaq bei dünnen Umsätzen leicht nachgegeben hatte. In Asien wurden überwiegend moderate Gewinne verbucht mit Ausnahme der Festland-Börsen in China.

Im Fokus bleibt an den Märkten weiterhin die in den Vereinigten Staaten inzwischen von US-Präsident Donald Trump unterschriebene Steuerreform. Auch wenn Marktexperten zufolge die Senkung der Ertragsteuer für Unternehmen von bisher 35 auf 21 Prozent insgesamt gesehen längst eingepreist sein sollte, könnte sie doch den einen oder anderen Einzelwert bewegen.

So rechnen etwa die Autobauer BMW und Daimler mit Sondergewinnen. Daimler erwartet unter dem Strich einen Sonderertrag von rund 1 Milliarde Euro. Bei BMW wird bis zu 1,55 Milliarden Euro mehr Nettogewinn erwartet. Der Gesundheitskonzern FMC rechnet mit einem Buchgewinn von rund 200 Millionen Euro in diesem Jahr. Die Aktien der beiden Autobauer zeigten sich auf Tradegate vorbörslich mit rund 1 Prozent im Plus im Vergleich zum Xetra-Schluss am Freitag. FMC-Papiere legten vor dem Handelsstart zuletzt knapp ein halbes Prozent zu.

Bei anderen Unternehmen wie Heidelberger Druck aus dem SDax reißt die Steuerreform Löcher. Die in der Vergangenheit angesammelten hohen Verlustvorträge können nämlich nicht mehr in bisheriger Höhe geltend gemacht werden. Bei Heideldruck bedeutet dies, dass 25 Millionen Euro abgeschrieben werden müssen, was der Aktie auf der Handelsplattform Tradegate ein Minus von 1,2 Prozent einbrockte.

Auch bei Qiagen geht die Steuerreform ins Geld. Im vierten Quartal nimmt das Gendiagnostik- und Biotechunternehmen eine Wertberichtigung auf seine Steuerpositionen von 110 bis 120 Millionen US-Dollar vor, für das kommende Jahr noch einmal 7 Millionen Dollar. Das Papier büßte auf Tradegate vorbörslich 2,2 Prozent ein.