Aktien Frankfurt Ausblick: Nach Montagsrally weiter moderat freundlich erwartet

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach dem spektakulären Wochenauftakt und weiteren moderaten Gewinnen am Dienstag dürfte der Dax <DE0008469008> zur Wochenmitte stabil bleiben. Der X-Dax als Indikator für den deutschen Leitindex signalisierte eine knappe Stunde vor dem Börsenstart ein Plus von 0,1 Prozent auf 13 178 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> dürfte mit einem etwas deutlicherem Plus von 0,3 Prozent starten.

"Die ganz große Euphorie auf dem Parkett ist erst einmal vorbei, aber die positive Stimmung bleibt", erklärte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. Jetzt stehe ein "Realitätscheck" der Rally an.

Am Montag war das deutsche Börsenbarometer, getrieben von neuen Impfstoffhoffnungen und dem Sieg von Joe Biden bei der US-Präsidentschaftswahl zwischenzeitlich um mehr als 800 Punkte auf fast 13 300 Punkte gestiegen. Auf diesem Stand wurden dann zwar moderat Gewinne mitgenommen, doch die Marke um die 13 100 Punkte hält zurzeit.

In den USA blieben Dow Jones Industrial <US2605661048> und der marktbreite S&P 500 <US78378X1072> am Dienstagabend deutlich unter ihren Rekordhochs vom Montag, schlossen jedoch auf positivem Terrain. An der technologielastigen Börse Nasdaq indes setzten sich Gewinnmitnahmen bei Tech-Giganten wie Amazon <US0231351067>, Facebook <US30303M1027>, Microsoft <US5949181045> <US5949181045> oder AMD <US0079031078> fort.

Hierzulande geht es weiter mit der Berichtssaison: Aus dem Dax legte der Energiekonzern Eon <DE000ENAG999> "solide Zahlen" vor, wie ein Händler sagte. Die Essener sehen sich in der Corona-Krise weiter auf Kurs. Die Märkte erholten sich schneller als gedacht, teilte das Management mit. Das Jahresziel wurde bestätigt. Entsprechend deutlich stieg die Aktie auf der Handelsplattform Tradegate im Vergleich zum Xetra-Börsenschluss.

Die Aktien von Continental <DE0005439004> indes gaben auf Tradegate nach Vortagesverlusten weiter nach. Vor dem Handelsstart will der Reifenhersteller und Autozulieferer über Einzelheiten seiner Geschäftsentwicklung im zurückliegenden dritten Quartal berichten. Mitte Oktober waren schon einige vorläufige Angaben zum schwierigen dritten Quartal gemacht worden. Auch der angeschlagene und im Umbau steckende Autozulieferer Leoni <DE0005408884> aus dem SDax <DE0009653386> litt im dritten Quartal unter den Folgen der Corona-Krise. Dennoch gab es trotz tiefroter Zahlen eine leichte Erholung. Die Aktien legten vorbörslich moderat zu.

Im MDax <DE0008467416> könnten die Aktien der Lufthansa <DE0008232125> nach der beeindruckenden Kurserholung von 20 Prozent am Montag und weiteren 7 Prozent am Dienstag weiter im Blick bleiben. Nun strich die US-Investmentbank Goldman Sachs ihr Verkaufsurteil für die Aktie und hob das Kursziel von 4,10 auf 9,40 Euro. Auch für den Flughafenbetreiber Fraport <DE0005773303> strich Goldman die Verkaufsempfehlung und rechnet nun mit einer wesentlich stärkeren Erholung des Luftverkehrswachstums als zuvor prognostiziert. Das Kursziel wurde von 33 auf 50 Euro angehoben.

Der IT-Dienstleister Bechtle <DE0005158703> dürfte mit einem starken dritten Quartal und angehobener Prognose Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Das Vorsteuerergebnis soll im Vergleich zum Vorjahr nun um mehr als 10 Prozent zulegen. Bisher war ein Anstieg um 5 bis 10 Prozent in Aussicht gestellt worden.

Der Online-Marktplatzbetreiber Scout24 <DE000A12DM80> profitierte in der Corona-Krise von robusten Immobiliengeschäften. Umsatz und operatives Ergebnis (Ebitda) stiegen im Jahresvergleich leicht. Mit Zahlen stehen zudem unter anderem noch der Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer <DE0007193500> im Rampenlicht, der Immobilienkonzern Corestate <LU1296758029> oder auch die Pfandbriefbank. Trotz eines gestiegenen Vorsteuergewinns im dritten Quartal gab es von der Spezialbank für die öffentliche Hand weiter keine Gewinnprognose für das Gesamtjahr.