Aktien Frankfurt Ausblick: Leichte Verluste - Corona-Hoffung und Zinssorgen

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach moderaten Verlusten in der vergangenen Woche dürfte der Dax <DE0008469008> auch am Montag leicht schwächer starten. Auf der einen Seite belasten Sorgen über steigende Zinsen. Auf der anderen Seite wird - unter anderem nach Berichten über neue Daten zum Impfstoff von Biontech/Pfizer - auf eine sich weiter aufhellende Corona-Lage gehofft.

Das macht es dem deutschen Leitindex nicht leicht, sein von zwei Wochen erreichtes Rekordhoch bei knapp unter 14 170 Punkten zu überwinden. Vielmehr fehle es dem Dax an Schwungkraft, um überhaupt die 14 000er Hürde nachhaltig zu überspringen, sagen Marktexperten. Anschlusskäufe waren ausgeblieben. Seither pendelte er in Sichtweite des Hochs um die Marke von 14 000 Punkten.

Knapp eine Stunde vor dem Xetra-Start signalisierte der X-Dax als Indikator für den deutschen Leitindex ein Minus von 0,3 Prozent auf 13 948 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> wird am Montag ebenfalls leicht schwächer erwartet.

Auch angesichts wachsender Sorgen über steigende Zinsen sind weitere Höchstmarken für den Dax schwerer erreichbar. Das Thema Zinsanstieg komme inzwischen auch an den Aktienmärkten zunehmend an, sagt Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners in Frankfurt. "Steigende Finanzierungskosten schlagen unmittelbar auf die Unternehmensgewinne durch. Gleichzeitig werden Anleihen damit wieder eine echte Anlagealternative." Es sei stelle die Frage, an welchem Punkt die Notenbanken gegen den Zinsanstieg intervenieren, denn steigende Zinsen könnten irgendwann zur Belastung für Unternehmen und Staatshaushalte werden.

Impulse von der Wall Street fehlen ebenfalls, denn auf Rekordniveau sind auch hier die Indizes aktuell kraftlos. Besonders Technologiewerte tun sich schwer.

Zum Thema Corona-Hoffnungen wurde am Wochenende bekannt, dass der Impfstoff von Biontech <US09075V1026> und Pfizer <US7170811035> einer unveröffentlichten Publikation zufolge auch vor einer Infektion mit dem Corona-Erreger schützen könnte. Bislang gab es nur Erkenntnisse, inwiefern das Mittel vor Erkrankungen schützt. Laut Angaben des israelischen Gesundheitsministeriums verhindert das Mittel nach der zweiten Impfung zu rund 99 Prozent schwere Krankheitsverläufe oder Todesfälle.

Bevor im frühen Handel Daten zum Ifo-Geschäftsklima anstehen dürften einige Unternehmensnachrichten Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Im Dax dürften die Aktien von Continental <DE0005439004> schwach starten. Sie gaben auf Tradegate im Vergleich zum Xetra-Börsenschluss am Freitag zuletzt um rund vier Prozent nach. Der Autozulieferer und Reifenhersteller hatte ein negatives Konzernergebnis im Corona-Jahr 2020 gemeldet und will keine Dividende zahlen.

Der Nutzfahrzeugzulieferer SAF-Holland <LU0307018795> konnte indes die deutlichen Einbußen im Corona-Jahr 2020 im Schlussquartal etwas eindämmen. Die Aktie kletterte vorbörslich um über drei Prozent.

Ansonsten dürften Umstufung durch Analysten die Papiere von Beiersdorf <DE0005200000> und United Internet <DE0005089031> bewegen. Die US-Bank Goldman Sachs strich ihre Verkaufsempfehlung für die Aktien des Konsumgüterherstellers. United Internet indes wurden von Kepler Cheuvreux von "Buy" auf "Hold" abgestuft.