Aktien Frankfurt Ausblick: Dax wegen starkem Euro unter 13 000 Punkten erwartet

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach der schwachen Vortagsentwicklung werden deutsche Aktien am Donnerstag nochmals im Minus erwartet. Indikationen deuten darauf hin, dass der Dax wegen des starken Euro wieder unter 13 000 Punkten zurückfallen wird. Der X-Dax als vorbörslicher Indikator für den deutschen Leitindex stand knapp eine Stunde vor Börsenbeginn mit 0,30 Prozent im Minus bei 12 975 Punkten. Wie schon seit Wochen bleibt die runde Marke damit weiter umkämpft.

Der EuroStoxx 50 wird ebenfalls knapp im Minus erwartet. Er und der Dax leiden weiter unter dem Euro, der sich wieder oberhalb der Marke von 1,18 US-Dollar abgesetzt hat. Sein jüngster Anstieg hatte sich am Vorabend nach den Aussagen im Protokoll der US-Notenbank Fed fortgesetzt. Während eine Leitzinsanhebung in den USA im Dezember wohl eine ausgemachte Sache sei, habe die Ungewissheit über den weiteren Kurs der Fed zugenommen, erklärte Analyst Michael Hewson vom Broker CMC Markets die Kursgewinne des Euro.

Erwartungsgemäß ausgefallene Daten zum deutschen Wirtschaftswachstum im dritten Quartal blieben zunächst ohne größere Auswirkungen. Nach Börsenbeginn werden noch aktuelle Einkaufsmanagerindizes aus der Eurozone erwartet. Dirk Gojny von der National-Bank erwartet dabei aber nicht viel neues. "Sie werden signalisieren, dass der Aufschwung im Euroraum anhält", so der Marktexperte. Auf Impulse aus New York muss der Markt dann im weiteren Tagesverlauf verzichten: Am Donnerstag pausiert an der Wall Street der Handel wegen Thanksgiving.

Auf der Unternehmensseite rückt der Industriekonzern Thyssenkrupp mit seinen Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr in den Fokus. Beim bereinigten operativen Ergebnis verdienten die Essener mehr als erwartet. Für die Aktie ging es auf der Handelsplattform Tradegate deutlich um 2,64 Prozent nach oben. Im Gegenteil dazu müssen Aktionäre von Salzgitter ein vorbörsliches Minus von 3,5 Prozent einstecken. Die Deutsche Bank hatte nach gutem Lauf ihre bisherige Kaufempfehlung aufgegeben.

Im TecDax ordneten die Goldman-Experten ihre Prioritäten im Telekombereich neu. Nach der Übernahme von Drillisch ist United Internet in ihren Augen nun kein Kauf mehr, die Bewertung der Aktie sei nach dem Schritt nicht mehr vielversprechend. Für die Titel deutet sich im außerbörslichen Geschäft ein Minus von etwa 1,7 Prozent an. Stattdessen rät Experte Joshua Mills nun dazu, bei Drillisch zuzugreifen. Er lobte dort vor allem die Perspektiven für Dividenden und Aktienrückkäufe. Für die Drillisch-Aktien deuteten sich denn auch ein Plus von mehr als 2 Prozent an.

Einen Blick wert sein könnte außerdem noch die Ströer -Aktie, die vorbörslich aber nicht auffällig war. Das Medienunternehmen verkauft seine Onlineapotheke Vitalsana an die schweizerische Versandapotheke Zur Rose. Zu dieser gehört auch die in Deutschland bekannte Versandapotheke DocMorris.