Aktien Frankfurt Ausblick: Dax-Rekordjagd setzt sich fort

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Höhenflug des deutschen Aktienmarktes vom Vortag dürfte am Freitag weitergehen und für eine positive Wochenbilanz sorgen. Beflügelt von einem schwachen Eurokurs sowie starken Quartalszahlen einiger US-Technologiekonzerne wie Alphabet, Amazon und Microsoft sollte der Dax zum Handelsstart seine Rekordserie ausbauen.

Knapp eine Stunde vor Eröffnung stand der X-Dax als außerbörslicher Indikator für den deutschen Leitindex 0,35 Prozent höher bei 13 179 Punkten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 wurde zuletzt 0,4 Prozent fester erwartet.

Am Donnerstagnachmittag hatte der Dax nach der Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB), die den Euro deutlich unter Druck setzte, rasant zugelegt und war in der Spitze um 1,48 Prozent auf ein Rekordhoch von 13 144 Punkten gestiegen. Damit hatte sich der Leitindex von der 13 000er-Marke gelöst, um die er zuvor seit Mitte Oktober gependelt hatte. Für die abgelaufene Woche deutet sich somit ein Gewinn von anderthalb bis zwei Prozent an.

Mit der Ankündigung halbierter monatlicher Anleihekäufe hatte die EZB wie von den meisten Ökonomen erwartet den ersten Schritt zum Ausstieg aus ihrer ultralockeren Geldpolitik gemacht. Während einige Experten den grundsätzlichen "Einstieg in den Ausstieg" begrüßten, hielten ihn andere aber für zu zaghaft. Den Leitzins beließen die Notenbanker erwartungsgemäß auf dem Rekordtief von null Prozent.

"Die letzte Stufe der Jahresendrally ist gezündet und sie könnte den Dax noch ein kleines Stück weiter aufwärts führen", sagte Marktbeobachter Daniel Saurenz von Feingold Research. "Die Geldpolitik bleibt locker und wird nur soweit gestrafft, dass Aktienkäufer hervorragend damit leben können."

Von Unternehmensseite steht auch am Freitag die Quartalsberichtssaison im Vordergrund. Unter anderem berichten der Autobauer Volkswagen der Industriegase-Hersteller Linde und der Versicherer Talanx über ihre jüngste Geschäftsentwicklung.

Der vor der Fusion mit Praxair stehende Linde-Konzern profitierte auch im dritten Quartal von besser laufenden Geschäften in Europa und Asien. Allerdings bekam Linde erneut den Preisdruck im US-Gesundheitswesen zu spüren. Beim Umsatz traf das Unternehmen die Erwartungen der Analysten. Der um Einmaleffekte bereinigte operative Gewinn (Ebitda) schnitt etwas besser als erwartet ab. Die Linde-Aktien stiegen vorbörslich auf der Handelsolattform Tradegate im Vergleich zum Vortagesschlusskurs des Xetra-Handels um 1,7 Prozent.

Die jüngste Hurrikan-Serie und die Erdbeben in Mexiko schlugen beim Versicherungskonzern Talanx teuer zu Buche. Für das dritte Quartal erwartet der Versicherer deshalb einen Verlust statt des ursprünglich geplanten Gewinns von 850 Millionen Euro. Vorstandschef Herbert Haas machte den Aktionären aber Hoffnung, dass die Dividende mindestens so hoch ausfällt wie im Vorjahr. Talanx gehören gut die Hälfte der Anteile am weltweit drittgrößten Rückversicherer Hannover Rück , der im Katastrophengeschäft stark engagiert ist. Talanx-Titel verloren auf Tradegate zuletzt 1,7 Prozent.

Der Bausoftwarehersteller Nemetschek legte dank hoher Nachfrage aus dem Ausland und einem guten Wartungsgeschäft erneut weiter kräftig zu. Das Wachstumstempo ging im dritten Quartal allerdings etwas zurück - zudem belastete der im Vergleich zum Dollar stärker gewordene Euro. Beim operativen Ergebnis verfehlte das Unternehmen die Erwartungen der Experten knapp. Nemetschek-Papiere gewannen vorbörslich 0,6 Prozent.