Aktien Frankfurt Ausblick: Dax macht Kursrutsch wieder wett

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax dürfte am Montag seinen jüngsten Kursrutsch mehr als wettmachen. Als Triebfeder für die Erholung sah Marktanalyst Timo Emden vom Research-Dienst DailyFX Deutschland die Fortschritte von US-Präsident Donald Trump bei seiner geplanten Steuerreform.

Der X-Dax als außerbörslicher Indikator für den deutschen Leitindex notierte eine Dreiviertelstunde vor Handelsbeginn 1,42 Prozent über dem Dax-Schlussstand vom Freitag bei 13 045 Punkten. Vor dem Wochenende hatte das Börsenbarometer wegen des anziehenden Euro, der die Exporte der hiesigen Unternehmen in Länder außerhalb des Währungsraums verteuert, und der Unsicherheit über die Erfolgsaussichten von Trumps Plänen 1,25 Prozent verloren. Auch der EuroStoxx 50 wurde am Montagmorgen über 1 Prozent im Plus erwartet.

Doch nun steht der US-Präsident hier vor einem großen Triumph: Nach einem Votum des Senats ist seine umfassende Steuerreform in greifbare Nähe gerückt. Kern sind massive Erleichterungen für Unternehmen. Die Republikaner zeigten sich optimistisch, dass Trump das Gesetz noch vor Jahresende unterzeichnen kann. "Die Umsetzung käme einer vorweihnachtlichen Bescherung gleich", schrieb Analyst Emden. "Trump bleibt auf der anderen Seite auch nichts anderes übrig, als die massive Reform zu erzwingen. Bei einer Niederlage wäre eine große Enttäuschung vorprogrammiert."

Mangels bewegender Unternehmensnachrichten sorgten vor allem einige Analystenkommentare für vorbörsliche Kursausschläge. Laut der Handelsplattform Tradegate winken dem Spezialchemiekonzern Evonik Gewinne von knapp 2 Prozent, nachdem die Deutsche Bank die Aktie hochgestuft hatte und nun zum Kauf empfiehlt. Sie setzt auf eine langfristige Wachstumsstory des Unternehmens, die nun beginnen sollte.

Dagegen taxierte Tradegate die Titel des Konkurrenten Lanxess moderat im Minus - auch hierfür war die Deutsche Bank verantwortlich, die ihr bisheriges Kaufvotum aufgab. 2018 werde aber wohl ein Übergangsjahr, schrieb Analyst Martin Dunwoodie. Er schraubte seine Gewinnschätzungen bis 2020 zurück.