Aktien Frankfurt Ausblick: Corona-Furcht und SAP-Schwäche ziehen Dax nach unten

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Stark steigende Coronavirus-Zahlen und ein enttäuschender Ausblick von SAP <DE0007164600> drücken zum Wochenauftakt am deutschen Aktienmarkt den Dax <DE0008469008> nach unten. Knapp eine Stunde vor dem Xetra-Start signalisierte der X-Dax als Indikator für den deutschen Leitindex ein Minus von 1,7 Prozent auf 12 433 Punkte.

Der Dax fällt damit erneut in Richtung der exponentiellen 200-Tage-Linie zurück, die aktuell knapp über 12 400 Punkten liegt. In der Vorwoche war er mit 12 345 Punkten bereits kurzzeitig darunter gerutscht, konnte sie letztlich aber verteidigen. Die Woche war mit einer Bilanz von rund zwei Prozent bereits sehr schwach. Der EuroStoxx 50 <EU0009658145> als Leitbarometer der Eurozone wird am Montag 1,3 Prozent tiefer erwartet.

Angesichts weiter steigender Corona-Infektionszahlen sprach Marktstratege Stephen Innes von Axi Trader vom "Covid-19-Blues am Montagmorgen". Zudem sorgten die immer näher rückende US-Präsidentschaftswahl und das leidige Thema US-Konjunkturpaket für Verunsicherung.

"In Italien und Spanien gibt's schon wieder Lockdowns; in Deutschland ziert sich die Politik noch, doch eigentlich ahnt jedermann, dass es auch hier darauf hinauslaufen wird", schrieb die Commerzbank am Morgen und warnten vor erneut heftigen Effekten im Dienstleistungssektor.

Unter den Einzelwerten stehen SAP mit den Geschäftszahlen vom Sonntagabend und einem trüberen Ausblick im Fokus. Die Corona-Pandemie hat Europas größten Softwarehersteller stärker im Griff als gedacht. JPMorgan reagierte mit einer Abstufung auf "Neutral" und monierte vor allem die gekappten Ziele für das Gesamtjahr und auf mittlere Sicht.

Glanzlos nannte UBS-Analyst Michael Briest das Zahlenwerk von SAP, das von den zurückgesetzten mittelfristigen Unternehmenszielen überschattet werde. Das Paradies sei verschoben worden, Anleger bräuchten Geduld, titelte Briest in seiner Studie. Auf der Handelsplattform Tradegate sackten die SAP-Titel im vorbörslichen Handel um 14 Prozent ab zum Xetra-Schluss vom Freitag.

Nach unten um fast sieben Prozent verglichen mit dem Xetra-Schlusskurs ging es zudem für die Anteile der Lufthansa <DE0008232125>. In einem Brief des Vorstands an die Mitarbeiter der Fluggesellschaft hieß es, die Anstrengungen, die Kosten weiter zu drücken, müssten nochmals verstärkt werden.