Aktien Frankfurt Ausblick: Anleger greifen zu - Blicke auf Japans Wirtschaft

FRANKFURT (dpa-AFX) - Mit besser als befürchteten japanischen Wirtschaftsdaten im Rücken dürfte der Dax <DE0008469008> am Montag positiv in den Handel starten. Der X-Dax als Indikator für den deutschen Leitindex signalisierte rund eine Stunde vor dem Auftakt ein Plus von 1,5 Prozent auf 10 621 Punkte. Er würde damit an seine jüngste Erholung anknüpfen vom tiefsten Stand seit Anfang April, den er am vergangenen Donnerstag erreicht hatte. Auch der EuroStoxx wird im Plus erwartet.

Zwischen 10 000 und 11 000 Punkten hat die Spanne der vergangenen Wochen für den Dax weiter Bestand: Zwischen der Hoffnung auf Lockerungen bei der Coronavirus-Bekämpfung auf der einen, größerer Konjunkturskepsis und dem erneut hochkochenden US-chinesischen Handelsstreit auf der anderen Seite können sich Anleger schon länger nicht nachhaltig für eine Richtung entscheiden.

Laut Analyst Christian Schmidt von der Helaba muss "in den kommenden Wochen davon ausgegangen werden, dass sich der Kampf zwischen den Bullen und Bären fortsetzen wird". Aus technischer Sicht sei der Dax noch nicht über den Berg. Mit einem erreichten Hoch seit November zeige zum Beispiel die Entwicklung des Goldpreises, dass die Suche nach Sicherheit bei den Investoren noch immer anhält.

Von Konjunkturseite gibt es zum Wochenstart aber zumindest verhalten positive Signale aus Fernost. So rutschte Japan wegen der Corona-Krise zwar in eine Rezession, allerdings hielt sich die Wirtschaft des Landes im ersten Quartal besser als gedacht. Außerdem macht am Montag ein deutlicher Anstieg der Ölpreise über das Wochenende wieder etwas bessere Laune unter den Investoren.

Auf Unternehmensseite stehen am Montag einige Nachzügler der Berichtssaison auf der ansonsten nicht üppig gefüllten Agenda. Quartalszahlen gab es von den drei Immobilienwerten Ado Properties, Adler Real Estate <DE0005008007> und Grand City Properties <LU0775917882>. Das letztere MDax <DE0008467416>-Unternehmen äußerte sich nun vorsichtiger für das laufende Jahr, die Aktien legten auf der Handelsplattform Tradegate aber dennoch etwa ein Prozent zu. Bei Ado und Adler blicken Investoren mehr auf die Fusion der beiden Unternehmen.

Nachrichtlich sorgt ansonsten noch die Zukunft von T-Mobile US <US8725901040> für Gesprächsstoff. Der japanische Mischkonzern Softbank <JP3436100006> will einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge einen bedeutenden Anteil am gerade fusionierten US-Mobilfunker an die Deutsche Telekom <DE0005557508> verkaufen. Mit einem möglichen Deal würde die Telekom ihren Anteil von derzeit knapp 44 Prozent auf über 50 Prozent erhöhen. Deren Aktien lagen vorbörslich mit 1,4 Prozent im Plus.

Ein Auge können Anleger ferner noch auf die Aktien von Borussia Dortmund <DE0005493092> werfen, nachdem am Wochenende nicht nur Sportbegeisterte den umstrittenen Restart der Bundesliga verfolgten. Sportlich hat der Fußballclub mit einem deutlichen Sieg im Revierderby auf sich aufmerksam gemacht. Die Aktie rückte auf Tradegate um etwa fünf Prozent vor.

Zudem richten sich die Augen weiterhin auf die Aktien des Zahlungsabwicklers Wirecard, die am Freitag einmal mehr eingebrochen waren.