Aktien Frankfurt: Anleger schütteln Nordkorea-Krise ab - Dialog brechen ein

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Anleger haben die am Vortag aufgekommenen Sorgen um die Nordkorea-Krise am Donnerstag recht schnell wieder abgetan. Der Dax , der mit kleinen Verlusten in den Handel gegangen war, drehte rasch wieder ins Plus. Zuletzt stieg das deutsche Börsenbarometer um 0,49 Prozent auf 13 125,87 Punkte. Auch überwiegend schwache Vorgaben aus Fernost lasteten nicht lange auf der Stimmung der Anleger.

"Eine Eskalation des Säbelrasselns in Nordkorea steht einmal mehr zur Debatte", schrieb Timo Emden von DailyFX in einem Marktkommentar. Bislang habe sich diese Befürchtung jedoch glücklicherweise nicht bewahrheitet. "Anleger könnten geopolitische Risiken daher vorerst nicht so ernst nehmen wie zuvor", lautete die Schlussfolgerung des Analysten.

Der EuroStoxx 50 stieg um 0,29 Prozent auf 3600,44 Punkte. Der MDax rückte um 0,38 Prozent auf 27 018,39 Zähler vor, während der technologielastige TecDax um 0,17 Prozent auf 2513,93 Punkte leicht nachgab.

Hintergrund war der Einbruch bei einem TecDax-Schwergewicht: Die Aktien des Chipproduzenten Dialog Semiconductor rutschten um mehr als 20 Prozent ab auf den tiefsten Stand seit August 2016. Händler verwiesen auf einen Bericht des japanischen Wirtschaftsblatts "Nikkei". Dieses berichtete unter Berufung auf eingeweihte Personen, der Großkunde Apple könne schon 2018 eigene Chips zur Strommanagement verwenden, um die Abhängigkeit von Dialog zu verringern. Dialog teilte unterdessen mit, die Geschäftsbeziehungen liefen normal.

Der Online-Händler Rocket Internet hat die Verluste in den ersten neun Monaten 2017 zwar deutlich eingegrenzt, verlor aber immer noch Geld. Zudem verschob das Unternehmen für drei Beteiligungen den Zeitpunkt für das Erreichen der Gewinnschwelle. Der Kurs rutschte um 3,1 Prozent ab.

Höhere Finanzziele von Morphosys für dieses Jahr drückten den Kurs des Biotech-Unternehmens um 3,5 Prozent nach oben an die Spitze des TecDax. Das Unternehmen hat eine Vereinbarung zur Vermarktung eines Antikörpers in China, Hongkong und Taiwan geschlossen.

Der Lichtspezialist Osram hat zum 111-jährigen Markenjubiläum für das Geschäftsjahr eine "Jubiläumsdividende" von 111 Cent je Aktie vorgeschlagen. Der Kurs gewann 0,5 Prozent.

Daneben sorgten Kommentare von Analysten für Kursausschläge: So haben sich die Investmentbanken Bernstein und Kepler Cheuvreux positiv zu BASF geäußert. Der Kurs des Chemieriesen legte um 1,4 Prozent zu. Kepler Cheuvreux riet zum Kauf der Aktien und erhöhte das Kursziel um 4 auf 112 Euro.

Eine Hochstufung auf "Outperform" durch die Bank Exane BNP verhalf den Aktien der RTL Group zu einem Plus von 1,3 Prozent. Aktien von Delivery Hero stiegen um 2,5 Prozent. Die Bank JPMorgan hat die Bewertung der Online-Bestellplattform für Essen mit "Overweight" aufgenommen.

Volkswagen stiegen um 1 Prozent. Die Wolfsburger streben im Jahr 2020 für die Kernmarke VW eine Rendite von 4 bis 5 Prozent an. Zuvor hatten sie eine Rendite von mindestens 4 Prozent in Aussicht gestellt.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,20 Prozent am Vortag auf 0,21 Prozent. Der Rentenindex Rex gabl um 0,07 Prozent auf 141,23 Punkte leicht nach. Der Bund Future trat mit 162,63 Punkten ebenso auf der Stelle wie der Euro zum US-Dollar mit 1,1850./bek/das

--- Von Benjamin Krieger, dpa-AFX ---