Aktien Frankfurt: Anleger nutzen Rücksetzer und greifen zu

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben den jüngsten Rückschlag auch am Donnerstag genutzt und Aktien gekauft. Der Dax <DE0008469008> kletterte gegen Mittag um ein halbes Prozent auf 15 272 Punkte.

Am Nachmittag stehen die geldpolitischen Beschlüsse der Europäischen Zentralbank (EZB) im Fokus. Diese dürfte die sehr lockere Geldpolitik bestätigen. In der zuletzt gestiegenen Inflation sieht die Notenbank nur ein vorübergehendes Phänomen. Der mit der Sorge vor Teuerung einhergehende Anstieg der Zinsen kann ab einem bestimmten Niveau ungünstig auf die Aktienmärkte wirken, denn festverzinsliche Papiere gewinnen dadurch an Attraktivität.

Der MDax <DE0008467416> der mittelgroßen Börsentitel stieg um 0,68 Prozent auf 32 766 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 0,7 Prozent und stieg wieder über die 4000er Marke.

Am Montag hatte der Dax knapp über 15 500 Punkten ein Rekordhoch erreicht, anschließend hatten Investoren jedoch Kursgewinne eingestrichen. Unter den Marktbeobachtern mehren sich indes die Stimmen derer, die vor einer zu euphorischen Haltung der Anleger warnen. So wies die Investmentbank HSBC <GB0005405286> darauf hin, dass in den USA der Anteil der Optimisten am Markt einen extrem hohen Wert erreicht habe. "Deshalb müssen Anleger weiterhin auch die Unterseite im Blick haben", rät die Bank mit Blick auf drohende Kursverluste.

Zu den Gewinnern im Dax zählten die Aktien von SAP <DE0007164600> mit einem Plus von 1,4 Prozent. Sie erreichten den höchsten Stand seit Oktober vergangenen Jahres. Analyst Knut Woller von der Baader Bank lobte den Auftragsbestand im Geschäft mit Internet-basierten Diensten (Cloud), dieser verspreche weitere gute Quartale.

Vor dem Beginn des Online-Klimagipfels unter Führung des US-Präsidenten Joe Biden standen zudem die Aktien der Energiebranche im Fokus. Es wird erwartet, dass Biden anspruchsvolle Klimaziele ausrufen wird und damit den Druck auf andere Staaten verstärkt, sich dem anzuschließen. Papiere von RWE <DE0007037129> setzten sich mit einem Plus von 3,5 Prozent an die Spitze des Dax. Mit SMA Solar <DE000A0DJ6J9>, Nordex <DE000A0D6554>, Verbio <DE000A0JL9W6> und Encavis <DE0006095003> waren weitere Titel aus dem Spektrum der erneuerbaren Energien gesucht.

Schlusslicht im Dax waren die Aktien der Deutsche Bank <DE0005140008>. Hier trübten die jüngsten Entwicklungen bei der Konkurrentin Credit Suisse <CH0012138530> die Branchenstimmung.

Unter den kleineren Titeln legten Hensoldt <DE000HAG0005> um 3,7 Prozent zu und knüpften damit an die Vortagesgewinne an. Die Commerzbank sprach sich für den Kauf der Aktien des Rüstungskonzerns aus und erhöhte das Kursziel. Derweil will der Finanzinvestor KKR seine Beteiligung an dem Unternehmen weiter reduzieren. Einen entsprechenden Bericht des "Manager Magazin" hatte Hensoldt am Mittwoch nach Börsenschluss bestätigt. Dazu führe der Finanzinvestor Gespräche mit verschiedenen Interessenten, dazu gehörten nach Kenntnissen Hensoldts zufolge Indra, Leonardo <IT0003856405>, Saab <SE0000112385> und Thales <FR0000121329> <FR0000121329>, hieß es weiter.

Die Aktien des Personaldienstleisters Amadeus Fire <DE0005093108> legten indes an der Spitze des SDax <DE0009653386> um 6,4 Prozent zu. Das Unternehmen blickt nach einer Markterholung und guten Geschäften im ersten Quartal etwas optimistischer auf das laufende Jahr./bek/mis

--- Von Benjamin Krieger, dpa-AFX ---