Aktien Frankfurt: Anleger halten sich vor Zahlen aus den USA zurück

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Eine abwartende Haltung haben Anleger am Donnerstag am deutschen Aktienmarkt eingenommen. Der Dax gab gegen Mittag um 0,19 Prozent auf 13 256,67 Punkte leicht nach. Der Aktienstratege Christian Schmidt von der Helaba vermutete, "dass sich die Marktteilnehmer im Vorfeld der allmählich Fahrt aufnehmenden US-Quartalsberichtssaison zunächst bedeckt halten".

In der nächsten Woche kommt die Phase der Quartalszahlen in den USA mit Ergebnissen von Schwergewichten wie UnitedHealth, IBM und mehreren Großbanken langsam in Schwung. Zudem könnten am Nachmittag die Erzeugerpreise in den USA im Dezember den Börsianern neuen Gesprächsstoff für den Zinspfad der US-Notenbank Fed liefern.

Am Vortag hatte ein deutlicher Anstieg der Renditen am Anleihemarkt der Rally der Aktienbörsen den Wind aus den Segeln genommen. Zuletzt beruhigte sich die Situation am Anleihemarkt aber ein Stück weit: Die Renditen kamen wieder zurück. Bei höheren Anleiherenditen können Aktien im Vergleich zu anderen Anlageklassen an Attraktivität einbüßen.

Der MDax der 50 mittelgroßen Börsenwerte zeigte sich mit 26 956,20 Zähler quasi unverändert zum Vortag. Der Technologie-Index TecDax legte dagegen um 0,42 Prozent auf 2660,84 Punkte zu.

Aktien von Bayer legten leicht zu. Der Pharma- und Agrochemiekonzern hat ein weiteres großes Aktienpaket von Covestro für 1,8 Milliarden Euro verkauft. Dieser Erlös erleichtere den Leverkusenern die Finanzierung der Rekord-Übernahme des US-Saatgutkonzerns Monsanto, merkte Expertin Anja Euler von der DZ Bank an.

Aber auch für Covestro sei der Anteilsverkauf positiv, so die Analystin. Denn damit verringere sich der Anteil der noch bei Bayer liegenden Covestro-Aktien deutlich. Bayer will sich komplett von der einstigen Kunststoffsparte trennen. Steigt mit den Verkäufen durch Bayer die Zahl der frei handelbaren Covestro-Aktien weiter, dann könnte das Unternehmen in den Dax aufsteigen. Euler riet bei beiden Aktien zum Kauf. Covestro gaben zwar um 1,1 Prozent auf 87,47 Euro nach, lagen damit aber über dem Platzierungspreis von 86,25 Euro je Aktie.

Auf ein Rekordhoch von 56,50 Euro stiegen die Aktien von Hella . Zuletzt gewannen sie 1,4 Prozent auf 56,15 Euro. Der Automobilzulieferer profitierte im ersten Geschäftshalbjahr (Juni bis November) von einer starken Nachfrage nach Lichtsystemen und Elektronik.

Aktien von Südzucker legten um knapp 1 Prozent zu. Eine höhere Umsatzprognose des Zuckerproduzenten für das Gesamtjahr und gute Gewinne im Zuckergeschäft stützten den Kurs.

Bei Nordex gewann die Kurserholung nochmals an Dynamik. Die Aktien des Herstellers von Windkraftanlagen legten um gut 5 Prozent zu. Am Vortag hatte eine Kaufempfehlung von Warburg Research den Kurs bereits kräftig nach oben getrieben.

Daneben sorgten Analystenkommentare für Bewegung: Größter Verlierer im Dax waren SAP , die nach einer Abstufung von "Overweight" auf "Equal-weight" durch Morgan Stanley um 1,7 Prozent nachgaben.

Fraport stiegen um 2,4 Prozent an die Spitze des MDax, nachdem die Investmentbank UBS das Votum für die Aktien des Flughafenbetreibers von "Verkaufen" auf "Kaufen" komplett gedreht hatte.