AKTIEN IM FOKUS 2: Spekulation um Innogy-Übernahme treibt Versorger weiter hoch

dpa-AFX

(Neu: weiterer Analystenkommentar und Schlusskurse)

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Spekulationen um eine Übernahme der RWE-Ökostromtochter Innogy durch den spanischen Versorger Iberdrola haben die Papiere der Stromerzeuger am Donnerstag zu den Tagessiegern am deutschen Aktienmarkt gemacht. Zwar dementierten die Spanier einen Bericht der heimischen Tageszeitung "Expansion", dem zufolge Iberdrola die Fühler nach Innogy ausstrecken könnte. Dennoch stiegen die Kurse der deutschen Versorger zum Teil auf neue Rekordniveaus.

So sprangen die Anteilsscheine der Innogy-Mutter RWE mit einem Plus von 3,81 Prozent nicht nur an die Spitze des Dax , sondern auch auf den höchsten Stand seit Juni 2015. Der Innogy-Kurs gewann fast 2 Prozent und lag damit nur noch knapp unter dem jüngsten Hoch von Mitte August. Vom Tief vom November vergangenen Jahres hat der Kurs mittlerweile um rund ein Viertel zugelegt.

ANALYSTEN BLEIBEN SKEPTISCH

Auf dieses Kursniveau hätten die Aktie nicht zuletzt Spekulationen um eine Übernahme getrieben, merkte Andrew Fisher von der Investmentbank Berenberg an. Der Analyst zeigte sich diesbezüglich jedoch skeptisch: Denn nach einem Verkauf von Innogy oder von Teilen der Tochter werde RWE "Probleme haben, die wegfallenden Dividendenzuflüsse von Innogy zu ersetzen". Diese aber benötige RWE für den Rückbau der Atomkraftwerke.

Schon seit Monaten kursieren Gerüchte um eine Übernahme von Innogy. Mitte März hieß es, der französische Strom- und Gaskonzern Engie erwäge einen Kauf des deutschen Ökostrom-Anbieters. Innogy-Aktien schnellten daraufhin kräftig nach oben. "Fusions- und Übernahmespekulationen haben den Innogy-Kurs monatelang hochgetrieben. Aber wir sind nicht überzeugt, dass es ein Angebot von Engie geben wird", schrieb der Analyst Deepa Venkateswaran von der Investmentbank Bernstein.

RWE WILL WEITER DIE MEHRHEIT AN INNOGY HALTEN

RWE hält derzeit noch etwa 77 Prozent an Innogy. Der Vorstandsvorsitzende Rolf Martin Schmitz hatte zuletzt im August erklärt, bei Innogy nicht unter Verkaufsdruck zu stehen. Laut Aufsichtsratsbeschluss soll die Mehrheit von 51 Prozent ohnehin bei RWE verbleiben.

Nicht nur die Kurse von RWE und Innogy, auch die Papiere von Eon und Uniper reagierten mit Aufschlägen auf die neuerlichen Spekulationen um eine Konsolidierung in der Branche. Eon-Aktien zählten mit einem Plus von knapp 2 Prozent auf 9,57 Euro ebenfalls zu den Gewinnern im Dax. Kurse oberhalb der 10-Euro-Marke gab es für RWE zuletzt vor knapp zwei Jahren.

UNIPER STEIGEN AUF HÖCHSTEN KURS SEIT BÖRSENGANG

Anteilsscheine von Uniper, des von Eon abgespaltenen konventionellen Stromproduzenten, stiegen mit einem Plus von 2,67 Prozent sogar auf den höchsten Stand der einjährigen Börsengeschichte. Von der Erstnotiz der Aktie bei gut 10 Euro hat sich der Kurs mittlerweile mehr als verdoppelt. Eon hält nach der Abspaltung noch 47 Prozent der Uniper-Aktien./bek/jha/

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